Deutschschweizer Stadtverwaltungen

14. August 2019 17:28; Akt: 14.08.2019 17:28 Print

Niemand ist so häufig krank wie Berner Beamte

Mitarbeiter der Berner Stadtverwaltung sind im Schnitt fast zwei Wochen pro Jahr krankgeschrieben – ein Spitzenwert in der Deutschschweiz. Die Stadt sieht Handlungsbedarf.

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Die Angestellten der Berner Stadtverwaltung hüten überdurchschnittlich oft das Bett: 9,9 Tage, also rund 2 Arbeitswochen, sind sie pro Jahr und Vollzeitstelle krankgeschrieben, wie der «Bund» unter Berufung auf einen Blogeintrag von Avenir Suisse berichtet.

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Wie oft pro Jahr fehlen Sie wegen Krankheit bei der Arbeit?

Unter den Deutschschweizer Städten ist das ein Spitzenwert. Zum Vergleich: Die Basler Verwaltungsangestellten hüten im Schnitt 5,7 Tage lang das Bett, die St. Galler 6,5 Tage, die Luzerner 8,5. Auch in der Berner Kantonsverwaltung (7,1 Tage) und der Bundesverwaltung (7,2) finden sich die gesundheitlich robusteren Arbeitnehmer. Der Durchschnitt liegt bei 9,1 Krankheitstagen, wie die Zahlen aus dem Jahr 2017 zeigen.

Öfter krankgeschrieben als die Berner sind nur die Genfer (14,6 Tage) und die Lausanner (13,2) Angestellten. Überhaupt steche «der Unterschied zwischen den Westschweizer und den übrigen Städten ins Auge», schreiben die Autoren des Blogeintrags. Zürich und Biel konnten zur Anzahl Krankheitstage keine Angaben machen.

«Anzahl Krankheitstage ist zu hoch»

Obschon man «nur» in der Deutschschweiz und nicht gesamtschweizerisch Spitzenreiter bei den Krankheitstagen ist, sieht die Stadt Bern Handlungsbedarf. «Die Anzahl Krankheitstage ist zu hoch», sagt Roland Nydegger, Leiter des Personalamtes der Stadt Bern.

Die Ursache verortet Nydegger in der Altersstruktur der Belegschaft. Denn: Je älter die Mitarbeitenden, desto höher die Anzahl Krankheitstage. Bei der Stadt Bern bleiben 20- bis 25-jährige Angestellte krankheitshalber vier Tage zuhause, über 60-Jährige 16 Tage. Das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden beträgt aktuell 45 Jahre. «Das wird die Stadt Bern als Arbeitgeberin herausfordern», sagt Nydegger dem «Bund».

18 Millionen Franken Verlust

Deswegen beim älteren Personal abzubauen, kommt für Nydegger deswegen aber nicht in Frage. Stattdessen will man im nächsten Jahr Befragungen durchführen. «Wir wollen unsere Angestellten für das Thema Gesundheit sensibilisieren und nachfragen, wo Handlungsbedarf besteht. Aufgrund einer detaillierten Auswertung können wir dann gezielte Massnahmen einleiten», so Nydegger.

Durch die Krankheitsausfälle bei der Verwaltung entstand 2018 ein Produktivitätsverlust von 18 Millionen Franken. Weil die Stadt Bern keine Krankentaggeldversicherung hat, bezahlt sie die Kosten aus der eigenen Tasche.

Wie halten Sie es mit den Krankheitstagen: Wie viele Tage pro Jahr fehlen Sie im Durchschnitt zirka bei der Arbeit? Was sind in der Regel die Gründe? Reicht schon eine leichte Erkältung oder bleiben Sie erst zuhause, wenn Sie völlig ausser Gefecht gesetzt sind? Schreiben Sie uns.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S. Hässig am 14.08.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Montagsgrippenopfer

    Also da haben wir leute im betrieb,die überbieten diese knapp 10 tage um ein vielfaches...und das jedes jahr

  • Armin am 14.08.2019 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    was sind wohl die Ursachen?

    ungesundes Klima? Zuviel Apero bei der Arbeit gestern? Der Kollege war letzte Woche auch krank, jetzt bin ich dran? Zuviele deprimierende Nachrichten gelesen (nur noch Greta macht Freude)? Das KKW Mühleberg ist immer noch nicht abgestellt? .... es überrascht nicht: dort, wo zuviele Leute zuwenig tun (keine Phantasie mehr?) .....

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  • PG am 14.08.2019 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Man stelle sich vor.....

    ....da käme noch Druck und Stress dazu. Kaum auszudenken wie die Zahlen steigen würden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maus am 15.08.2019 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Xxx

    Wieso wird immer auf den Angestellten von Bund und Kanton "herumgehackt"? Und auch diese bezahlen Steuern! Und deren Dienstleistungen "müssen" auch von jemanden erbracht werden.

  • Arbeitgeber am 15.08.2019 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ab der ersten Stunde ein Arztzeugnis,

    welches der Arbeitnehmer bezahlen muss. Dann gibt's keine grösseren Absenzen mehr.

  • Skep Tiker am 15.08.2019 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam...

    ... bei den Löhnen wird immer sofort zwischen Männlein und Weiblein unterschieden. Wieso wird dies nicht auch bei den Absenzen gemacht. Angst vor dem AHA-Effekt?

  • Jean Gerber am 15.08.2019 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Gemeinderat

    Kein Wunder, bei diesem Gemeinderat.

  • Trollino am 15.08.2019 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Bei aller Antipathie...

    ...für Beamte und Staatsangestellte... solche Statistiken sind absolut nichtssagend. Hat man zwei Langzeitkranke schlägt sich das in der Statistik nieder und drückt den Schnitt nach oben... daher, lasst doch solche Artikel einfach sein, sie sagen überhaupt nichts aus!