«Grosses Elend»

15. Dezember 2011 22:59; Akt: 15.12.2011 22:24 Print

Berner Arzt im Einsatz in Haiti

von Nathalie Jufer - Kinderarzt Martin Sutter aus Worb ist soeben von einem einmonatigen Einsatz in Haiti zurückgekehrt. Das Land leidet noch immer unter den Nachwehen des Erdbebens von 2010.

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Herr Sutter, welches Bild bot sich Ihnen in Haiti?
Martin Sutter:
Das Elend ist gross. Sehr viele Menschen leben immer noch in Zelten und Containern. Auch der Flughafen ist noch ein Provisorium.

Was waren Ihre Aufgaben im Spital?
Ich wurde als Anästhesist eingesetzt. Im Albert-Schweitzer-Spital mit 120 Betten wird grundsätzlich alles operiert. Viele der Erdbebenopfer brauchen Prothesen.

Gab es ein Erlebnis, das Sie besonders geprägt hat?
Die Menschen warten gezwungenermassen sehr lange, bis sie sich in Behandlung begeben. Deshalb sieht man Dinge, die man in der Schweiz selten zu Gesicht bekommen würde. So führt etwa eine Blinddarmentzündung schon zu einem schweren Krankheitsbild. Bei meinem Einsatz starben ausserdem drei Neugeborene während der Geburt.

Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit in der Schweiz vom Einsatz in Haiti?
Die Infrastruktur ist viel schlechter. Als Arzt muss man sehr flexibel sein und improvisieren können.

Was nehmen Sie mit?
Es ist sehr eindrücklich, dass die Leute dort trotz Armut ihre Lebensfreude nicht verloren haben und immer eine Zukunft sehen. Der Einsatz hat für mich auch die alltäglichen Probleme zu Hause relativiert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Noldi Schumacher am 18.12.2011 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Was geschah mit den Spenden?

    Millionen Franken wurden gespendet und was geschah mit dem Geld? Die Glückskette und alle involvierten Hilfsorganisationen sollen einmal einen ausführlichen Bericht abgeben!

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  • Noldi Schumacher am 18.12.2011 16:19 Report Diesen Beitrag melden

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