Trappist-1

22. Mai 2017 18:48; Akt: 22.05.2017 18:54 Print

Berner Astronomen hängen Weltelite ab

Forscher der Uni Bern errechneten die Umlaufbahn des äussersten Planeten von Trappist-1 innert Rekordzeit. In 60 Stunden schlugen sie die internationale Forscher-Konkurrenz.

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Trappist-1 ist ein etwa 40 Lichtjahre von der Erde entferntes Planetensystem, das sich ungefähr im Sternbild Wassermann befindet. Es ist eines der bedeutendsten Entdeckungen des letzten Jahres in der Astrophysik. Denn darauf könnte theoretisch flüssiges Wasser und damit Leben existieren. In der Mitte leuchtet der kühle Zwergstern Trappist-1a dunkelrot. Er wird von sieben erdähnlichen Planeten b, c, d, e, f, g und h umkreist.

Während Astrophysiker die Umlaufzeiten der inneren sechs Planeten bestimmen konnten, blieb diejenige des äussersten Planeten «h» lange unbekannt – bis jetzt. Forschern der Universität Bern gelang es, in einem internationalen Team innert kürzester Zeit seine Umlaufperiodezu bestimmen. Die Forschergruppe hat damit eine Art globalen Forschungswettlauf gewonnen.

Innert 60 Stunden zum Resultat

Die Nasa hatte die Daten bereitgestellt, nachdem sie das Planetensystem vier Monate lang angepeilt hatte. Das Center for Space and Habitability (CSH) in Bern konnte schliesslich nach nur 60 Stunden aufzeigen, in welchem Abstand die sieben Planeten den Stern umkreisen und wie sie untereinander agieren.

Sobald die Nasa die Daten freigegeben hatte, arbeiteten die Forschenden ununterbrochen an deren Analyse. «Tag und Nacht», erzählt CSH-Postdoc Simon Grimm. «Wir waren nonstop dran. Jede Stunde zählt, wenn man nicht überholt werden will», sagt er. Manchmal hätten 15 Forscher gleichzeitig das Online-Manuskript überarbeitet. Das eingereichte 37-seitige Paper wird nun vom Wissenschaftsmagazin Nature Astronomy veröffentlicht.

Licht gemessen

Grimm erklärt, wieso sie so schnell waren. «Das Kepler-Weltraumteleskop misst die Intensität des roten Sterns, also wie hell er leuchtet. Wenn ein Planet davor passiert, wird er ganz wenig dunkler.» Schon vor dem Empfang der NASA-Daten hatte das Berner Team theoretisch errechnet, wo «h» eigentlich sein müsste. «Und dann haben wir ihn tatsächlich gefunden, wo wir ihn vermuteten. Ein toller Erfolg.»

Nun würden die Forscher versuchen, auch die Atmosphäre aller Planeten im Trappist-1-System zu bestimmen. Dies sei möglich, weil die Weltraumteleskope chemische Elemente, Temperaturen oder den Luftdruck messen können.

Gestirne in habitabler Zone

Über die Planeten im Trappist-1-System «wissen wir leider noch nicht sehr viel», so Grimm. «Jetzt konnten wir erst die Umlaufzeit genauer bestimmen, nun versuchen wir auch die Masse besser zu errechnen.» Der äusserste Planet habe etwa minus 100 Grad. Es gebe auf jedem Planeten Jahreszeiten, aber wie ausgeprägt die seien, «darüber wissen wir noch nichts Genaues.» Die inneren Trappist-Planeten befänden sich am ehesten in einer habitablen, also für den Menschen bewohnbaren Zone. Jedenfalls handle es sich um Gestirne mit vermutlich festen Oberflächen.

Bis man aber jemals so weit reisen könne, werde noch viel Wasser die Aare runter fliessen, glaubt Grimm. «Das geht sicher noch hunderte Jahre, bis wir dazu in der Lage sind – wenn überhaupt je.» Man könnte aber eine Botschaft senden mit Radiowellen oder Licht. «Falls jemand dort ist, würden sie die Nachricht in 40 Jahren empfangen. Und dann bräuchten sie auch wieder 40 Jahre, um zu antworten. Das wäre also ein langfristiges Projekt.»

Es würde schon auch nach Signalen von diesen Planeten gesucht, aber man prüfe eher, ob sich in der Atmosphäre Biosignaturen aufspüren lassen – also nicht natürliche Prozesse wie etwa chemische Elemente oder mehr Sauerstoff als zu erwarten wäre oder mehr CO2 als normal.

Gutes Umfeld an der Uni Bern

Weshalb die Berner in der Astrophysik immer vorne mit dabei sind, kann sich Grimm einfach erklären. «Wir haben hier einfach ein sehr gutes Umfeld und wir haben einen grossen Austausch mit anderen Astrophysikern weltweit.» Denn auch schon bei der Erforschung des Kometen Tchurry machte das CSH mit. Für die Sonde Rosetta entwickelten sie das hochpräzise Messinstrument Rosina.

(ct)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bärner am 22.05.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen langsam

    Soll noch jemand sagen, dass wir Berner langsam wären ;)

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  • Mara Jade am 22.05.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo, Bern!

    Top Leistung! Da wird noch viel mehr kommen, ich freue mich:-)

  • Typhoeus am 22.05.2017 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer weit im Weltall kommen will,

    muss schnell sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eine LeberLaus am 24.05.2017 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heieieieieieieieiiiiii!!

    Toll, grossartig, monumental, unglaublich, beeindruckend, historisch, gigantisch, mega, giga, haga, huga, unfassbar, riesig, hammermässig, enorm, weltverändern, einfach... WOW!!!

  • prometheus oder so am 24.05.2017 00:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    macht das beste aus dem was man bekommt

    auf jedenfall brauchen wir diese eine person die in die geschichte geht und zeigt das wir auf diesem planeten genug zeit haben um zu leben wenn wir ihn erforschen und nicht irgendwo im weltall die nadel im heuhaufen suchen denn bis wir sie gefunden haben haa da ist unser planet schon längst k.o und das ganze hat uns nichts gebracht aber macht was ihr wollt

  • KvB am 23.05.2017 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich behaupte,vermute, dass...

    .......bevor 100 Jahre vobei sind, die Foscher Erkenntnisse haben, sei es Art von Dimensionen, Geschwindigkeit oder allgemeine neue physikalische Gesetze,von denen man jetzt noch als Spinner und Fantast bezeichnet würde. Das (die)Universum(en)ist kein Zufallsprinzip, denke eher ein Plan. Da reicht auch die Fantasie der besten Zukunftsforscher niemals aus. Wäre vorher nichts gewesen, gäbe es auch nachher nichts. Wir wissen, dass wir nichts wissen.

  • marko 32 am 23.05.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

  • ein schelm am 23.05.2017 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wololo

    stark. schweizer sind immer wieder international im gespräch wenns um Astronomie geht. freue mich jedes mal darüber.

    • kp am 23.05.2017 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ein schelm

      naja da hört man selten was gratuliere trotzdem finde aber man sollte nicht alles bejubeln denn die anderen waren trotzdem vor uns auf dem mond

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