Marsch zum Cupfinal

09. Mai 2012 11:58; Akt: 09.05.2012 16:31 Print

Berner Bahnhof wird wegen FCB-Fans gesperrt

Anhänger des FC Basel und des FC Luzern haben durchgestiert, durch die Berner Innenstadt zum Stadion laufen zu können. Dafür müssen SBB und Polizei die Bahnhofshalle sperren.

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Lautstark marschieren Fans des FC Basel im Jahr 2011 vom Bern Hauptbahnhof zu einem Auswärtsspiel bei YB im Wankdorfstadion. (Bild: Keystone/Marcel Bieri)

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Der Fussball-Cupfinal vom kommenden Mittwoch wird für die Berner Polizei und für die SBB zum Belastungstest: Basler und Luzerner Fans haben durchgesetzt, dass sie vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zum Stadion marschieren können, wie 20 Minuten Online bereits letzte Woche berichtete.

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Die Behörden und die SBB hatten vorgeschlagen, die Extrazüge in Stadionnähe halten zu lassen. Doch schliesslich willigten sie zähneknirschend ein. Denn sonst wären die Fans womöglich in Regelzügen nach Bern gereist.

Die Kosten für das nötige grosse Polizeiaufgebot müssen die Stadtberner Steuerzahler berappen, wie der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Denn der Ausrichter des Cupfinals, der Schweizerische Fussballverband, ist laut Nause «kostenbefreit». Anders als die Berner Young Boys entrichtet er also für Spiele unter seiner Ägide keine Beiträge an die öffentlichen Sicherheitskosten.

Nun hoffe er, dass sich beide Fan-Lager verantwortungsbewusst verhielten und ein friedliches Fussballfest ermöglichten, sagte Nause. Der Verzicht auf ausgedehnte «Fan-Walks» wäre ihm aus Sicherheitsgründen lieber gewesen. Doch er habe sich überzeugen lassen, dass der Cupfinal etwas ganz Besonderes sei.

Wie viele Polizisten im Einsatz stehen werden, wollte Nause nicht sagen. Klar sei, dass es sich um ein «grösseres Aufgebot» handle. Bei vergleichbaren Topspielen mit YB sind in der Vergangenheit bis zu 600 Polizisten aufgeboten worden. Damit entstanden Kosten von schätzungsweise 250 000 Franken.

Auch SBB gab nach

Die SBB hatte ebenfalls vergeblich darauf hingewirkt, dass alle Luzerner Extrazüge in Ostermundigen und alle Basler Extrazüge im Wankdorf halten. Sprecher Reto Kormann bestätigte entsprechende Angaben der «Berner Zeitung».

Die beiden Fanlager sollen nun möglichst voneinander getrennt werden, wie einem Communiqué der Berner Kantonspolizei zu entnehmen ist. Die Luzerner Fans werden bereits kurz nach 15 Uhr in Bern erwartet und sollen über die «Welle» aus dem Bahnhof in Richtung Stadion geführt werden.

Ihre Route führt dann via Bubenbergplatz und Schauplatzgasse zum Bärenplatz. Von dort geht es weiter via Amthausgasse, Münster- und Junkerngasse zum Bärenpark und den Aargauerstalden hinauf zum Stadion.

Basler via Breitenrain

Die Züge mit den Basler Anhängern sollen zwischen 18 und 18.30 Uhr den Hauptbahnhof erreichen. Für die übrigen Bahnreisenden wird die Bahnhofshalle in dieser Zeit gesperrt.

Die Basler sollen anschliessend durch die Neuengasse zum Waisenhausplatz und durch die Zeughausgasse zum Kornhausplatz marschieren. Danach führt der Marsch via Kornhausbrücke zum Viktoriaplatz und dann weiter via Beundenfeld- und Militärstrasse in Richtung Wankdorf.

Der Cupfinal findet nach einigen Jahren Unterbruch wieder in Bern statt. Um den zweitwichtigsten Titel im Schweizer Fussball kämpfen Meister Basel und der FC Luzern.

In den letzten Jahren war der traditionsreiche Cupfinal zum Teil in Basel ausgetragen worden, weil sich der Verband mit dem Kunstrasen schwertat. Inzwischen liegt im Stade de Suisse wieder ein Naturrasen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wahrsager am 09.05.2012 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Stade de Suisse? Cup? Immer?

    Die Berner wollen ja den Cup immer in ihrem Stadion austragen lassen! Dieser Cup könnte doch auch abwechselnd in anderen Stadien ausgetragen werden? So hätte in jeder Hinsicht alle etwas davon.

  • Peter Luger am 09.05.2012 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnisblödsinn

    Zum Glück spielen GC/FCZ nicht mehr im Hardturm. Sonst könnte ich an manchen Sonntagen nicht mehr aus dem Haus, weil die Limmatstrasse gesperrt wäre.

  • Manathan am 09.05.2012 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sport wird ja immer herrlicher!

    Bern evakuieren, alle ab in den Bundesratstollen, ist ja auch im Kanton Bern. Diesmal kommen nicht die Walliser, nein, noch viel schlimmer.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wahrsager am 09.05.2012 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Stade de Suisse? Cup? Immer?

    Die Berner wollen ja den Cup immer in ihrem Stadion austragen lassen! Dieser Cup könnte doch auch abwechselnd in anderen Stadien ausgetragen werden? So hätte in jeder Hinsicht alle etwas davon.

  • Zu Viel Fussball am 09.05.2012 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Langsam reichts...

    Der Fussball nervt langsam. Auch hier in Zürich. Dank des Stadiondebakels (kein Hardturm mehr), werden im Letzigrund fast wöchentlich Spiele durchgeführt. Jedes mal bricht der Verkehr total zusammen. Strassen sind gesperrt, Trams sind zum bersten voll, man kommt kaum noch nach Hause oder von zu Hause weg. Seit neuestem werden dann auch noch die Tramgleise durch Fans und Spieler blockiert. Oder es gibt Tränengas-Schwaden und Verfolgungsjagden im Quartier. Ich habe nichts gegen Fussball, aber keine andere Sportart oder Veranstaltung in dieser Stadt verursacht so ein Chaos!

  • Die Uschi am 09.05.2012 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Schweinerei

    Zwei Nicht-Berner Vereine spielen hier in Bern und die Pendler dürfen dafür büssen. Mir schon klar, weshalb wir hier so viel Steuern zahlen..wenn man solche Übungen finanzieren muss.

  • macel finn am 09.05.2012 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Theater...

    Weshalb kuschen? Wer kuscht vor wem? Darf ich etwa nicht mit dem Zug an den Bern HB fahren? Muss ich mir vorschreiben lassen, wie ich an ein Spiel reise? In welchem Reich leben wir eigentlich heute?

  • Fussballfan am 09.05.2012 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso die Aufregung ?

    Jede Person hat das Recht auf Bewegungsfreiheit und Versammlungsfreiheit. Das steht so in der Bundesverfassung. Das gilt auch für die Fussballfans, weil in der Verfassung ebenfalls steht, das jede Person gleich vor dem Gesetz ist. Ich verstehe die Aufregung nicht. Übrigens findet der Cupfinal schon seit Jahrzenten statt und Fussballfans aus 2 Fanlagern reisen zum gleichen Ort. Es ist also kein neues Phänomen.