Streitthema

10. September 2018 14:40; Akt: 10.09.2018 15:11 Print

«Der Cupfinal gehört in die Hauptstadt»

Der Schweizer Fussball-Cupfinal soll auch nächstes Jahr in Bern stattfinden, findet der Berner Gemeinderat. Im Gegensatz zu 2014 sei es dieses Jahr nicht zu Ausschreitungen gekommen.

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De Fanmarsch der Berner führte durch die Altstadt. Über die Nydeggbrücke ging es zum Stade de Suisse. Der Marsch wurde von einem Polizeiaufgebot begleitet. Der Berner Fanspaziergang blieb friedlich. Es wurde gesungen und immer wieder wurden Fackeln gezündet. Über der Altstadt hingen teilweise dichte Rauchschwaden. Auf der Marschroute wurde immer wieder Feuerwerk gezündet. Die YB-Fans zogen über die Nydeggbrücke. Die Zürcher Fans starteten ihren Marsch in der Länggasse. Auch auf der Zürcher Seite wurde einiges Material abgebrannt. Es wurden Zwischenhalts bei Imbissbuden und Tankstellenshops gemacht. Die Zürcher liefen via Länggasse durchs Nordquartier zum Stade de Suisse. Rund um den Falkenplatz blieb Müll liegen. Mehrere hundert FCZ-Fans marschierten etwa zeitgleich vom Falkenplatz los in Richtung Stadion. Auch vereinzelte Regentropfen konnten der guten Stimmung nichts anhaben. Mit Feuerwerk und lautem Gesang zogen die Berner Fans durch die untere Altstadt. Auch hier haben sich mehrere hundert Fans versammelt. Zeitgleich haben sich die YB-Fans auf dem Bärenplatz für den Abmarsch bereit gemacht. Auf dem Falkenplatz formierten sich die Zürcher für den Marsch zum Stade de Suisse. Mehrere hundert Supporter strömten vom Bahnhof zum Falkenplatz. Kurz nach 10 Uhr sind die FCZ-Fans in Bern eingetroffen. Bevor die Extrazüge aus Zürich eingetroffen sind, war an der Sidlerstrasse, wo sich die FCZ-Fans versammeln, nicht viel los. Nur vereinzelte Polizisten sind zu sehen. Urs und Jüre verfolgen YB seit Jahrzehnten. Dass man heute das Double schafft, ist ihnen wichtig. «Grosse Nervosität, grosse Vorfreude». So fassen Astrid, Kevä und Alain ihre Gemütslage zusammen. Die Stärkungen für diesen Fussballsonntag reichen von Kaffee und Gipfeli bis zu Bier. Bereits ab 9 Uhr haben sich YB-Fans auf dem Bärenplatz versammelt.

Fehler gesehen?

Wie der Berner Gemeinderat in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss schreibt, gehöre der Schweizer Fussball-Cupfinal «grundsätzlich in die Hauptstadt». Eine detaillierte Auswertung der Geschehnisse vom diesjährigen Final am 27. Mai stehe erst noch bevor. Es sei aber im Gegensatz zum Cupfinal von 2014 in Bern nicht zu Ausschreitungen gekommen.

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Allerdings habe die Polizei verschiedene Delikte registriert und es sei zu Lärm und Verunreinigungen gekommen. Es gelte deshalb, zusammen mit den an diesem Anlass beteiligten Organisationen mögliche Verbesserungen und Massnahmen für die künftige Austragung des Cupfinals in Bern zu besprechen.

Petarden und Diebstähle

Am 27. Mai war die Berner Kantonspolizei mit einem Grossaufgebot präsent und sicherte so einen getrennten Aufmarsch der Fans zum Stade de Suisse. Die Fanmärsche waren bewilligt worden. Im Cupfinal standen sich der BSC Young Boys und der FC Zürich gegenüber.

Beide Umzüge wurden von beträchtlichem Lärm und Gestank durch Knallpetarden und Rauchbomben begleitet. Die Polizei berichtete damals von zwei möglichen Hörschäden bei Passanten. Zürcher Fans hätten öffentlich uriniert, Gebäude und Autos versprayt und einen Tankstellenshop bestohlen, schrieb sie weiter.

Später wurde auch bekannt, dass zwei Personen nach einem Flaschenwurf auf Einsatzkräfte beziehungsweise Hinderung einer Amtshandlung angehalten worden waren.

Cupfinal: FC Zürich - BSC Young Boys

Nach drei Jahren Absenz

Am 27. Mai dieses Jahres kehrte der Cupfinal nach dreijährigem Unterbruch nach Bern zurück. Bis 2014 war der traditionsreiche Anlass zumeist im Stade de Suisse durchgeführt worden. 2013 und 2014 kam es aber zu Gewaltexzessen randalierender Fans.
Die Berner Stadtregierung machte darauf deutlich, dass der Cupfinal nicht mehr willkommen sei, bis sie Anfang 2018 eine Kehrtwende machte und dem Fussballverband entsprechende Signale sandte.

(bho/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H.P. Liebling am 10.09.2018 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Bern

    Cupfinal in die Hauptstadt? --> Klar Ja! Cupfinal auf Kunstrasen? --> Ebenso klar Nein!

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  • Fip am 10.09.2018 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Zoopf

    Der Cup-Final sollte für beide Mannschaften an einem Neutralen dort gespielt werden. Wir haben mehr als genug geeignete Fussball-Stadien in der Schweiz.

  • Steff am 10.09.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptstadt?

    Nicht dass ich grundsätzlich gegen einen Cup-Final in Bern wäre, aber: Seit wann ist Bern die Hauptstadt der Schweiz? In der Helvetischen Republik unter Napoleon war Aarau die Hauptstadt des Landes, aber in der (heute noch gültigen) Verfassung der Schweizer Eidgenossenschaft aus dem Jahre 1848 wird keine Hauptstadt erwähnt. Bern ist der Regierungssitz der Schweiz und deshalb inoffiziell, resp. de facto Hauptstadt, aber de jure hat die Schweiz gar keine Hauptstadt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marzili-Chätzli am 13.09.2018 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Witzig

    Ein Bundesstaat hat KEINE Hauptstadt. Der Bund hat seinen Sitz in Bern. Aber JEDER Kanton hat eine Kantonshauptstadt. Was nun, lieber Gemeinderat?

  • Martina am 12.09.2018 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähig, blind und taub

    Der Gemeinderat würde besser einmal die Gewaltprobleme in dieser ach so schönen Stadt lösen.

  • Bernnada am 12.09.2018 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Genug Vandalismus in Bern

    In einem Steinbruch wäre besser! Und alle diese Super Fans könnte man gleich dort lassen zum pickeln!

  • Nasa Kugi am 12.09.2018 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Apollo

    Der Cupfinal kann von mir aus hinter dem Mond stattfinden zusammen mit den Krawallbrüdern.

  • Ladenbesitzer am 11.09.2018 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Cupfinal in Bern!

    Nein. Bern kann die Sicherheit nicht garantieren mit dieser Regierung. Darum Nein. Denkt auch einmal an alle Ladenbesitzer!