Häftling tot in Zelle gefunden

10. Januar 2019 19:05; Akt: 11.01.2019 13:10 Print

«Grösste Gefahr sind Strangulationsversuche»

Ein 34-Jähriger wurde am Dienstagabend leblos auf der Bewachungsstation des Inselspitals aufgefunden. Das Amt für Justizvollzug versucht solche Szenarien zu vermeiden.

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Am Dienstag kurz vor Mitternacht wurde der Kantonspolizei Bern gemeldet, dass in einer Zelle der Bewachungsstation im Inselspital in Bern ein Insasse leblos aufgefunden worden sei. Trotz sofortiger Reanimationsmassnahmen konnte nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden. Beim Verstorbenen handelt es sich um einen 34-jährigen Schweizer, der sich in Untersuchungshaft befand.

Die Kantonspolizei Bern hat unter der Leitung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland Ermittlungen zum Todesfall aufgenommen. Stand der Untersuchungen, die unter anderem am Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern durchgeführt wurden, steht eine Selbsthandlung als Todesursache im Vordergrund. Hinweise auf Dritteinwirkung liegen nicht vor.

Psyche ist grösste Gefahr

Für den Betrieb der Bewachungsstation im Inselspital ist das Amt für Justizvollzug des Kantons Bern verantwortlich. Um solche Szenarien zu verhindern, würden in allen Anstalten spezielle Massnahmen umgesetzt, sagt Oliver Aebischer vom zuständigen Amt: «Aber trotz ausführlichen Präventionskonzepten, entsprechender Ausbildung des Personals und speziellem Mobiliar ist eine absolute Selbstverletzungs- und Suizidprävention in den verschiedenen Einrichtungen nicht möglich.»

Selbstverletzungsmotivation und der Prozess bis hin zu vollendetem Suizid seien derart komplexe Geschehen, dass sie selbst in einem therapeutischen Setting nicht gänzlich verhindert werden könnten. Aebischer: «Grösste Gefahr sind Strangulationsversuche.» Die grösste Gefahr für Selbstverletzung gehe jedoch nicht von Gegenständen, sondern von der psychischen Verfassung eines Menschen aus.

(miw/cho)