Pilotprojekt

07. Juni 2016 14:30; Akt: 07.06.2016 14:36 Print

Berner KMU fahren jetzt eCargo-Bikes

von Annina Häusli - Ab sofort werden Bier, Sirup und sogar Kinder per eCargo-Bike durch die Berner Strassen kutschiert. Neun KMU testen die Lastenvelos bis Ende November.

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Nun setzen auch Berner Unternehmen auf eCargo-Velos. Am Dienstag präsentierte das Amt für Umweltschutz sein neues Pilotprojekt: Unter dem Motto «Mir sattlä um» sollen KMU das Geschäftsauto durch eCargo-Velos ersetzen. «Viele Geschäftsfahrten von KMU könnten von der Distanz und der Transportmenge her statt mit dem Geschäftsauto mit einem eCargo-Bike erledigt werden», sagt Umweltdirektor Reto Nause. Die Lastenvelos seien kostengünstige und umweltverträgliche Transportmittel.

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Cargobike als Kinderkutsche

Neben Bäckereien, einem Siruphersteller, einer Brauerei und anderen Berner KMU nimmt auch eine Kita am Pilotprojekt teil. «Wir werden das eCargo-Bike vor allem dazu nutzen, Waren zwischen unseren zwei Kitas hin und her zu fahren», so Darina Hürlimann, Geschäftsführerin der Kita Matahari. Auch die Kids werden vom neuen Transportmittel profitieren können: Für die Kita wurde ein spezielles Modell hergestellt, damit auch Kinder herumkutschiert werden können – natürlich inklusive Anschnallgurt. «So können wir mit den Kindern in die Natur fahren oder sie von zu Hause abholen», sagt Hürlimann. Auch beim wöchentlichen Gemüseeinkauf werde das Lastenvelo in Zukunft zum Einsatz kommen.

Das Elektroinstallationsgeschäft Mathys + Götschmann erledigt seine Aufträge normalerweise mit dem Auto. Geschäftsführer Adrian Götschmann erhofft sich vom Lastenvelo bessere Parkmöglichkeiten. Ausserdem brauche man mit dem Velo keine Tagesbewilligungen. «Das Auto wird das eCargo-Bike aber nie vollständig ersetzen können.»

Stadt gewährt 30 Prozent Rabatt

Ein Bike kostet je nach Modell zwischen 4500 und 5500 Franken und kann mit bis zu 150 Kilogramm beladen werden. Während der Pilotphase offeriert die Stadt das eCargo-Bike. Nach dem Ablauf des Pilotprojekts können die KMU das Lastenvelo mit 30 Prozent Rabatt erwerben.

Der Einsatz der eCargo-Bikes wird während des Projekts begleitet und analysiert. Nach der Auswertung wird anschliessend entschieden, ob im nächsten Jahr eine zweite Phase mit weiteren KMU durchgeführt werden soll. Das Pilotprojekt dauert bis Ende November. Die Stadt will mit dem Projekt einen Beitrag an die Umsetzung seiner Energie- und Klimastrategie leisten.

Die Berner sind Schweizer Vorreiter, was eCargo-Bikes betrifft: Bereits seit vergangenem Herbst gibt es ein eCargo-Bike-Sharing für Private und Unternehmen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dällebach Kari am 07.06.2016 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Glückliches Bern

    wir Quartierbewohner sind so froh, dass die bösen Autofahrer nun doppelt so lange brauchen wenn sie durch Bern fahren. Wir haben dann das Vergnügen dass wir sie viel länger vor unseren Fenstern haben und dass sie dann auch viel mehr Sprit verbrauchen bis sie weg sind. Und die grossen und die kleinen Kinder rufen dann ätschi-bätschi.

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  • Martial Kohler am 07.06.2016 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann übertreiben...

    Es kommt soweit, dass alle CH-Städte autofrei werden; Basel hat bereits damit angefangen. Grosse Freude für die Lieferanten, Ärzte, Spitex, usw. !!

  • Eduard J. Belser am 08.06.2016 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Das hat Zukunft!

    Ein gut ausgelastetes Elektro-Lastenvelo (es geht auch deutsch!) ist wesentlich energieeffizienter, beansprucht nur einen Bruchteil der Verkehrsfläche, ist beweglicher und kann näher an die Be- und Entladeorte heranfahren als ein nur teilweise ausgelasteter Lieferwagen. Es kann zudem noch mit einem Veloanhänger ausgerüstet werden. Dieser lässt sich abkuppeln und kann auch Orte eingesetzt werden, die mit dem Lastenvelo nicht zugänglich sind. Auch hier werden mittlerweile Logistiksysteme für professionelle Ansprüche angeboten. Das hat Zukunft!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Küsu am 09.06.2016 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    So geht's

    Die Kita hat also nur zwei Kinder? Das Kindertransportvelo verfügt offensichtlich nur über zwei Plätze für Kids. Was geschieht dann? Es werden einfach 6 Kids oder mehr eingeladen und los geht die ungesicherte Fahrt in die freie Natur. Genau das habe ich schon von einer anderen Berner Kita gesehen, in einem selbst gezimmerten Transportbike ohne jede Sicherung für die Kids.

  • K.Z am 08.06.2016 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Chef darf das gerne machen

    Ich muss als Handwerker schon genug arbeiten. Warum sollte ich mit dem Velo zum Kunden fahren? Das kann kein Chef ernsthaft erwarten.

  • Eduard J. Belser am 08.06.2016 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Das hat Zukunft!

    Ein gut ausgelastetes Elektro-Lastenvelo (es geht auch deutsch!) ist wesentlich energieeffizienter, beansprucht nur einen Bruchteil der Verkehrsfläche, ist beweglicher und kann näher an die Be- und Entladeorte heranfahren als ein nur teilweise ausgelasteter Lieferwagen. Es kann zudem noch mit einem Veloanhänger ausgerüstet werden. Dieser lässt sich abkuppeln und kann auch Orte eingesetzt werden, die mit dem Lastenvelo nicht zugänglich sind. Auch hier werden mittlerweile Logistiksysteme für professionelle Ansprüche angeboten. Das hat Zukunft!

    • Citoyen am 09.06.2016 16:57 Report Diesen Beitrag melden

      Nur bedingte Zukunft

      Ein Nischenzukunft für gewisses Kleingewerbe wo keine grossen Lasten oder sperriges Materialüber nicht zu grosse Strecken transportiert werden muss. Bei Regen, grosser Kälte und Schneefall sowie vereisten Strassen, sind die Einsatzmöglichkeiten solcher Lastenvelos doch eher bescheiden. Sie werden also nie vierrädrige Transportfahrzeuge ersetzen, sicher aber ergänzen.

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  • Martial Kohler am 07.06.2016 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann übertreiben...

    Es kommt soweit, dass alle CH-Städte autofrei werden; Basel hat bereits damit angefangen. Grosse Freude für die Lieferanten, Ärzte, Spitex, usw. !!

  • Dällebach Kari am 07.06.2016 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Glückliches Bern

    wir Quartierbewohner sind so froh, dass die bösen Autofahrer nun doppelt so lange brauchen wenn sie durch Bern fahren. Wir haben dann das Vergnügen dass wir sie viel länger vor unseren Fenstern haben und dass sie dann auch viel mehr Sprit verbrauchen bis sie weg sind. Und die grossen und die kleinen Kinder rufen dann ätschi-bätschi.

    • I.Virago am 07.06.2016 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dällebach Kari

      Und es gibt Leute die sich noch freuen, über solche Sachen tolle Idee.

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