Zurück aus Ägypten

30. April 2013 18:52; Akt: 30.04.2013 20:32 Print

Berner Lehrer ist in Genf gelandet

Der Lehrer aus Ipsach BE, der nach seinen Ferien noch zwei Wochen in Sharm-el-Sheik am Roten Meer festgehalten worden war, weil sein Name einem Terroristen ähnelte, ist zurück in der Schweiz.

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Jubel bei der Familie des 29-jährigen Lehrers Rolf Künti: Am Dienstagabend ist der Berner in Genf gelandet. Dort ist er von Mutter Ruth, Vater Sigmund und Schwester Gabriela sowie einer Schar Medienleute empfangen worden. «Ich bin froh, dass ich wieder hier bin, ich bin froh, zuhause zu sein», sagte der junge Mann den Medienvertretern am Flughafen. Er erklärte einmal mehr, den Grund für sein Ausreiseverbot aus Ägypten nicht zu kennen. Er hoffe, irgendwann eine Erklärung zu erhalten. Bis dahin könne man nur spekulieren.

Im Flughafen von Sharm-el-Sheik habe er wieder alle Sicherheitsbeamten gesehen und Angst gehabt, obwohl ihn der Konsul begleitet habe. Dieser habe für das Check-in des Koffers bezahlen müssen, «ich hatte kein Geld mehr». «Ich war mir bis zuletzt nicht sicher, ob der Flieger wirklich abheben wird», sagte der 29-Jährige bei der Ankunft.

Trotz seiner Erlebnisse hofft Künti darauf, eines Tages wieder nach Ägypten zurückkehren zu können, aber nicht gleich diesen Sommer. Am Abend ist in der Gemeinde Wahlendorf BE bereits ein grosses Fest geplant. «Das ganze Umfeld stand uns in dieser schweren Zeit mental zur Seite. Mit ihnen und Rolf wollen wir eine grosse Willkommensparty feiern», sagte Küntis Mutter, nachdem bekannt wurde, dass der Ipsacher endlich ausreisen darf.

Opfer einer Namens-Verwechslung

Künti wollte am 15. April nach Badeferien in Sharm-el-Sheik am Roten Meer zurück in die Schweiz fliegen. Bei der Kontrolle am Flughafen nahmen ihm die Beamten den Reisepass ab. Als Begründung sagten sie, sein Name stehe auf einer schwarzen Liste. Die Ausreise wurde ihm wegen angeblichem Terrorverdacht verweigert. Anscheinend soll es sich laut Künti um eine Namensverwechslung gehandelt haben.

An dieser Theorie wurde jedoch gezweifelt. Gerüchten zufolge soll Rolf Künti nicht wegen einer Namensverwechslung, sondern aufgrund einer gerichtlichen Verfügung betreffend unbezahlter Schulden die Ausreise verwehrt worden sein. Sowohl Rolf Künti als auch seine Familie weisen diese Vorwürfe vehement zurück. Das EDA wollte dazu keine Stellung nehmen.

Um Künti die Rückreise zu ermöglichen, ersuchte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am vergangenen Freitag den ägyptischen Botschafter in Bern dringend, alles zu tun, damit der Schweizer Staatsbürger umgehend in die Schweiz zurückkehren könne.

Am Dienstag informierte Bundesrat Didier Burkhalter die Aussenpolitische Kommission (APK) des Nationalrates über die Situation von Künti in Ägypten. Gemäss Mitteilung hat die APK die vom EDA getroffenen Vorkehrungen «mit Genugtuung» zur Kenntnis genommen und zeigte sich über die Heimreise Küntis erleichtert.

(jam/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dora am 30.04.2013 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nun

    beim nächsten ferien aufenthalt kann er die kosten dann aber selbst übernehmen, falls sie ihn nicht ausreisen lassen wollen.

    einklappen einklappen
  • Roland Lutz am 01.05.2013 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Was war?

    Die stellt sich noch immer - was ist wirklich passiert ??

  • Infil am 01.05.2013 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langsam reizt es negative Dinge 

    Solch eine Wichtigkeit, diese Nachricht. Wir haben besseres zu tun, als sich um diesen unbekannten Mann zu scheren. Gebührt eure Aufmerksamkeit den wirklich Wichtigen Dingen im Leben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • hans mueller am 01.05.2013 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    ich bleibe zu hause

    ob ich je lust habe in ein solches land zu reisen?

  • jowe am 01.05.2013 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kaum zu glauben

    na das ist aber ein tolles Ereignis....darüber muss man natürlich sofort schreiben.....haben die Medien eigentlich nichts schlaueres zu tun?

  • Hans Ueli am 01.05.2013 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abklärung

    2 Wochen haben die ägyptischen Behörden gebraucht um die Entscheidung zu treffen dass der Tourist ausreisen darf. Ich stell mir vor wie lange das es geht um andere Angelegenheiten zu klären, zum Beispiel Unfall, oder Einbruch im Hotel oder was ist wenn man dort medizinisch notfall mässig versorgt werden muss...... Wünsche allen schöne Ferien und viel Glück! Evtl beruhigt Fisch Nemo ein Bisschen!

  • Infil am 01.05.2013 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langsam reizt es negative Dinge 

    Solch eine Wichtigkeit, diese Nachricht. Wir haben besseres zu tun, als sich um diesen unbekannten Mann zu scheren. Gebührt eure Aufmerksamkeit den wirklich Wichtigen Dingen im Leben.

  • Daniel am 01.05.2013 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Warum das Theater um...

    ... einen Lehrer?