Atomdebatte

30. März 2011 18:02; Akt: 30.03.2011 18:09 Print

Berner Regierung erhöht Druck auf BKW

Die Berner Kantonsregierung erhöht den Druck auf die BKW: Sie fordert den Rückzug des Rahmenbewilligungsgesuchs für Mühleberg II «ernsthaft zu prüfen».

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Das teilte der Kanton Bern nach der Regierungssitzung vom Mittwoch mit. Die bernischen Stimmberechtigten hatten sich Mitte Februar in einer Konsultativabstimmung knapp für den Bau eines neuen Atomkraftwerks in Mühleberg ausgesprochen.

Doch nach der Atomkatastrophe von Fukushima hatte der Bund die Sistierung der AKW-Baugesuche verfügt. Die bernische Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer hatte darauf erklärt, das Abstimmungsresultat vom 13. Februar sei «politisch bedeutungslos».

«Neue Strategie gewünscht»

Die bernische Regierung forderte die BKW am Mittwoch weiter auf, die Unternehmensstrategie grundsätzlich zu überprüfen und sich auf den Fall einer raschen Abschaltung des AKW Mühleberg vorzubereiten.

Die BKW ist mehrheitlich in Kantonsbesitz. Der Stromkonzern will am Donnerstag in Bern über allfällige zusätzliche Schutzmassnahmen für Mühleberg informieren und auch bekannt geben, wie man bei der geplanten Überprüfung der Unternehmensstrategie vorgehen will.

Stromversorgung ohne AKW

Die Berner Regierung sieht sich durch Fukushima in ihrer atomkritischen Haltung bestärkt, wie sie schrieb. Weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Bund bald die Abschaltung von Mühleberg verfügen werde, müsse sich die BKW «konkret auf dieses Szenario vorbereiten».

So sei abzuklären, wie sich die Abschaltung auf die Stromversorgung des Kantons und den Unternehmenswert der BKW auswirken würde, fordert die Regierung. Ausserdem seien «mögliche Alternativen zum AKW Mühleberg» zu prüfen.

(sda)