Golden Gate Bridge

01. Juli 2014 13:19; Akt: 01.07.2014 15:09 Print

Berner Suizid-Schutz als Vorbild für San Francisco

von Thomas Kohler - Im Kampf gegen Selbstmörder rüstet San Francisco die Golden Gate Bridge mit Fangnetzen aus. Als Vorlage dazu diente das Anti-Suizid-System der Stadt Bern.

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Bis 2018 sollen Fangnetze montiert werden, um den meist tödlichen Sprung aus 70 Meter Höhe zu verhindern. (Bild: Keystone/AP)

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Das Wahrzeichen von San Francisco ist auch ein Ziel für Selbstmörder: Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1937 stürzten sich über 1500 Menschen von der Golden Gate Bridge in den Tod. Um den Sprung vom insgesamt 227 Meter hohen Monument zu verhindern, entschieden sich die Betreiber der Brücke nun für die Umsetzung der «Berner Variante». Für 76 Millionen Dollar werden entlang der Spazierwege in sieben Meter Tiefe Fangnetze gespannt. Der Generaldirektor der Golden Gate Bridge, Denis Mulligan, nannte in seiner Rede explizit die Netze an der Berner Münsterplattform als Vorbild: «Durch einen Sprung von der Kathedrale im schweizerischen Bern, bei der es ein ähnliches Sicherheitsnetz gibt, ist seit der Installierung auch niemand mehr zu Tode gekommen», zitiert ihn der US-Korrespondent in der «Welt». Dass er dabei den Münsterturm mit der Münsterplattform verwechselte, bleibt Nebensache.

Kein Selbstmord seit 16 Jahren

Wie kommt Mulligan auf die Stadt Bern? Dieter Arnold vom Berner Tiefbauamt liefert gegenüber «dem Bund» eine Erklärung: Bereits 2008 hätte die kalifornische Strassenbaubehörde Caltrans eine Anfrage an die Stadt gerichtet. Sie wollten nebst der Frage, wieso man bei der Münsterplattform Netze und keinen Zaun aufgestellt habe, wissen, wie man mögliche Opfer aus dem Auffangnetz befreie. «Dabei ging es jedoch um die Sicherung der Cold Spring Canyon Bridge bei Santa Barbara und nicht um die Golden Gate Bridge», stellt Arnold klar. Die Informationen seien dann wohl an die Betreiber der Golden Gate Bridge weitergereicht worden.

Die Wirkung der Netze an der Münsterplattform sind unbestritten: In den letzten 16 Jahren hat kein einziger Mensch versucht, sich von der «Pläfe» zu stürzen. Lediglich zwei Hunde und mehrere Velos landeten in den Fangnetzen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karsten am 01.07.2014 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Kurzschluss-Suizide

    Leute, Leute, es geht hier darum, die Suizide abzufangen, welche aus einer Kurzschlussreaktion entstehen!! Das sind genau die, welche eine Brücke sehen und dann sich dafür entscheiden. Man weiss heute, dass ein grossteil von den Kurzschluss-Suiziden nicht entstehen, wenn schon die Möglichkeiten eingedämmt werden. Es geht hier nicht um die, die sich sowieso umbringen wollen und nur immer an das denken, sondern diejenigen, welche grad in dem Moment keinen Ausweg mehr sehen

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  • B. Schmid am 01.07.2014 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Im Kampf gegen Selbstmörder...

    Mörder sind Personen, die einen Mord verübt haben! "Selbstmord sei kein Mord im eigentlichen Sinn und kein Verbrechen". Gerade von der Presse sollten objektive Ausdrücke und nicht altmodische, religiös moralische und dazu noch juristisch inkorrekte Begriffe verwendet werden.

  • kurt am 01.07.2014 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jedem seine sache

    schlussentlich darf jeder über sein leben selber bestimmen. wenn jemand sterben will dann soll und darf er das,iist ja sein leben. ich in ja auch exit mitglied, mag es humaner

Die neusten Leser-Kommentare

  • kurt am 01.07.2014 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jedem seine sache

    schlussentlich darf jeder über sein leben selber bestimmen. wenn jemand sterben will dann soll und darf er das,iist ja sein leben. ich in ja auch exit mitglied, mag es humaner

  • Karsten am 01.07.2014 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Kurzschluss-Suizide

    Leute, Leute, es geht hier darum, die Suizide abzufangen, welche aus einer Kurzschlussreaktion entstehen!! Das sind genau die, welche eine Brücke sehen und dann sich dafür entscheiden. Man weiss heute, dass ein grossteil von den Kurzschluss-Suiziden nicht entstehen, wenn schon die Möglichkeiten eingedämmt werden. Es geht hier nicht um die, die sich sowieso umbringen wollen und nur immer an das denken, sondern diejenigen, welche grad in dem Moment keinen Ausweg mehr sehen

    • Hans am 01.07.2014 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      Na UND? Welche Rolle spielt es

      Ob kurz oder lang? Wer will soll es können!! Niemand hat das Recht mich davor zu schützen, wenn ich keine Lust mehr habe dann habe ich keine Lust, BASTA! Echt es gibt Menschen die scheinen einfach nichts im eigenen Leben zu haben oder warum sonst mischt man sich ständig in Privatangelegenheiten der anderen Menschen ein!? Kuckt dass es euch gut geht und Ihr nichts solches beansprucht und lasst die anderen Menschen das machen was Sie für richtig halten! Ja im Moment oder auf lange Sicht!

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  • naf am 01.07.2014 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer

    nicht vom Turm springen kann, sucht eine andere Möglichkeit. Der öffentliche Schienenverkehr zum Beispiel meldet durchschnittlich alle drei bis vier Tage einen Personenunfall.

  • B. Schmid am 01.07.2014 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Im Kampf gegen Selbstmörder...

    Mörder sind Personen, die einen Mord verübt haben! "Selbstmord sei kein Mord im eigentlichen Sinn und kein Verbrechen". Gerade von der Presse sollten objektive Ausdrücke und nicht altmodische, religiös moralische und dazu noch juristisch inkorrekte Begriffe verwendet werden.

  • Aendu am 01.07.2014 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zug-Personenunfälle

    lieber Personenunfälle (zu 90% Suizide) auf Schienen verhindern !

    • Karl am 01.07.2014 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Grund hinterfragen

      Und wie? Per Glastüren wie bei der Flughafen-Metro?! Wäre schwierig für den Lokführer und das Anhalten würde länger dauern. Ich würde eher hinterfragen was zum Suizid führte. Tod eines geliebten Menschen/Kind, Betreibungen in 5 stelliger Höhe-Privatkonkurs, Jobverlust, Aussteuerung etc. Unser System macht uns kaputt.

    • Nobody am 01.07.2014 20:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Karl

      Selbstmörder wird es immer geben. Sicherlich hat es gesellschaftliche Aspekte, aber auch Psychische. Dewegen ist der Rückhalt in der Gesellschaft und Angebote an gefährtete noch wichtiger als irgendwelche Netze. Aber ganz nach dem motte: das eine tun und das andere nicht lassen. Es gibt nicht DEN Selbstmörder.

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