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17. Oktober 2019 15:20; Akt: 17.10.2019 15:20 Print

Berner Tierpark plant Bärenanlagen im Gantrisch

Der Berner Tierpark Dählhölzli hat grosse Pläne: Nicht nur der Bärenpark soll erweitert werden – auch im Naturpark Gantrisch sollen Aussenanlagen entstehen.

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Gemeinsam mit Stadt und Kanton Bern prüft Berns Tierpark Dählhölzli den Bau einer Bärenanlage im Naturpark Gantrisch. Er möchte so erreichen, dass in Bern wieder Bären gezüchtet werden können und die Jungtiere später nicht weggegeben oder eingeschläfert werden müssen.

Wie die Verantwortlichen am Donnerstag mitteilten, ist die Idee gemeinsam mit der GantrischPlus AG entwickelt worden. Das ist eine Wirtschafts- und Tourismusförderungsorganisation, die das Gantrischgebiet weiterentwickeln will.

Drei Gemeinden im Fokus

Die Idee ist, im Naturpark artgerechte Aussenanlagen mit einer Fläche von rund 50'000 Quadratmetern zu errichten. Das entspricht einer Fläche von etwas über sieben Fussballfeldern. Auf Initiative des Kantons Bern und mit Unterstützung der Stadt Bern ist die Idee seit Anfang Jahr in einem Projektteam konkretisiert worden.

Bis Ende Jahr will sich die Projektgruppe auf einen Standort festlegen und dann einen Antrag an den Kanton Bern für die Realisierung des Projekts im Gantrischgebiet einreichen. Im Vordergrund stehen Standorte in den Gemeinden Riggisberg, Rüeggisberg und Schwarzenburg.

Bärenpark ist zehnjährig

Die Ankündigung erfolgt im Zusammenhang mit dem 10-Jahr-Jubiläum des Berner Bärenparks. Er ist zehn Jahre nach seiner Einweihung mit 1,8 Mio. Besuchern jährlich Touristenmagnet Nummer eins in der Stadt Bern, wie der Tierpark Bern schreibt. Auch diese Anlage soll ausgebaut werden.

Ziel ist es, über insgesamt sieben Anlagen zu verfügen: vier im Bärenpark respektive im Tierpark Dählhölzli in Bern («BärenWald») sowie drei im Gantrischgebiet. Sechs bis sieben Anlagen braucht es laut dem Berner Tierparkdirektor Bernd Schildger, um Bären über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg artgemäss halten und sie den Menschen näher bringen zu können.

Im Bärenpark leben heute drei Bären: Finn, Björk und ihre Tochter Ursina. Die zweite Tochter Berna musste 2013 den Bärenpark verlassen, weil sie sich immer wieder mit der Mutter stritt. Usprünglich sollten beide Jungtiere weggegeben werden, weil die männlichen Bären oft Jungtiere angreifen.

Zwei Jungbären verstorben

In einem ersten Schritt gelang aber eine «Familienzusammenführung» – Vater Finn war nach der Geburt der beiden Töchter isoliert worden.

Auch im Berner BärenWald im Tierpark Dählhölzli bekamen die beiden erwachsenen Bären Misha und Masha Jungtiere, worauf Vater Misha beim Spielen die beiden malträtierte und Masha ihre Mutterrolle vernachlässigte. Ein Jungtier starb nach dem Spiel, eines musste eingeschläfert werden.

Der Tierpark stand nach dem Tod der zwei Jungbären im Jahr 2014 tagelang im Scheinwerferlicht der Medien und musste viel Kritik einstecken. Heute sind sowohl Finn als auch Misha sterilisiert.

Fest und Vortragsreihe

Das Zehn-Jahr-Jubiläum des Bärenparks feiert der Tierpark Dählhölzli, zu dem er gehört, am kommenden Samstag mit einem Fest und einer Vortragsreihe im Casino Bern. Nach einem offiziellen Festakt stehen im Bereich des alten Bärengrabens Essens- und Handwerksstände bereit.

Auch einen Geschicklichkeitsparcours und Konzerte wird es geben. Im Casino Bern spricht unter anderen Reno Sommerhalder, der in Kanada unter Bären lebt, zu «Grenzwerten der Toleranz zwischen Mensch und Bär.»

(sul/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BärenFan am 17.10.2019 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Fragt "VierPfoten" was sinnvoll wäre

    Warum Bären züchten, macht es doch wie das Bärenland Arosa, und gebt Bären aus extrem schlechter Haltung einen schönen Platz...!!!!!

    einklappen einklappen
  • Bär Tig am 17.10.2019 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    24 Mio für drei Bären sind genug!

    Also ich bin der Meinung dass 24 Millionen für den Bärenpark genug sind für die nächsten 50 Jahre. Bären zu züchten auf dem Stadtgebiet finde ich auch irgendwo komisch und dann die Jungen in x Anlagen verteilt im Kanton halten? Wo liegt der Mehrwert für die Tiere und wo für die Gesellschaft?

  • Mama60 am 18.10.2019 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finger weg vom Gantrischgebiet

    Wem Arosa noch nicht genügt um die Bären in freier Wildbahn zu sehen , soll doch nach Alaska auf die Bäreninsel

Die neusten Leser-Kommentare

  • Teddy am 18.10.2019 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bärenzucht?

    Nicht witzig was die Verantwortlichen hier aushecken. Also nichts gegen Bären, aber bitte nicht noch mehr gezüchtete und eingesperrte! Und zum Schluss werden sie wieder geschlachtet und gegessen?? Das hatten wir auch schon hier im schönen Bern.

  • Möller Christopher C. am 18.10.2019 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Für Menschen statt für Bären

    Der Mittelstand ächzt - Berns Steuerniveau ist rekordverdächtig. Und jetzt kommt wieder so ein Millionenprojekt. Über 20 Millionen hat der Bärenpark gekostet - veranschlagt waren damals deren zehn. Baut endlich günstigen Wohnraum für Familien.

  • Mama60 am 18.10.2019 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finger weg vom Gantrischgebiet

    Wem Arosa noch nicht genügt um die Bären in freier Wildbahn zu sehen , soll doch nach Alaska auf die Bäreninsel

  • Urs Bär am 18.10.2019 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Was für ein Schwachsinn ! So etwas dummes habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Nehmt euch ein Beispiel an Arosa,die machen das richtig mit Bären. Was war damals mit Berna ? Sie wurde abgegeben,weil man nicht umgehen konnte,auch die beiden anderen Jungbären im Tierpark wurden vom Bärenvater getötet ! Und es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein,die Bären ihr ganzes Leben zu behalten ! Was habt ihr den vor ? Sowas gibt echt zu Denken . Bitte wendet euch besser an 4Pfoten,wäre für Tier und Mensch besser.

  • dä vor Egg am 18.10.2019 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Will man dass?

    Unter dem deckmantel Natur wird die natur Kaputt gemacht. GantrischPlus will mehr Turisten und Gewerbe in die Region bringen doch für die kosten der erweiterten infrastrucktur dürfen dann die die gemeinden der Kernregion aufkommen, Strassen ,Parkplätze, Müll. Und die Bewohner werden mit Lärm verboten und regulierungen tracktiert. Natürliche ableufe werden gestört und die Berge und Wälder auf Turismus gebürstet.