Neuengasse

04. August 2014 06:15; Akt: 05.08.2014 14:02 Print

Berner kocht gegen Foodwaste

von Mira Weingartner - Feinschmecker-Menüs statt ungesunder Industrie-Food: Jungkoch Mirko Buri hat sein eigenes Take-away eröffnet – eine Kampfansage an den Foodwaste in Berner Haushalten.

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Mirko Buri kocht in seiner Küche in Bern nach der Kochtechnik Sous-Vide.

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Laut Foodwaste.ch werden in der Schweiz ein Drittel aller Lebensmittel nicht konsumiert – sie landen im Müll. Nicht so in der Küche von Koch Mirko Buri in der Neuengasse 36 in Bern. Bei ihm wird etwa ein Rüebli als Zutat für bis zu neun verschiedene Menüs verwendet. Fallen doch noch Reste an, kreiert er daraus Salze, Gewürze und Bouillons. Für den erfahrenen 31-Jährigen sind Verschwendung und Wegwerfen ein absolutes No-Go. «Die hundertprozentige Nutzung der Lebensmittel ist mir sehr wichtig», sagt Buri. Dies berücksichtigt er nun auch in seinem neuen Take-away Mein-Küchenchef.ch mitten in Bern. Mit seiner Alternative zu oft ungesundem Mikrowellen-Food verwöhnt er seit vier Monaten Berner Haushalte mit vorgekochten Feinschmecker-Menüs.

Verschwenderische Haushalte

Auf die Geschäftsidee kam Buri, als er vor eineinhalb Jahren Vater wurde und zu Hause öfters hinter dem Herd stand: «Plötzlich wurde mir bewusst, wie verschwenderisch man in Haushalten mit dem Essen umgeht.» Deshalb entwickelte er ein Konzept, wie er auf eine sparsame und gesunde Art seine junge Familie bekochen kann. So wurde aus dem Alltäglichen immer mehr eine Geschäftsstrategie.


4000 verkaufte Menüs in vier Monaten

Seit der Eröffnung des Geschäfts vor vier Monaten gingen bereits 4000 vorgekochte Menüs über die Ladentheke. Hergestellt werden die Gerichte nach der Kochtechnik Sous-Vide: Die Zutaten werden in einen Plastikbeutel verpackt und anschliessend im Wasserbad gegart. Buris hungrige Kunden müssen die Speisen dann nur noch aufwärmen. Zu ihnen zählen Ärzte, die bis spät in die Nacht arbeiten, WG-Kumpel, denen vor Küchenarbeit graut, und auch der Mittagstisch der Kantonspolizei Bern.

«Meine Kunden sind begeistert; sie haben nach einem langen Arbeitstag innert fünf Minuten ein hochqualitatives Essen, wie man es aus dem Restaurant kennt, auf dem eigenen Küchentisch», sagt Buri. Zur Auswahl stehen etwa Spätzlipfanne mit Gemüse, Poulet süss-sauer aber auch Pfirsich-Lindenblütenkompott als Dessert. Die Speisekarte umfasst bis zu 40 verschiedene Speisen. Ein Menü kostet durchschnittlich 10 Franken.

Buri rät allen, die ab und zu hinter dem Herd stehen: «Schätzt die vielfältige und günstige Nahrung aus der Schweiz.» Und wer zudem gerne seine Kochtechniken erlernen möchte, hat die Möglichkeit, einen seiner Kochkurse zu besuchen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Werner E. am 04.08.2014 06:33 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher...

    ... deutlich sinnvoller als der übliche Fastfood und das Konzept tönt durchdacht. Daher Daumen hoch. Trotzdem steh ich doch lieber selber hinter dem Herd. Es schmeckt einfach frisch immer noch am Besten.

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  • kiki am 04.08.2014 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    super Idee

    Auch ich werfe nicht gerne Lebensmittel weg. Gutes Planen und es funktioniert. Ich kaufe was ich auch wirklich brauche. Was mich aber immer enorm stört sind die vollen Regale in den Läden am Samstag um 16.00 Uhr. Wo gehen die ganzen Lebensmittel hin? Ich bin mir sicher, dass sehr viel davon irgenwo landet, jedoch nicht als Nahrungsmittel.

  • Wurzel am 04.08.2014 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Geschäftsidee

    Sicher besser und auch nicht unbedingt teurer als der Frass von McD, von dem man nie satt wird!

Die neusten Leser-Kommentare

  • kiki am 04.08.2014 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    super Idee

    Auch ich werfe nicht gerne Lebensmittel weg. Gutes Planen und es funktioniert. Ich kaufe was ich auch wirklich brauche. Was mich aber immer enorm stört sind die vollen Regale in den Läden am Samstag um 16.00 Uhr. Wo gehen die ganzen Lebensmittel hin? Ich bin mir sicher, dass sehr viel davon irgenwo landet, jedoch nicht als Nahrungsmittel.

  • Wurzel am 04.08.2014 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Geschäftsidee

    Sicher besser und auch nicht unbedingt teurer als der Frass von McD, von dem man nie satt wird!

  • Werner E. am 04.08.2014 06:33 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher...

    ... deutlich sinnvoller als der übliche Fastfood und das Konzept tönt durchdacht. Daher Daumen hoch. Trotzdem steh ich doch lieber selber hinter dem Herd. Es schmeckt einfach frisch immer noch am Besten.

    • Ko.ch am 04.08.2014 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das ist frisch...

      ... frischer geht kaum. Aber man schreibt hier von verschwenderisch und dass er dagegen was unternehmen will, doch was hat dies mit Slow-Food zu tun? Das man eine Karotte vielfältig nutzen kann dürfte doch wohl bekannt sein. Wie also kocht er ohne Abfall und wie garantiert er das die Kunden nichts wegwerfen?

    • Nelly Brand am 04.08.2014 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Menus

      Ein grosses Bravo fuer diesen jungen Kuechenchef

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