1000 Personen

22. November 2017 21:57; Akt: 22.11.2017 22:15 Print

Berner protestieren gegen «sozialen Kahlschlag»

Lautstarker Protest in der Berner Altstadt: Eintausend Menschen wollen vor der Grossratsdebatte über das Entlastungspaket 2018 ein Zeichen setzen.

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Schätzungsweise 1000 Personen haben am Mittwochabend in Bern an einer Kundgebung gegen die Sparpläne der Berner Regierung teilgenommen. Die Organisatoren wollten mit der Demo ein Zeichen setzen vor der Grossratsdebatte über das sogenannte Entlastungspaket 2018.

Die Demonstrierenden stören sich daran, dass dieses Paket auch die von der Regierung geplante Senkung der Firmen-Gewinnsteuern im Kanton ermöglichen soll. Das gehe auf Kosten von Gesundheitswesen, Bildung und Leistungen im Behindertenbereich, stand auf Flugblättern, die Demonstranten verteilten.

Weil die Spardebatte des Grossen Rats bevorsteht, führte der Marsch der Demonstrierenden vom Waisenhausplatz zum Rathaus. Dort ging gerade eine Abendsitzung des bernischen Grossen Rats zu Ende. Als Grossratsmitglieder das Rathaus verliessen, wurden sie mit viel Lärm aus Trillerpfeifen und teilweise mit Buh-Rufen empfangen. Die Polizei sicherte mit Absperrgittern und mit einem Kordon das Gebäude.

Friedliche Demonstration

Organisiert wurde die Kundgebung nach Angaben der Organisatoren von einigen Einzelpersonen, welche von den geplanten Kürzungen des Kantons Bern betroffen sind. Sie hatten sich im «Kollektiv Sozialen Kahlschlag stoppen» zusammengeschlossen.

Gut zwanzig Organisationen und Parteien unterstützen das Kollektiv gemäss dessen Angaben. Zu ihnen gehören etwa der Verband der Sozialarbeiter AvenirSocial Bern, die Grünen Kanton Bern, die SP Stadt Bern und das Komitee der Arbeitslosen und Armutsbetroffenen Bern.

Die Kundgebung verlief friedlich, soweit das von einem einzelnen Beobachter beurteilt werden kann. Die Stadt Bern hatte die Kundgebung bewilligt. Sie machte aber Einschränkungen bei der Umzugsroute.

Es geht um 185 Millionen Franken

Das Entlastungspaket 2018 sieht 155 Massnahmen im Umfang von kurzfristig 88 und langfristig 185 Millionen Franken vor. Die Berner Regierung verfolgt mit dem Entlastungspaket zwei Ziele: Sie will den Kantonshaushalt nachhaltig entlasten, aber eben auch die geplante Senkung der Firmen-Gewinnsteuern ermöglichen.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat Scheidegger am 22.11.2017 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Steuergeschenke an Milliardäre

    Ausgerechnet der grösste Nehmerkanton bereitet Steuergeschenke an Unternehmer-Milliardäre vor und lässt diese von den Minderbemittelten und dem Mittelstand bezahlen. Hört endlich auf mit der Umverteilung von unten nach oben!

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  • Der unbequeme Schreiber am 22.11.2017 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fang mal am richtigen Ort an

    Sparen können sie von mir aus bei dem ständigen, völlig sinnlosen renovieren von kantonsstrassen oder neue Kreisel bauen wo keine nötig sind.

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  • Armin am 22.11.2017 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Streicht mehr

    1.3 Milliarden Finanzausgleich, Wachstum nur noch in der Sozialindustrie. Es gibt noch vieles das gestrichen werden kann. Bern ist für mich die grösste Schande der Schweiz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vera****hter Bürger am 23.11.2017 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    NoBundeshaus!

    Die geschützte Behindertenwerkstatt Bundeshaus gleicht auffällig der SRG. Das ist sicher kein Zufall. Die nächste Initiative wäre dann NoBundeshaus. Würde ich sofort unterschreiben. Kostten: 100% Nutzen: 0.01%. Das sagt eigentlich alles.

  • Medien Radar am 23.11.2017 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Erste Stichproben lassen hoffen.

    Ist die Schweiz politisch und gesellschaftlich gerüstet, gemeinsam, anstehende Herausforderungen zu bewältigen? Die Diskussion ist schon jetzt komplex, wenn man sich ihr stellt. So-stehen-die-Deutschen-zum-bedingungslosen-Grundeinkommen

  • Peter am 23.11.2017 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blutsauger

    Der Kanton Bern ist der grösste Blutsauger der schaut noch im Leichenhemd ob nicht noch Geld versteckt ist der Mittelstand wird immer Ärmer und die andern die schon nichts mehr haben überhaupt nichts mehr und darum Kanton Bern ist der grösste Dieb für das normale Volk.

    • Normalo am 23.11.2017 19:18 Report Diesen Beitrag melden

      Mittelstand ade

      Dafür die Bereicherer werden reicher und die Reichen...

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  • Mark am 23.11.2017 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Normalo

    Bravo! Nur Mut. Immer und immer wieder!

  • Trollgeflüster am 23.11.2017 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja...

    Hauptsache die Kohäsionsmilliarde wird überwiesen...