Defibrillatoren und Helfer

29. Januar 2015 18:32; Akt: 29.01.2015 18:32 Print

Berner sollen lernen, mehr Leben zu retten

von Albina Muhtari - Bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Nun setzt das Inselspital auf mehr Defibrillatoren an öffentlichen Orten und bilden Laien als Helfer aus.

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Wollen mehr Leben retten: Das Inselspital und die Schweizerische Herzstiftung sorgen für mehr Defibrillatoren. (Bild: Keystone/Digitalbe)

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Herz- und Kreislaufkrankheiten sind die häufigste Todesursache in der Schweiz. Jährlich sterben rund 21'000 Personen daran, davon rund 8000 an Herzinfarkten. Nun hat das Inselspital gemeinsam mit der Schweizerischen Herzstiftung das Projekt Bern Heart ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, mehr Menschenleben zu retten.

«Bei einem Herzinfarkt oder Herzstillstand bleibt den Rettern nur sehr wenig Zeit», sagt Thomas Mössinger, Manager des Departements Herz und Gefässe an der Insel. «Jede Minute zählt. Mit unserem Konzept wollen wir einerseits an gut frequentierten Stellen in der Stadt Bern Defibrillatoren anbringen, andererseits sogenannte First Responder ausbilden.»

«Defis» an drei Standorten

Die ersten Defibrillatoren werden beim Loeb, beim Hotel Schweizerhof und bei der städtischen Finanzdirektion angebracht. An all diesen Standorten werde Personal geschult, das mit den lebensrettenden Geräten umgehen könne, betont Mössinger. Dieses Netzwerk soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. «Wir werden den Einsatz bestehender Defibrillatoren in der Stadtverwaltung analysieren und dann über weitere geeignete Standorte entscheiden», so Mössinger.

Benutzt werden können die Geräte grundsätzlich von jedermann. Allerdings hätten viele Leute Angst, überhaupt etwas zu tun. Das Inselspital will deshalb gezielt Laien zu Lebensrettern ausbilden. Wer sich für eine Tätigkeit als First Responder interessiert, muss im Vorfeld einen Kurs absolvieren. «Es handelt sich um eine Schulung, die mit einem Fähigkeitsausweis abgeschlossen wird. Die entsprechenden Personen können dann in einer Notfallsituation von den Rettungskräften alarmiert und zur entsprechenden Stelle gelotst werden.»

Schneller als die Sanität

Helfer könnten dank moderner Technik sogar vor den Sanitätern bei den Betroffenen vor Ort sein: «Bis die Sanitäter eintreffen, kann es je nach topographischer Lage manchmal bis zu einer Viertelstunde dauern. Diese Zeit ist in einem Notfall sehr wertvoll. Wenn man Helfer mithilfe eines Smartphones zum Opfer lotsen kann, ist die Chance grösser, damit Leben zu retten», erklärt Mössinger. Zudem hätte der Einsatz von First Respondern im Emmental deutliche Erfolge gezeigt: «Während zuvor rund fünf Prozent der Reanimationen erfolgreich verliefen, stieg diese Zahl seit dem Einsatz der Helfer auf über 20 Prozent.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sandy am 29.01.2015 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flächendeckend

    Leben retten können gehört in die Grundausbildung und somit bereits in die Schule. Nur so erreichen wir eine flächendeckende Ausbildung.

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  • Susan am 29.01.2015 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    flächendeckendes kursangebot

    ich selbst bin rea-instructorin und darf behaupten dass die wenigsten laien genug übung haben um im ernstfall reagieren zu können! das schulungsangebot ist zu dünn und meiner meinung nach sollte es obligatorisch sein in regelmässigen abständen schulungen zu besuchen! was bringts wenn man mit 18 für d. fahrausweis einen kurs besucht und nach 15 jahren in eine solche situation kommt?

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  • First Responder am 29.01.2015 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnvoll

    Im Kanton Bern gibt es schon länger First Responder... Fragt mal beim RSE Burgdorf nach. Ist eine gute Sache!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Irène am 30.01.2015 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kostenpunkt Defi

    Kostenpunkt f. einen Defi ?! Mein Mann u. ich sind viel im Ausland mit dem Reisemobil unterwegs ! Es wäre sehr sinnvoll man könnte einen Kurs besuchen u. ihn im Notfall anwenden, nicht nur in der Schweiz !!! Europa !!! Wir könnten uns vorstellen einen Defi im Reisemobil zu haben, um zu helfen in einem Notfall !

  • Gruss ans AULA am 30.01.2015 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    AED in öffentlichen räumen

    Ich fände es eine gute sache ich habe in einem Ferienlager sehr viel über die Nothilfe gelernt und bin in einem Sanitätsverron ich weis wie Reanimieren. Es ist wichtig das es in öffentlichen Räumen AED's gibt den eine Herzdruckmassage holt niemand zurück sie macht nur stirbt um jemand wiederzubeleben braucht es einen Defi. Ich würde es begrüssen wenn man zum beispiel ab der 7.ten Klasse den Mensvhen beibringt wie sie wann helfen können (Selbstschutz, Alarmieren, usw.). Ich fände es sinnvoll.

  • Chalry1225 am 30.01.2015 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    ist bloss ein Witz

    Das bringt nun wirklich nichts, bis man das Ding findet ist die Sanität längst vor Ort, hoffe jedenfalls, sofern sie bei unseren schlecht gebauten Strassen nicht stecken bleiben und der Weg wird mit der Zentralisierungen auch nicht kürzer

    • namenloser am 30.01.2015 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schlecht gebaute Strassen...

      Du warst wohl noch nie im Ausland. Und ich mein damit nicht Nord- oder Mitteleuropa. Zu dem Auffinden dieser Defis: Sie sind oft dort wo auch Feuerlöscher zu finden sind. Und im Normalfall an einer etwas zentralen Stelle. Im Kaufhaus bspw. in dem grossen "Raum" der alle Läden verbindet.

    • P. P. am 30.01.2015 15:05 Report Diesen Beitrag melden

      Sinnvoll

      Bis die Rettungssanitäter vor Ort sind dauert es oft länger als 10 Minuten. Das ist zu lange. Deshalb ist es wichtig das schon vorher mit der Reanimation, den Lebensrettenden Sofortmassnahmen begonnen wird. Deshalb ist es wichtig, dass auch Laien/Ersthelfer das können. Wenn gerade du an einem schlecht zugänglichen Ort lebst, wäre ein öffentlich zugänglicher Automatischer Defibrillator und ein First Responder-Team eine sinnvolle Option.

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  • Pia am 30.01.2015 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pietätlos

    Und woran sollen die Menschen in Zukunft sterben? Am Medikamentencocktail im Spital, damit alle noch was daran verdienen? Nein danke!

    • isabel am 30.01.2015 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht nur Alte...

      Nun villeicht ist die Ehefrau des 40-jährigen Familienvaters dankbar, wenn dieser mit Hilfe eines Defis reanimiert werden kann..?

    • lilimaus am 30.01.2015 09:22 Report Diesen Beitrag melden

      Kommentar Pietätlos

      @Pia: und was schlagen Sie vor? Einfach daneben stehen und zuschauen wie Jemand stirbt? Übrigens gibt es auch Junge Menschen die Herzkreislaufstillstand erleiden aber mit einer erfolgreichen Ersthilfe sich wieder erholen und noch Jahre/Jahrzehnte ihres Lebens geniessen können. Was wenn es Jemanden trifft der Ihnen nahe steht?

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  • Fa-bienchen am 30.01.2015 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!

    Ich als Feuerwehrfrau und im Sanitätszug finde das eine sehr gute Idee! Es dürften auch ruhig mehr AEDs in der Öffentlichkeit angeboten werden. In Tokyo sah ich in jeder U-Bahn Station unzählige AED-Stationen. Bei einem Herzkreislaufstillstand zählt jede Sekunde. Selbst wenn kein Schock ausgelöst werden muss, geben AED Anweisungen wie man weiterverfahren soll. Auch das kann für einen Laien sehr hilfreich sein!