Geduld gefragt

10. Juli 2012 11:28; Akt: 10.07.2012 11:45 Print

Berner stehen zwei Tage pro Jahr im Stau

Eine gute und eine schlechte Nachricht für Autofahrer im Raum Bern: Zwar stehen sie weniger lang im Stau als anderswo in Europa. Dennoch verlieren sie jährlich 46 Stunden in der Blechlawine.

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Fast zwei ganze Tage pro Jahr heisst es für die Berner Autofahrer warten, warten und nochmals warten. Vor allem in den Abendstunden klemmts auf den Berner Strassen. In der Rushhour dauert eine Fahrt rund einen Drittel länger als zu staufreien Tageszeiten. Am Morgen nimmt dieselbe Strecke einen Fünftel mehr Zeit in Anspruch. Dies zeigt ein Index der Navigationsgeräte-Firma TomTom.

Die Auswertung der Daten aus dem gesamten Berner Strassennetz fördert Erstaunliches zutage: Der Heimweg ist demnach nie so mühsam wie am 14. März. Dann staut es auf Berns Strassen gemäss dem Stau-Index von TomTom am meisten. Wer im Verkehrschaos schnell die Geduld verliert, sollte mittwochs seinen Feierabend bei Möglichkeit etwas früher antreten. An diesem Abend harzt es im Berner Strassenverkehr nämlich stärker als an allen anderen Tagen. Auch der Dienstagmorgen ist in der Schweizer Hauptstadt nichts für schwache Nerven. Wesentlich entspannter geht es dafür montags und freitags zu und her.

Warschau ist Spitzenreiter

TomTom hat die Daten von insgesamt 31 Grossstädten ausgewertet. Dabei kommt Bern im internationalen Vergleich noch gut weg: In Europas Stauhauptstadt Warschau geht im Feierabend-Verkehr oft gar nichts mehr. Von einer Stunde stehen die Fahrzeuge dort 52 Minuten still. Bei einem halbstündigen Arbeitsweg sitzen die Warschauer deshalb jährlich sage und schreibe 4 Tage und 10 Stunden im Stau. Ein Albtraum für jeden Autofahrer sind stautechnisch auch Marseille und Rom, diese beiden Städte folgen auf den Rängen zwei und drei der Auswertung.

TomTom hat sich in seiner Analyse auf Hauptstädte und Städte mit mehr als 800 000 Einwohnern beschränkt. Neben Bern wurden deshalb keine weiteren Schweizer Städte ausgewertet. Vielleicht ist es für die Zürcher aber gar nicht so schlecht, nicht zu wissen, wie viele Tage ihrer Freizeit jährlich von der Blechlawine verschlungen werden. Besser als die Bilanz der Hauptstädter dürfte jene der Zürcher nämlich kaum ausfallen.

(jbu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meine Meinung am 10.07.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Stau

    Der Kluge fährt im Zuge.

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  • Kilometer am 10.07.2012 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Und trotzdem...

    ...sitzt in 80% der Göpel nur eine Person. Je länger je mehr glaube ich, dass Autofahrer den Stau brauchen um glücklich zu werden. Ich habe mein GA und bin auch damit glücklich.

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  • Loris Gümligen am 10.07.2012 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Besser im Stau, als ...

    Lieber komfortabel mit dem Auto im Stau, als wie ein Säuli zusammengepfercht in der SBB, das zur Schlachtbank gefahren wird und das erst noch zu unverschämten Preisen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mark am 12.07.2012 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    CH-Stau soweit das Auge reicht

    Süd - West - Nord - Ost - Schweiz, überall herrscht Chaos - das grösste Problem ist die unkontrollierte Zuwanderung und der Schwarzarbeiter-Markt.

  • Ricco am 12.07.2012 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Kanton-ZH hat Stau-Probleme

    BE darf in Sachen Strassenbau nicht bevorzugt werden.

  • Staumelder am 12.07.2012 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Züri Westler

    Ist das, weil sie Berner sind und von Haus aus langsamer? Bzw. wieviele Berner Staustunden sind das umgerechnet in Zürcher Staustunden?

  • Rohrer Martin am 11.07.2012 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Stau wird grösser

    Da wir noch mehr die wenigen grünen Flächen zubetonieren wird der Stau zunehmen. Weitere Arbeitswege durch Betonwüsten! Wie währs mit in höhe bauen???? Arbeit und wohnen am gleichen ort?

  • Commander am 10.07.2012 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Zürcher

    Womit wieder mal bewiesen ist, dass Zürich keine Hauptstadt ist. Denke mal das ein Zürcher viel länger im Stau steht, da die schlechte Luft in Zürich darauf hindeutet. Zum Glück wohnen die meisten Schweizer nicht im Dorf Zürich!