Pünktlichkeits-Vergleich

11. August 2019 12:54; Akt: 11.08.2019 13:19 Print

Berner Regiozüge sind die grössten Schleicher

Ein Vergleich zwischen den Regionalbahnen und der SBB zeigt grosse Unterschiede. Besonders schlecht weg kommen die Berner BLS und die Walliser Region Alps.

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An Durchsagen über Verspätungen haben sich Zugreisende längst gewohnt. Eine Auswertung der «SonntagsZeitung» zeigt nun, dass es zwischen den Regionalbahnen und der SBB grosse Pünktlichkeits-Unterschiede gibt.

Schlecht schneidet dabei das Berner Verkehrsunternehmen BLS ab. Deren Regio- und Regionalexpresszüge sowie die S-Bahn treffen deutlich öfter mit Verspätung ein als bei den anderen Unternehmen. So waren bei den Regio-Zügen in den vergangenen zwei Jahren mehr als ein Fünftel mit drei Minuten oder mehr Verspätung unterwegs.

Fast 25 Prozent der Züge unpünktlich

Auch bei den Walliser Regionalbahn Region Alps ist noch viel Luft nach oben: Dort verkehrten phasenweise fast 25 Prozent der Züge unpünktlich. Gute Pünktlichkeitswerte erzielten dagegen die regionalen Züge der SBB sowie die Südostbahn (SOB).

Die Daten stammen von der Webseite www.puenktlichkeit.ch des IT-Spezialisten und ehemaligen SBB- und BLS-Mitarbeiters Andreas Gutweniger. Als verspätet gilt in der Schweiz ein Zug, wenn dessen fahrplanmässige Ankunftszeit um mehr als drei Minuten überschritten wird.

Züge aus Italien und Infrastrukturarbeiten als Begründungen

Region Alps begründet das schlechte Abschneiden mit verspäteten Zügen aus Italien, von denen man betroffen sei, sowie mit Infrastrukturarbeiten. Auch die BLS verweist auf die Verbindungen zu anderen Bahnen und Busunternehmen, die punktuell grosse Touristengruppen transportieren würden. «Grosse Menschengruppen brauchen länger beim Umsteigen, was zu Verspätungen führen kann», sagt ein Sprecher gegenüber der Zeitung.

Ferner habe Abhängigkeit vom Aaretal und der Lötschbergstrecke, die beide auf dem stark ausgelasteten Schienengüterkorridor zwischen Rotterdam und Genua liegen, einen Einfluss. Internationale Personenzüge hätten dort Priorität gegenüber dem Regionalverkehr, so der Sprecher weiter.

(sul)