Schmerzhafte Begegnung

28. Juli 2019 12:52; Akt: 28.07.2019 12:52 Print

Biber beisst Aareschwimmer spitalreif

Bei seinem abendlichen Bad im Nidau-Büren-Kanal wurde ein Mann von einem Biber attackiert. Fachleute sprechen von einem unglücklichen Zufall.

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Schmerzhafte Begegnung für einen Nachtschwimmer: Als sich der Mann vor wenigen Tagen gegen 22.30 Uhr im Nidau-Büren-Kanal treiben liess, wurde er plötzlich von etwas in den Rücken gebissen. Wie sich herausstellte, handelte es sich beim Aggressor um einen Biber, der ihm seine Schneidezähne einen Zentimeter tief in die Haut bohrte, wie das «Bieler Tagblatt» (Bezahlartikel) berichtet. Der Mann begab sich daraufhin blutend ins Spital, wo ihm eine Tetanusspritze und Antibiotika wegen der Infektionsgefahr verabreicht wurden.

Wildhüter Daniel Trachsel hat in seiner Karriere noch keinen vergleichbaren Fall erlebt. Seit Jahren gebe es in der alten Zihl und im Nidau-Büren-Kanal Biber. «Dass ein Mensch von einem Biber gebissen worden ist, ist jedoch im ganzen Kanton Bern noch nie vorgekommen», sagt Trachsel. Den einzigen Fall schweizweit gabs 2017 in Schaffhausen: Dort hat ein Biber am gleichen Abend einen neunjährigen Bub und eine erwachsene Frau attackiert.

«Kein Grund, Angst zu haben»

Ein Biber verteidigt sein Revier gegen andere Tiere. Entweder, so Trachsel, er nahm den Schwimmer nicht als Menschen wahr, weil sich dieser nicht gross bewegte. Eine kleine Bewegung habe den Nager womöglich derart erschreckt, dass er zuschnappte. Oder aber es waren Junge im Spiel, die von den Bibereltern sofort verteidigt würden, wenn man ihnen zu nahe komme. «Auf jeden Fall handelt es sich hierbei um einen unglücklichen Zufall. Es gibt keine Hinweise dafür, dass es sich um ein aggressives Tier handelt», sagt Trachsel.

Christoph Angst, Leiter der schweizerischen Biberfachstelle, stimmt zu: «Ein Wildtier greift grundsätzlich nur dann an, wenn es sich in die Enge getrieben fühlt.» Weiter empfiehlt er, im Dunkeln lieber zu schwimmen, anstatt sich nur treiben zu lassen. Auch könne man zu Bibern sprechen, wenn man ihnen im Wasser begegne, denn sie würden extrem gut hören. Auf das Schwimmen verzichten müsse man keineswegs: «Es gibt keinen Grund, Angst zu haben.»

(sul)