Realsatire

25. Februar 2011 07:38; Akt: 25.02.2011 10:56 Print

Biels Kampf gegen die Grossbanken

Die Stadt Biel setzt ein Signal gegen die Schweizer Grossbanken: Das Parlament will die Beziehungen mit der UBS und CS auf Eis legen. Die Ethik dürfe nicht zu kurz kommen, heisst es.

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Die Stadt Biel will ein Zeichen gegen die Schweizer Grossbanken setzen. (Bild: Keystone)

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Das Bieler Stadtparlament hat den Bieler Gemeinderat aufgefordert, kündbare Geschäftsbeziehungen mit UBS und Credit Suisse bis auf Weiteres einzustellen. Der Entscheid fiel am späten Donnerstagabend mit einer Mehrheit von einer einzigen Stimme.

Der Gemeinderat hatte empfohlen, das Postulat der SP-Fraktion «Keine Geschäfte mit verantwortungslosen Banken» für nicht erheblich zu erklären. Die Auswahl der Banken, die aufgrund ihrer Grösse und Möglichkeiten als Partner der Stadt Biel in Frage kämen, sei begrenzt. Auch böten die beiden Grossbanken bessere Zinskonditionen.

Ethik über Wirtschaftlichkeit stellen

Das wirtschaftliche Interesse dürfe nicht das Einzige sein, was zählt, meinte die Sprecherin der SP. Immense Lohnunterschiede und unverhältnismässige Boni sowie die Beteiligung der UBS an Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern seien Grund genug dafür, dass wenigstens die Stadt Biel einen Schlussstrich ziehe.

Der Abbruch der Geschäftsbeziehungen bis zum Bekenntnis der Grossbanken zu einer bedingungslosen Weissgeldstrategie wurde auch von der Fraktion der Grünen unterstützt. Deren Sprecherin sah darin «ein Signal für Wirtschaften mit mehr Ethik». Dies im Bewusstsein, dass die Stadt Biel allein keinen grossen Druck ausüben könne.

Die anderen Fraktionen verzichteten auf eine Wortmeldung. Einige Grünliberale, die mit der SP und den Grünen stimmten, spielten das Zünglein an der Waage.

Annahme hat keine Auswirkung

Stadtpräsident und Finanzdirektor Erich Fehr (SP) hatte schon vorher angekündigt, eine Annahme des Postulats werde nichts bewirken. Denn mehr als die Prüfung des Anliegens könne in Postulatsform nicht verlangt werden. Und die habe der Gemeinderat bereits vorgenommen.

Fehr betonte, ihm persönlich sei ethisches Geschäftsgebaren ebenfalls ein Anliegen. Aber die Stadt Biel habe gar nicht die Möglichkeit, mit diesen Banken nicht mehr zusammenzuarbeiten. Treffen würde die Massnahme übrigens nur lokale Angestellte, da in den Bieler Filialen Arbeitsplätze verloren gingen.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 25.02.2011 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Mutiges Stadtparlament

    Ein mutiges Stadtparlament, dass die Zusammenarbeit mit diesen Abzockern kündigen will. UBS und CS sind Gift und Galle für die Wirtschaft. Entledigen wir uns also von den Grossbanken in der Schweiz.

  • Bruno am 25.02.2011 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    Banken-Maffia!

    Ich finde es erschreckend wie Gaddafi sein Volk geplündert hat. Noch schlimmer ist, dass dieses Schmutzgeld weltweit von allen Banken zu hohen Bankzinsen an ihren Kunden verfüttern und somit die meisten Kreditnehmer irgendwann die Schulden nicht mehr Tilgen können (Konkurs).

  • A.H am 27.02.2011 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme

    Biel hat nun wirklich andere Probleme als die zwei Banken, um welche sich das liebe Parlament endlich mal kümmern sollte. Es reicht da schon wenn man einmal abends auf die Strasse geht um fest zu stellen das Biel unsicherer ist als die Zürcher Langstrasse. Fehr, welcher behauptet scheint keine typisch SP die Augen zu verschliessen, sogar die Grünen haben dieses Problem bemerkt! Biel sollte das Geld besser mal richtig investieren(SLGB, Mühlebrücke) und sich später um die Banken kümmern

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 01.03.2011 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Oh Biel, du glückliche Stadt...

    Das ultrarote Biel kann sich ja den weiteren Verlust von Arbeitsplätzen leisten. Die Stadt blüht und spriesst ja nur so. Probleme hat sie ja keine, sonst nähme man sich nicht solcher Sachen an.

  • Bernhard Hochuli ZSFG am 27.02.2011 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Abzocker

    Endlich wird etwas unternommen. Wir müssen in der Schweiz die regionalen Geschäfter unterstützen. Die grossen Banken CS UBS oder auch Migros und Coop Läden sowie Banken, zocken uns ab mit mieser Qualität (Verkaufen in der Saison ausländische Produkte). Wir sollten uns auf das Kleine zurückbesinnen, welches zu unserem Land passt

    • Berner Bär am 01.03.2011 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      Immer die Abzocker

      @Meister Hochuli: Es liegt an Ihnen als Kunde, dass sie das saisonale Gemüse aus der Schweiz kaufen und nicht das ausländische Produkt, auch wenn dieses günstiger sein sollte. Wenn sie dann doch das günstigere hergekarrte ausländische Produkt kaufen, dürfen sie sich nicht aufregen!

    einklappen einklappen
  • A.H am 27.02.2011 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme

    Biel hat nun wirklich andere Probleme als die zwei Banken, um welche sich das liebe Parlament endlich mal kümmern sollte. Es reicht da schon wenn man einmal abends auf die Strasse geht um fest zu stellen das Biel unsicherer ist als die Zürcher Langstrasse. Fehr, welcher behauptet scheint keine typisch SP die Augen zu verschliessen, sogar die Grünen haben dieses Problem bemerkt! Biel sollte das Geld besser mal richtig investieren(SLGB, Mühlebrücke) und sich später um die Banken kümmern

  • Bruno am 25.02.2011 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    Banken-Maffia!

    Ich finde es erschreckend wie Gaddafi sein Volk geplündert hat. Noch schlimmer ist, dass dieses Schmutzgeld weltweit von allen Banken zu hohen Bankzinsen an ihren Kunden verfüttern und somit die meisten Kreditnehmer irgendwann die Schulden nicht mehr Tilgen können (Konkurs).

  • Daniel am 25.02.2011 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist eine Wohltat

    Das ist eine Wohltat schon nur davon zu hören, dass man über solche Themen diskutieren kann. Habe schon seit Jahren kein Konto mehr bei den entsprechenden Banken. Es gibt gute Alternativen. Garatulation an Biel.