Evilard BE

25. Februar 2016 05:49; Akt: 25.02.2016 14:36 Print

Bitte recht freundlich, Herr Einbrecher!

von Nora Camenisch - M.R. installierte zu Testzwecken für seine Firma in seiner Wohnung eine neue Kamera. Am Dienstagabend ging ihm prompt ein Einbrecher ins Netz.

Der Einbrecher wurde bei seiner Tat gefilmt.
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Am Dienstagabend um 20.02 Uhr ging bei M.R.* auf dem Handy eine ganz besondere Nachricht ein: Die Überwachungskamera in seiner Wohnung meldete ihm, dass sich eine Person in seiner Wohnung befinde. «Die Kamera hat eine Gesichtserkennung. Das System erkannte die Person nicht wieder, es handelte sich um einen Einbrecher», sagt R. Auch das dazugehörige Video liefert das System sogleich mit. «Ich bin erschrocken und habe mich gefragt, wie ich am schnellsten zur Wohnung komme.» Sofort rief R. die Polizei.

Wertsachen für 20'000 Franken weg

«Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort und haben das Haus umstellt. Leider war der Einbrecher aber schon weg», so R. Verschwunden ist der Mann aber nicht mit leeren Händen. «Er hat Wertsachen im Wert von etwa 20'000 Franken gestohlen.» Darunter seine Uhren und Euro in bar. Dazu kommt der Sachschaden.

Es ist nicht der erste Einbruch in R.s Wohnung: Bereits 2014 war jemand bei ihm eingestiegen. Deshalb hatten die Fenster auch eine Einbruchsicherung. Diese hat der Dieb aber geknackt. Auch die Doppelverglasungstüre des Balkons hielt den Verbrecher nicht auf.

Die Kamera hat R. aber nicht wegen des letzten Einbruchs, sondern zu Testzwecken installiert. «Es handelt sich um ein handelsübliches Produkt, das ich für meine Firma gestestet habe.» Für R. ist klar, dass er seine Wohnung nun auch weiterhin überwachen will.

Kamera für Polizei hilfreich

Die Kantonspolizei Bern bestätigt den Einsatz in Evilard. Der Täter konnte bislang noch nicht gefasst werden – dabei könnten die Videoaufnahmen aus R.s Wohnung aber helfen: «Im Falle eines Einbruchs ist grundsätzlich jeder Hinweis auf die Täterschaft von Bedeutung – dazu können unter anderem auch Bilder von Sicherheitskameras gehören. Allerdings können solche Kameras allein nicht vor Einbrüchen schützen», sagt Kapo-Sprecher Dominik Jäggi. Wo Sicherheitskameras sinnvoll und unter Berücksichtigung der rechtlichen Bestimmungen eingesetzt werden könnten, klärt man gemäss Jäggi am besten mit der Abteilung Sicherheitsberatung der Kapo ab.

Allgemein stellt die Kantonspolizei Bern immer wieder fest, dass auch Privatpersonen ihre Räume videoüberwachen. «Dies ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass im Rahmen des technischen Fortschritts Sicherheitsgeräte und Applikationen für jedermann erschwinglich und zugänglich sind», so Jäggi.

Immer mehr Kameras

Den Trend zu mehr Überwachung in Privathaushalten stellt auch Interdiscount, einer der Anbieter für entsprechendes Equipment, fest: «Im Vergleich zum Vorjahr beobachten wir im SmartHome-Bereich generell ein starkes Wachstum. Dazu gehören natürlich auch intelligente Kameras, die sich benutzerfreundlich über Webapplikationen steuern lassen», bestätigt Mediensprecherin Nadine Käser. Die Installation sei simpel: «Die mitgelieferten Anleitungen sind kurz und möglichst verständlich gehalten. So kann man in den meisten Fällen einfach den Schritten auf dem Smartphone-App folgen und dabei die Kamera mit dem Heimnetz synchronisieren.»

*Name der Redaktion bekannt