Statue gesucht

02. November 2014 17:57; Akt: 02.11.2014 17:58 Print

Bolivien weiss nichts von Ekekos Rückkehr

Offiziell soll die Ekeko-Figur in Bolivien bereits einer «breiten Öffentlichkeit zugänglich sein». Davon weiss man beim bolivianischen Nationalmuseums jedoch nichts.

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Sollte eigentlich wieder in Bolivien sein: Die Steinfigur Ekeko. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Die Diskussion um die Rückgabe der bolivianischen Steinfigur Ekeko schien beendet: Am Donnerstag schriebt das Bernische Historische Museum in einer Mitteilung, dass Ekeko nach Bolivien zurückgekehrt und dort dem bolivianischen Nationalmuseum für Archäologie übergeben worden sei. Dort sei die Steinfigur «ab sofort einer breiten Öffentlichkeit zugänglich».

Stimmt nicht, hat nun «Der Bund» herausgefunden. Denn im bolivianischen Nationalmuseum für Archäologie ist kein Päckli mit der Stein-Gottheit angekommen. «Wir wissen zwar, dass die Figur zurückkommen soll, aber wir wissen nicht, wann genau», sagt Museumsdirektor Julio Balliván gegenüber der Zeitung und fügt nach der Übersetzung der Medienmitteilung aus Bern hinzu: «Dann werden wir sicher bald etwas hören.»

Verzögerung der Reise

In Bern ist man verwundert über die Aussagen aus Bolivien. Jakob Messerli, Direktor des Bernischen Historischen Museums, bestätigt, dass die Figur vor über zehn Tagen sein Museum verlassen habe und zurzeit noch unterwegs sei. «Ein Kunsttransport ist allerdings kein normales Päckchen. Es gibt auch keine direkten Cargoflüge zwischen der Schweiz und Bolivien, der Transport erfolgt über mehrere Etappen und das braucht alles seine Zeit. Zudem können die Zoll- und Einfuhrformalitäten beim Transport von Kulturgütern je nach Land aufwändig sein. Diese mussten in diesem Fall beispielsweise zuerst in Bolivien abgeschlossen sein, bevor der Transport die Schweiz verlassen konnte. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Figur spätestens im Verlauf der nächsten Woche in La Paz ankommen wird.»

Die bolivianische Regierung hatte im Mai 2013 das Berner Museum ersucht, die Steinfigur zurückzugeben, welche einen grossen emotionalen Wert für die Bolivianer habe. Bern hatte das Objekt von den Erben des Schweizer Naturforschers Johann Jakob von Tschudi gekauft. Dieser hatte die Figur 1858 im Andenhochland erworben – im Tausch gegen eine Flasche Cognac.

(mub)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H. Manser am 02.11.2014 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Registriert?

    wie kommt es, dass man in der heutigen Zeit nicht weiss, wo das Paket zur Zeit ist? Die Aussage dass es irgendwo und eventuell an einem Zoll liegt, da kann ich nur schmunzeln !

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  • renate am 03.11.2014 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach jeee

    Dieses Ding steht bestimmt schon bei jemandem Zuhause! Der Postbote wusste genau, wann die Statue ankommt, wie verpackt, da hat jemand von hier sehr fein mitgeholfen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • renate am 03.11.2014 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach jeee

    Dieses Ding steht bestimmt schon bei jemandem Zuhause! Der Postbote wusste genau, wann die Statue ankommt, wie verpackt, da hat jemand von hier sehr fein mitgeholfen!

    • maffessanti am 03.11.2014 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wie zum Geier...

      ...sollte ein Postbote "genau" wissen wann das Packet ankommt und wie es aussieht. zudem wurde das Päckli mit Sicherheit eingeschrieben verschickt. man kann nicht jeden Seich dem Pöstler in die Schuhe schiebeb.

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  • H. Manser am 02.11.2014 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Registriert?

    wie kommt es, dass man in der heutigen Zeit nicht weiss, wo das Paket zur Zeit ist? Die Aussage dass es irgendwo und eventuell an einem Zoll liegt, da kann ich nur schmunzeln !

    • Daniel Ziltener am 02.11.2014 23:21 Report Diesen Beitrag melden

      Man weiss es ja.

      Wer lesen kann, ist bei diesem Artikel klar im Vorteil

    • Hufo am 03.11.2014 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Unsicher...

      Ja. Es gibt doch diese Sendungsverfolgungsnummer... Außerdem kann so etwas geklaut werden. Ich verstehe nicht, warum man das nicht einfach dem Botschafter beim nächsten Besuch mitgegeben hat, damit er das dann in Bolivien abliefert. Sicher ist sicher. Es würde mich nicht wundern, wenn es dann heißt, dass es spurlos verschwunden ist. Bin etwas von großem, emotionalen Wert ist, ist doch die Versuchung groß, es zu stehlen.

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