Abstimmung

05. November 2015 06:00; Akt: 05.11.2015 06:00 Print

Boxmatch statt Wohnung im alten Tramdepot?

von Nadine Ellis - Bald entscheidet das Berner Stimmvolk über die Zukunft des alten Tramdepots. Geplant sind 100 Wohnungen, aber die Gegner haben andere Ideen.

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Die Zukunft des alten Tramdepots beim Burgernziel liegt am 15. November in den Händen der Berner Stimmbürger. (Bild: 20 Minuten/aha)

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Lieber spät als nie – das dachte sich Christoph Egli, als er in der vergangenen Woche einen Aufruf auf Facebook startete und seine Webseite Nein-Abbruch.ch aufschaltete, um gegen den Abbruch des alten Tramdepots zu mobilisieren. Denn bereits am 15. November wird das Berner Stimmvolk über die Zukunft des Tramdepots Burgernziel entscheiden. Sollte die Vorlage zur Abgabe im Baurecht angenommen werden, werden auf dem Gelände 100 Wohnungen und Gewerberäume entstehen.

Während sich einige Berner über neuen Wohnraum freuen würden, bevorzugen andere den Erhalt des Tramdepots als Raum für kulturelle und kommerzielle Veranstaltungen.

Boxmatch oder Markthalle?

In sogenannten «Testimonials» äussern sie so in den letzten Tagen online ihre Zukunftsswünsche für das Tramdepot-Gelände. «Wäre doch ein toller Marktplatz oder Markthalle Ersatz!», schreibt etwa ein Berner. Diesen Vorschlag unterstützt Webmaster Egli, der einst das Restaurant Punto bewirtete: «Ich kann mir aber genauso gut vorstellen, dass im Tramdepot Boxmatches oder ähnliche Sportevents stattfinden. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Halle für Film- oder Fernsehproduktionen zu nutzen.»

Auch der ursprüngliche Zweck der Tram-Garage wird nicht aus den Augen verloren: «Als Depot für historische Fahrzeuge ist das Burgernziel eine ideale Location», äussert ein IT-Spezialist in den Testimonials.

Keine zweite Reithalle

Was Egli aber auf keinen Falle will, ist eine zweite Reithalle oder ein pompöses Kulturhaus. «Aber in dem postindustriellen Backsteinbau könnte eine schöne, flexible Plattform im Vintagestil entstehen. Toll wäre auch ein Park, der dem Quartier eine grüne Note verpassen würde», schwärmt Egli.

Obwohl Egli Zuspruch und Ideen von allen Seiten erhält, ist er sich bewusst, dass die Zeit, um Vorlagengegner zu mobilisieren, knapp ist. Befürworter geben sich nämlich siegessicher. So meint Rudolf Rast vom Leist Kirchenfeld-Brunnadern-Elfenau-Leist: «Die Gegenseite ignoriert, was wir vorher alles unternommen haben.» Die im letzten Augenblick aufbäumende Gegenbewegung könne nicht mehr viel bewirken – «die Interessenslage im Stimmvolk ist klar.»

Wohnen im Emmental, leben in der Stadt?

Weiter meint Rast: «Die Leute sollen dort wohnen, wo sie leben und arbeiten. Wenn wir ihnen kein Platz bieten, ziehen sie etwa ins Emmental.» Dies sei ein städtebaulicher Irrsinn und auch eine zusätzliche Belatung für die Landschaft.

Egli hingegen sagt, dass entweder Wohnungen für 100 Familien entstehen oder aber ein Areal, das von 140'000 Einwohnern Berns genutzt werden könnte.

Der definitive Entscheid über die Zukunft des alten Tramdepots fällt am 15. November an der Urne.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bergen am 05.11.2015 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Leider wird es vermutlich Wohnungen geben die nur für die Reichen bezahlbar sind.

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  • Tramdepot am 05.11.2015 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Die Hallen sind einmalig. Gerade Bern als Hauptstadt muss mehr Innovation zeigen und darf das Areal nicht überbauen! Nein zu dieser Vorlage.

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  • Bärnu Bär am 05.11.2015 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tramdepot muss bleiben!

    Das muss und soll das Trammuseum sein! Mit Ausstellungen und kleineren Events, aber keinesfalls für die Reitschulheinis! Nicht alle mögen noch mehr überteuerte Wohnungen und noch mehr unnütze und sowieso leerstehende Büros! Und noch etwas: sie sind nicht per Zufall Architekt Herr Rast?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bartli am 05.11.2015 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schande, wenn nicht

    Sicher wieder im Hochpreis segment. Baut endlich mal anständige Wohnungen für alle. Auch günstige Wohnungen können schön gebaut sein.

  • Artheist am 05.11.2015 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Kunst

    Macht eine Kunsthalle für Street-Art ähnliche Kunstformen, das würde die ganze Stadt aufwerten.

    • Bartli am 05.11.2015 12:42 Report Diesen Beitrag melden

      Es reicht langsam

      Es sollten endlich mal bezahlbare Wohnungen her. Für Künstler wird genug getan.

    • Urs Realist am 05.11.2015 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Artheist

      Kunst kann man nicht essen und es schützt nicht vor dem Wetter.

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  • Jakob Braidt am 05.11.2015 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chance für Bern

    Das wäre eine Attraktion für Bern. Eine Chance. Wohnungen kann man sonstwo bauen.

  • Niki am 05.11.2015 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Markthalle

    Macht eine Markthslle daraus mit guten kleinen Imbiss-Ecken und Verkaufstheken von Einheimischen Produkten etc. so wie in Helsinki

  • Tramdepot am 05.11.2015 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Die Hallen sind einmalig. Gerade Bern als Hauptstadt muss mehr Innovation zeigen und darf das Areal nicht überbauen! Nein zu dieser Vorlage.

    • Tramdepot am 05.11.2015 11:17 Report Diesen Beitrag melden

      " Niki

      Ja, auch das hätte Platz.

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