Einem Inferno entgangen

28. April 2019 13:58; Akt: 28.04.2019 14:52 Print

Brand in der Altstadt – gut, wars kein Elektroauto

In der Berner Altstadt brannte in der Nacht auf Samstag ein Auto lichterloh. Fahrzeugbrände sind in der Regel schnell gelöscht. Bei Elektroautos kann es schwieriger werden.

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In der Nacht auf Samstag gegen 0.40 Uhr musste die Berner Feuerwehr wegen eines Autobrandes in die Brunngasse ausrücken. Ein weisser Maserati Levante stand in Flammen. GLP-Stadtrat Claude Grosjean konnte das Feuer aus seiner Altstadt-Wohnung aus beobachten. «Meine Freundin und ich waren im Wohnzimmer, als wir plötzlich seltsame Geräusche hörten», berichtet er. Als er aus dem Fenster blickte, habe er die meterhohen Flammen gesehen. Die Polizei sei auch bereits vor Ort gewesen.


Der Vorfall ging glimpflich aus: Das Feuer konnte rasch gelöscht, ein Übergreifen auf Häuser oder andere Fahrzeuge damit verhindert werden. Auch verletzt wurde niemand.

Filmen vor Alarmieren

Doch ein Autobrand in der Altstadt kann verheerende Folgen haben. «Aufgrund der engen, verwinkelten Gassen und der zusammengebauten Gebäude, die vielfach hölzerne Dachstühle aufweisen, steht die Feuerwehr immer vor der Herausforderung, einen Brand rasch zu löschen und angrenzende Liegenschaften vor einem Übergriff der Flammen zu schützen», erklärt Thomas Jauch, Sprecher der Feuerwehr Stadt Bern. Das sei auch am Samstag so gewesen: «Das brennende Auto stand direkt vor einem Wohnhaus.»

Umso wichtiger sei es, unverzüglich die Rufnummer 118 zu wählen. Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, klappt nicht immer ohne Verzögerung: «Wir stellen immer wieder fest, dass Menschen bei Notfällen zuerst Filme und Fotos für ihre Social Media Accounts machen, bevor ihnen einfällt, die Rettungskräfte zu alarmieren», sagt Jauch.

Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Autobrände seien im Normalfall rasch gelöscht. Anders verhält es sich bei E-Autos: «Brände von Elektrofahrzeugen können sich wegen der Batterien schwieriger gestalten und die Löscharbeiten können sich über längere Zeit hinziehen – vor allem auch, weil diese Fahrzeuge nachgekühlt werden müssen», erklärt Jauch.

Wie die Kantonspolizei Bern am Samstag mitteilte, kann Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Genaueres konnte sie am Sonntag noch nicht sagen. Unter der Leitung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland hat die Kapo die Ermittlungen aufgenommen. Sie sucht nun Zeugen, die Angaben zum Vorfall machen können.

(sul)