Asylzentrum Giffers FR

14. April 2015 17:56; Akt: 14.04.2015 17:57 Print

Briefe im Namen von Sommaruga verschickt

von Mira Weingartner/Nora Camenisch - Diverse Haushalte in Giffers haben einen vermeintlichen Brief von Bundesrätin Sommaruga erhalten. Inhalt: Auf die Planung der Asylunterkunft werde verzichtet. Der Brief ist jedoch gefälscht.

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Diesen Brief fanden Einwohner von Giffers in ihren Briefkästen. (Bild: Leser-Reporter)

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Sie tragen das Logo des Bundes und sind mit der Unterschrift von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga versehen. Am Dienstagmorgen haben zahlreiche Haushalte in der Gemeinde Giffers vermeintliche Post vom Bund erhalten. Im Brief des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) wird den Empfängern mitgeteilt, «dass die Planung des Bundeslagers für Asylsuchende in Giffers per sofort eingestellt wird.» Das Schreiben sorgt im Ort für Aufregung: «Ich bin nun etwas verwirrt. Ich vermute, dass es sich hier um einen kriminellen Scherz handelt», sagt etwa ein Einwohner von Giffers, der den Brief ebenfalls erhalten hat.

«Der Brief ist eine Fälschung»

Das EJPD stellt auf Anfrage klar: «Der Brief ist eine Fälschung», so Philipp Schwander vom Informationsdienst gegenüber 20 Minuten. «Das EJPD verurteilt aufs Schärfste, dass Unbekannte mit unwahren Aussagen Verunsicherung stiften.» Man behalte sich rechtliche Schritte vor.

Wer steckt also hinter der Aktion? Bei der Interessengemeinschaft Guglera, die sich auf Facebook gegen das Asylzentrum starkmacht, winkt man ab. IG-Mitglied William Aeby: «Die Aktion ist absolut schwachsinnig, wir haben nichts damit zu tun.» Dass nebst der allgemeinen Aufregung nun für noch mehr Chaos gesorgt werde, hält er für völlig verfehlt.

Wer hinter der äusserst sorgfältig gemachten Fälschung steckt, ist derzeit unklar . Obwohl der Absender im Namen des Bundes schreibt, wird im Brief dessen Asylpolitik angeprangert: «Menschen sollen aufgrund ihrer Herkunft nicht diskriminiert werden. Dieser Grundsatz verlangt ein Umdenken und eine Revidierung im Asylwesen.» So soll etwa künftig gelten, dass kein Mensch in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden darf.

Asylzentrum mit 300 Plätzen geplant

Der Bund will ab 2017 in Gifferes ein Asylzentrum mit 300 Plätzen betreiben. Im Rahmen einer Neustrukturierung des Asylbereichs werden in sechs Regionen insgesamt 5000 Plätze geschaffen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schnell am 14.04.2015 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    genug ist genug

    Zitat:......So soll etwa künftig gelten, dass kein Mensch in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden darf. ...... . Ich fühle mich aber schon seit langem ,hier, in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Und ja, ich weiss das es in den Grossstädten anders zu und her geht, aber mir reicht es vollkommen.

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  • DSS.S am 14.04.2015 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Webstamp

    Also manchmal frage ich mich.. Die Briefmarke wurde mit Webstamp erstellt. Dort ist ein Code hinterlegt, welcher auf den Benutzer/Ersteller zurückführt - welcher bei der Post registriert und identifiziert ist. Das EJPD wird ja wohl bei der Post anklopfen gehen und ermitteln? Wenn das so schwierig ist.. dann verstehe ich es nicht.

  • Päde am 15.04.2015 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe leisten

    Die Schweiz sollte eher für Essen und Trinken in den Ländern sorgen und so unterstützen damit die Menschen dort überleben,den hier haben wir genug Sorgen um die sich unsere Politiker kümmern sollten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M. Schwizer am 15.04.2015 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlagzeile

    Das sollte so eben genau nicht möglich sein, aus Datenschutzgründen. Das wird ja ständig thematisiert. Stellt euch mal die Kommentare hier vor bei einer Schlagzeile wie: "Post registriert / sammelt persönliche Daten von jedem Briefabsender. Skandal! Politiker fordern härteres Datenschutzgesetz!"

  • Päde am 15.04.2015 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe leisten

    Die Schweiz sollte eher für Essen und Trinken in den Ländern sorgen und so unterstützen damit die Menschen dort überleben,den hier haben wir genug Sorgen um die sich unsere Politiker kümmern sollten!

    • Der Typ am 15.04.2015 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sollte man

      Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall. Schau mal die Doku "Nestle das schmutzige Geschäft mit dem Wasser". Da siehst du was schweizer Konzerne in diesen Ländern wirklich machen.

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  • Étienne Marcel am 15.04.2015 02:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KEINE LÖSUNG

    Wenn die Briefumschläge und v.a. die aufgedruckten Logos echt sind, könnte der Urheber im Departement Sommaruga sitzen! Ein recht dummer Streich, bestimmt! Er zeigt doch aber auch, wie sehr die Situation in und um das Asylunwesen verfahren ist! Immerhin schreckt da jemand nicht davor zurück, die Unterschrift von BR Sommaruga zu fälschen! Keine gute Sache, nicht zielführend, keine Lösung!

  • E Student am 14.04.2015 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte "Fälschung"

    Das merkt man doch, dass der Brief gefälscht ist! Definitiv keine "juristische"/"Beamten"-Schrift... C'mon -.-

  • W. Limmat am 14.04.2015 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Würzel beseitigen.

    Ich finde dass das allgemein asylante thema ständig auf morgen verschoben wird, es ist etwas was weltweit jetzt thematisiert werden soll. und man soll die Würzelbekämpfen und nicht jede herbst die blätter wischen.