Berner Eichholz

03. Juli 2012 21:22; Akt: 04.07.2012 09:57 Print

Brutale Polizei-Aktion sorgt für Kritik

Ein Berner stellt die Polizei an den Pranger: Sie soll ihn grundlos brutal verprügelt haben. Die Berner Polizei bestätigt den Einsatz und erhebt ihrerseits Vorwürfe an den Schweizer.

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Cleyton Palheta (27) wurde von Polizisten blutig geschlagen und daraufhin abgeführt.

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Ein blutunterlaufenes Auge, geschwollene Lippen und eine blutige Nase trug ein junger Mann bei einem Fest im Eichholz davon. «Ich habe am Freitag mit Kollegen grilliert und Musik gehört», sagt Cleyton Palheta (27). Weil die Musik angeblich zu laut war, rief der Sicherheitsdienst die Polizei. «Die Lautstärke war angemessen und ich erklärte den Polizisten, dass man hier gemäss den Hinweistafeln bis 22 Uhr Musik hören darf», so Palheta.

Dann eskalierte die Situation. Palheta: «Sie haben mit Fäusten und Schlagstöcken auf mich eingeschlagen.» Ein Polizist habe gar die Handschellen zum Schlagring geformt und seine Nase traktiert. «Ich hatte Angst um mein Leben. Als ich mein eigenes Blut sah, begann ich mich zu wehren», so Palheta. Dann wurde er blutüberströmt abgeführt. «Die Polizisten waren jung und mit der Situation total überfordert», sagt Augenzeuge Alberto Alves. Aus Angst vor der Polizei erstattete Palheta keine Anzeige und sucht nun Rat bei der Opferhilfe. Noch immer fragt sich der 27-jährige Schweizer, warum er so zugerichtet wurde.

Die Polizei bestätigt den Einsatz, sagt aber, Palheta habe sich unkooperativ verhalten und die Personenkontrolle verweigert. «Die Situation hat sich zugespitzt, er wehrte sich vehement», sagt Sprecher Andreas Hofmann. Darum seien «unter anderem Ablenkungsschläge» eingesetzt worden. Palheta müsse nun mit diversen Anzeigen rechnen – etwa wegen Behinderung einer Amtshandlung.

(20 Minuten)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

... leider ist es kein Einzelfall, dass Schweizer Polizisten überfordert mit solchen Situationen sind. Auffallend ist dabei die primär aggressive Grundhaltung der Polizei, die bereits bei kleinen Wortgefechten zur Eskalation und zu einer Gruppendynamik führt. "Berner" kann man aus Titel getrost herausnehmen, da dies auch in anderen Kantonen immer wieder zu beobachten ist - selbst von vorbeigehenden Passanten. – Obi Wankenobi

Ich kann mir vorstellen wie das abgelaufen ist. Heute zeigt einfach keiner mehr genügend Respekt den Polizeibeamten gegenüber. Und am Ende wird sogar noch Anzeige gegen sie erstattet. Bitte ein bisschen mehr Resoekt unseren Beamten gegenüber zeigen und man wird nicht blutig geschlagen! – Guler

So nach dem Motto: Immer mitten in die Fresse rein? Tja, ist man nicht vor Ort gewesen, ist es schwierig zu sagen, was angemessen war und was nicht. Zieht man allerdings die generelle Entwicklung der Polizei in vielen s.g. noch "freien" Ländern der Welt in Betracht, wird man feststellen das es sich einheitlich immer mehr Richtung Repression und Polizeistaat entwickelt... Wenn da die Schweizer Polizisten, insbesondere die junge Generation die Ausnahme bilden (was ich uns sehr wünsche), umso beeindruckender... – W. Acher

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • soda am 04.07.2012 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Möchtegernhelden...

    Ich habe vor ca.2 Jahren eine ähnliche Erfahrung gemacht: weil die Polizei der Meinung war,ich wolle Suizid begehen und ich mich weigerte ( ruhig und verbal) mit ihnen nach Münsingen zu gehen,wurde ich aus dem Auto gerissen,bäuchlings zu Boden gebracht und auf brutalste Weise der Arm raufgebogen und Handschellen angelegt! So führte man mich nach Münsingen....es war schrecklich! Kleine Bemerkung: ich bin eine Frau von 1.60 m. ihr super - mutigen Polizisten!

  • Michael Fürer am 04.07.2012 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Stopp

    Meine Meinung ist " Aufhören mit der Einschulung von solch Jungen Polizisten/inen." Einschulung erst mit min. 35 Jahren.

  • lajosz am 04.07.2012 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    urteilsbildung

    an alle die hier pro oder kontra schreiben, also die polizei generell in den schutz nehmen oder kritisieren: solange ihr nicht dabei gewesen seid kann man sich auch kein urteil bilden!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manu36 am 04.07.2012 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bewusste Schickanierung bei Polizei BS

    Ich habe schon mehrmals im Ausgang gesehen, wie die Basler Polizei ganz bewusst Drögeler und Afrikaner grundlos schickaniert (verbale herablassende und rassistische Äusserungen), aus reinem Spass und Sadismus. Aber natürlich decken sich die Polizeikollegen alle und man müsste dies alles heimlich filmen, um dies zu belegen. Ich anerkenne aber auch, dass Polizist in Basel (einer der gefährlichsten Städte der Schweiz) zu sein ein verdammt harter Job ist und die Mehrheit der Polizisten anstädnig sind.

  • Michael Fürer am 04.07.2012 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Stopp

    Meine Meinung ist " Aufhören mit der Einschulung von solch Jungen Polizisten/inen." Einschulung erst mit min. 35 Jahren.

  • Herzlichen Dank am 04.07.2012 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    So muss es gewesen sein

    Der zweite Artikel innerhalb zweier Tagen in dem ein armes Opfer von der brutalen Polizei berichtet. Natürlich war er immer ganz anständig und hat ganz nett zuerst mit den Sicherheitsleuten geredet, welche aufgrund seines Anstands und seiner Nüchternheit die Polizei holen mussten, mit welcher er dann gaanz nett war. und während er so lieb geredet hatte kam dann grundlos ein Schlag eines Polizisten und dann erst dann hat er sich zu wehren begonnen. Herzlichen Dank an die Polizei für ihren Einsatz, welcher garantiert ganz anders verlaufen ist.

  • Simba am 04.07.2012 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Laute Musik = Potenzbeweis

    Ich hätte die Musik etwas leiser gemacht und alles wäre im Butter gewesen. Aber die eigene Musik leiser zu stellen, bedeutet, dass weniger Menschen im Umkreis sie hören können. Den andern die eigene Musik aufzuzwingen ist ein kleiner Machtfaktor, der dem Boxenbesitzer den gewissen Kick vermittelt und ihm das Gefühl gibt, dass er ein geiler krasser Siech sei. Die Musik leiser zu machen ist dann so eine Art Potenzeinbusse und wegen den anwesenden Ladies äusserst peinlich.

    • David am 04.07.2012 14:05 Report Diesen Beitrag melden

      @ Simba

      Haha, Simba, genau so isses :-) Im Park und in der Badi ist der Ipod mit Lautsprechern das, was auf der Strasse die aufgemotzte Karre ist. Herrlicher Vergleich :-) Wenn dan die Polizei kommt und auffordert, die Musik leiser zu drehen gibt es zwei Möglichkeiten: Leiser machen und vor den Frauen als Waschlappen gelten oder die Polizisten anpöbeln und so versuchen den Weibchen zu imponieren. Und nachher rent man dan zu der Zeitung und klagt, dass die Bullen böse waren.

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  • Neiger Beat am 04.07.2012 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ablenkungsschläge

    Ich war nicht dabei und kann deshalb nicht beurteilen ob das was falsch gelaufen ist aber mich würde brennend interessieren was "Ablenkungsschläge" sind. Auf jeden Fall müssen diese ziemlich heftig sein wenn ich mir das Bild des Berners ansehe. Was zum Teufel sind Ablenkungsschläge?