Schule

10. März 2011 23:02; Akt: 10.03.2011 22:31 Print

Buben haben beim Übertritt schlechte Karten

von Bigna Silberschmidt - Diskriminierungsalarm an Berner Schulen: Laut einer Studie werden Buben beim Übertritt von der Primarschule in die Sek klar benachteiligt.

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Der Graben zwischen Mädchen und Buben ist tief. (Foto: Keystone)

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Wieso gibt es auf der Sekstufe weniger Buben als Mädchen? Zwei Forscherinnen der Pädagogischen Hochschule Bern sind dem Phänomen auf den Grund gegangen, indem sie erstmals das Übertrittsverfahren von der Primarschule in die Sek unter dem Gender-Aspekt untersuchten.

Die Ergebnisse der Expertenstudie von Catherine Bauer und Michaela Heid zeigen: Jungs sind bei der Selektion am kürzeren Hebel. Ein Grossteil der befragten Lehrer, Schulleiter und Wissenschaftler kritisierte etwa das ungleiche Verhältnis von Sprach- und naturwissenschaftlichen Fächern, die für die Übertrittsbeurteilung massgebend sind: «Berücksichtigt werden Deutsch-, Französisch- und Mathe-Noten, womit die Sprachfächer überwiegen», so Bauer. Da diese als Fleissfächer gölten, kämen sie eher den Mädchen zugute.

Grosser Kritikpunkt ist zudem die Beurteilung des Arbeits- und Lernverhaltens der Kinder, die 50 Prozent der Empfehlung ausmacht: Weil Mädchen im Alter von elf bis zwölf Jahren reifer seien als Buben, entsprächen sie in ihrem Verhalten den schulischen Kriterien meist besser. Die Experten plädieren darum für kantonsweit standardisierte Leistungsmessungen.

Einen anderen Ansatz hat Andreas Geu vom Netzwerk Schulische Bubenarbeit: «Es könnte sich positiv auf das Verhalten der Jungs auswirken, wenn bubenfreundlichere Inhalte behandelt würden.» Zudem fände er einen späteren Selektionszeitpunkt besser.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tagesschule sesam am 11.03.2011 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schulen gründen!

    Nicht nur für die Buben ist die Schule diskriminierend, solange sie auf Selektion beharrt. Den unterschiedlichen Entwicklungsständen und Begabungsprofilen kann so nie gerecht werden. Resultat ist ein horrender Ressourcenverlust! Statt junger Menschen die sich darauf freuen mit ihrem Talent der Gemeinschaft beitragen zu können haben wir zu häufig entmutigte und verängstigte Eltern und Kinder. Es geht auch anders! Wir haben als Eltern eine Schule gegründet, die sich am Einzelnen orientiert - unseren Kindern zuliebe. Wir ermuntern andere Eltern, dasselbe zu tun.

  • maja naef am 11.03.2011 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    war schon immer so

    Eben, die Frauen sind schon als Mädchen fleissiger verdienen aber immer noch weniger als die Männer.

  • A.H am 12.03.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    von der Politik erzeugtes Problem

    Das Knaben in der Entwicklung etwas später sind als die Frauen ist allgemein bekannt. So sollte man Knaben 1-2 Jahre später einschulen und das ganze wäre gelöst. Ich selbst habe das ganze Verfahren, so wie es jetzt besteht durchgemacht und hatte keinerlei Probleme. Gute Lehrer können Schüler, auch Knaben in jedem Fach zu guten Leistungen motivieren. Nur leider gibt es kaum gute Lehrer weil die wirklich schlauen in die Wirtschaft wechseln. So wird der Nachwuchs für die Wirtschaft jedoch erheblich geschwächt. Man sollte also statt Geld streichen, Löhne erhöhen und so den Job attraktiver machen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Suwen am 14.11.2011 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Knaben und Mädchen sind unterschiedlich

    Zeit und Geld für neue Studie? Dann versucht doch mal die Mädchen und Knaben im Unterricht zu trennen. Versuchsweise für 1 Jahr und dann befragt die Kinder und Eltern und nicht die Politiker und Lehrer!!!!!

  • Chregu am 12.03.2011 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    nur noch Sozialarbeiter in 20 Jahren

    Für die heutige Politik sind Sprachen wegen der hohen Einwanderung wichtiger als Naturwissenschafliche Fächer, damit mit den Fremdsprachigen kommuniziert werden kann. In zwanzig Jahren wird es sowieso nur noch Sozialarbeiter brauchen.

  • Leider am 12.03.2011 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Produziert doch Sklaven....

    Jawohl - viel früher Leistungsdruck aufbauen! So ein blödsinn - Kindergerechte Schulen wären da Thema und nicht schon im Kindesalter die Erziehng auf das Berufsleben ausrichten in dem nur noch geackert und das Maul gehalten werden soll damit 'die Obrigkeit' weier Kohle schefeln kann. Super Staat!, pardon super Politiker!

  • A.H am 12.03.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    von der Politik erzeugtes Problem

    Das Knaben in der Entwicklung etwas später sind als die Frauen ist allgemein bekannt. So sollte man Knaben 1-2 Jahre später einschulen und das ganze wäre gelöst. Ich selbst habe das ganze Verfahren, so wie es jetzt besteht durchgemacht und hatte keinerlei Probleme. Gute Lehrer können Schüler, auch Knaben in jedem Fach zu guten Leistungen motivieren. Nur leider gibt es kaum gute Lehrer weil die wirklich schlauen in die Wirtschaft wechseln. So wird der Nachwuchs für die Wirtschaft jedoch erheblich geschwächt. Man sollte also statt Geld streichen, Löhne erhöhen und so den Job attraktiver machen

  • Bubenmutter am 11.03.2011 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Trifft voll und ganz zu

    Die Jungs in diesem Alter hinken den Mädchen hinterher. Als zusätzliches Fach müsste NMM beim Uebertritt mitbeurteilt werden. Das Ganze wäre ausgewogener und nicht mehr sprachlastig. Bei den Lehrerinnen sind die Jungs, ganz nach altem Klischee, immer die Bösen, an allem Schuld und werden mit Kollektivstrafen (wie im Militär) bestraft. Es unterrichten viel zuwenig Lehrer. Damit der Uebertritt klappt, gibts nichts anderes, als mit den Jungs zu lernen und Unterstützung zu bieten wo's nur geht.

    • @Bubenmutter am 11.03.2011 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      Mädchenmutter

      Klar, die "bösen" Lehrerinnen sind schuld!! Wenn sie nicht bestrafen, heisst es: "Buben brauchen halt mehr Grenzen!!" Wenn sie dann bestrafen, heisst es: "Die armen Buben!!" Wegen dem Fach NMM: dies finde ich eine gute Idee, wäre fairer. Schon Mal daran gedacht, wie unfair es für Kinder ist, welche im Unterricht gut mitmachen (egal ob Junge oder Mädel) und dauernd Unterrichtszeit für wichtigen Schulstoff "verlieren" weil andere Kinder oft Klassenregeln nicht einhalten?!?

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