Luxusleben

10. August 2018 15:13; Akt: 10.08.2018 15:13 Print

Buchhalter betrügt Firma um 1,2 Millionen Franken

Ein Buchhalter aus dem Oberaargau betrog seine Arbeitsgeber um Millionen. Mit dem Geld finanzierte er sich seinen luxuriösen Lebensstil. Nun muss er für über 5 Jahre hinter Gitter.

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Ein Ehepaar aus dem Oberaargau liess es sich die letzten Jahre extrem gut gehen: Ferien auf den Bahamas, ein aufwendig umgebautes Haus mit grossem Pool, neue Möbel im Wert von 50'000 Franken, eine Ferienwohnung an der Lenk und eine nigelnagelneue Harley-Davidson: Das ist nur ein kleiner Teil der Luxusartikel, mit denen sich ein Buchhalter aus dem Kanton Bern selbst belohnte, wie «der Bund» berichtet.

Nun muss er alles zurückzahlen, denn der diplomierte Buchhalter kaufte sich die Luxusgüter nicht etwa mit Geld, das er durch seinen Job verdiente, sondern betrog seinen früheren Arbeitgeber um 1,2 Millionen Franken. Der Mann wurde am Donnerstag wegen mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs, Urkundenfälschung und Fälschung von Ausweisen zu 5½ Jahren Gefängnis verurteilt. Zu den 1,2 Millionen Franken, die er der Brooks Automation AG zurückzahlen muss, kommen Anwaltskosten in der Höhe von 150'000 Franken.

An Dreistigkeit kaum zu übertreffen

Der betrügerische Buchhalter war kein unbeschriebenes Blatt. So trug er, als er sich für den Job bei Brooks Automation AG bewarb, bereits eine Fussfessel wegen eines früheren Vermögensdelikts. Seinen Arbeitsgeber täuschte er, indem er die Fussfessel verbarg und den verlangten Strafregisterauszug fälschte. Als er den Job bekam, begann er damit, seinen Arbeitsgeber systematisch zu hintergehen. Dabei spielte ihm in die Karten, dass seine Vorgesetzten nicht in der Schweiz, sondern Tausende Kilometer entfernt in den USA sassen.

So liess er beispielsweise sein eigenes Haus umbauen und speiste die Rechnungen in die Buchhaltung der Firma ein (400'000 Franken). Weiter liess er private Kreditkartenrechnungen im Wert von 360'000 Franken von seiner Firma bezahlen. Er ging sogar so weit, dass er sich im System einen höheren Lohn hinterlegte. Somit überwies ihm Brook Automation AG mehr in seine Pensionskasse als nötig (190'000 Franken). Ausserdem liess er sich fiktive Überstunden, Boni, Handyrechnungen (120'000 Franken) und selbst die Steuerrechnung der Firma seiner Frau bezahlen (70'000 Franken). Dazu kamen weitere Rechnungen im Wert von 140'000 Franken.

Der Mann wusste seinen Betrug gut zu vertuschen: Damit die abgezwackten Beträge nicht auffielen, passte er jeweils die internen Prognosen der Firma entsprechend an.

Adieu, Luxusleben

Das Gericht entschied, das Haus des Ehepaars zu verwerten, ebenso die Harley-Davidson und weitere beschlagnahmte Luxusgegenstände. Die Ehefrau muss dem ehemaligen Arbeitgeber ihres Mannes nun 40'000 Franken zurückzahlen. Ihr Ehemann wandert für 5½ ins Gefängnis.

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • StanX am 10.08.2018 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Kontrolle

    Die Firma hat es dem Buchhalter sehr leicht gemacht: Autorisierungen von Rechnungen und Zahlungen scheint es nicht gegeben zu haben. Da wurde dem Betrüger quasi der rote Teppich ausgerollt.

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  • Sina am 10.08.2018 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Hochmut kommt vor dem Fall. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen ;)

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  • PS;L am 10.08.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf

    Augen auf bei der Wahl des Buchhalters - Eventuell die Bücher mal prüfen hälfe auch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • T.Dome am 10.08.2018 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Real life Ganster

    Haha real life Gangster. Für 1.2 milionen für 5 jahre ins Gefängnis. Wiso auch nicht. Ist nur Geld daher beruigt euch. Keiner ist gestorben keinem was pssiert. Und er muss jetz die konsequenzen tragen. Einige immer gerade am ausflippen.

  • Realist am 10.08.2018 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Zurückzahlen

    Wäre schön wenn er jeden Rappen zurückzahlen müsste. Im Knast lebt er schon auf Kosten der Steuerzahler, also soll er jeden Rsppen zurück zahlen.

  • Simon am 10.08.2018 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wircklich?

    Nur 5 Jahre trotz vorstrafe ? Und dann nach 2.5 Jahren draussen?!

  • Donald Duck am 10.08.2018 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bschisser

    Was für ein Schlaumeier! Rechnung ohne den Wirt gemacht >>> an ALLE, irgendwann fällt alles auf. Lieber rechtzeitig aufhören;-)

  • hugo am 10.08.2018 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und..

    nicht schlimm.was machen unsere banker?vassela? versicherungen? wilkommen im jahr 2018