Fünf Zimmer für 2450 Fr.

22. Dezember 2019 20:39; Akt: 13.01.2020 13:59 Print

Leuthards Wohnung ist ein Mega-Schnäppchen

von Christian Holzer - Seit fast einem Jahr steht eine Wohnung in einem Prachtshaus der Berner Altstadt leer. Dabei wäre der Preis unschlagbar, sagt ein Immobilienexperte.

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Ein babylonischer Garten, historische Möbel, an bester Lage: In der Berner Altstadt wartet eine Fünf-Zimmer-Wohnung seit fast einem Jahr auf neue Bewohner. Der Haken: Der Bund als Besitzer vermietet die Wohnung nur an Magistratspersonen, Bundesräte oder Bundesrichter, oder allenfalls an Parlamentarier. Zuletzt wurden die edlen Zimmer etwa von Bundesrätin Doris Leuthard bewohnt. Die Wohnung mit 250 Quadratmetern liegt im berühmten Von-Wattenwyl-Haus und kostet unschlagbare 2450 Franken Miete pro Monat.

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Laut Massimo Mannino, Doktor der Volkswirtschaftslehre der Universität St.Gallen, ein Schnäppchen: «Die Miete liegt sicherlich deutlich unter dem Marktwert.» Dies insbesondere aufgrund der Top-Lage in der Berner Altstadt, der historischen Bedeutung des Gebäudes sowie der Wohnfläche. «Man kann davon ausgehen, dass die Marktmiete bei mindestens 5000 Franken pro Monat liegen würde», so Mannino.

Hoher Besuch

Dennoch überrascht es den Experten nicht, dass die Wohnung seit beinahe einem Jahr kalt ist. Für Mieter würden verschiedene Einschränkungen gelten, etwa punkto Nutzung, baulichen Veränderungen sowie dem Inventar. Ausserdem würden Wohnräume im Von-Wattenwyl-Haus nicht ohne Grund nur an Magistraten vermietet: «Aufgrund der historischen Bedeutung und weil einige Räumlichkeiten vom Bundesrat zum Empfang von Gästen und für politische Gespräche verwendet werden, ist dies nachvollziehbar.»

Grosse Bekanntheit

Die Nachfrage nach solchen grossräumigen Wohnungen sei in der Berner Altstadt eher tief, weiss Mannino, der mit seinem Unternehmen Novalytica regionale Immobilien-Daten auswertet. Dennoch würden sich bei diesem Preis-Leistungs-Verhältnis rasch Mieter finden – trotz der Schlagzeilen, die die Liegenschaft bereits gemacht hat. Mannino: «Die Bekanntheit der Liegenschaft bedeutet, dass die Privatsphäre der neuen Mieter eingeschränkt ist.» Die mediale Aufmerksamkeit sei daher für die Mietersuche nicht förderlich.

Das sieht auch CVP-Nationalrat Martin Candinas so. Der Bündner bewohnte bis Januar ein Einzelzimmer im historischen Haus. «Nachdem Lage und Miete in der Presse breitgetreten wurden, erstaunt es mich nicht, dass sich keine neuen Mieter finden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reflektor am 22.12.2019 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn so tut als wäre man Bescheiden

    Leuthards wohnung War ja demfall sehr teuer wenn man bedenkt das sie all die jahre im Parlament war und mehrere 100 Zig tausend franken machte ist das hier ein schnäppchen und nicht vergessen sie fährt Tesla was auch wieder 120'000 franken kostet so viel zu ökonomie

    einklappen einklappen
  • Büezer am 22.12.2019 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnäppchen?

    Hahahaaa... 2'450.- soll ein Schnäppchen sein? Welcher Normalsterbliche in der Schweiz soll sich das leisten können?

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  • Realistin am 22.12.2019 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnäppchen oder nicht

    Also 2500.-- habe ich vor 20 Jahren schon für eine 5-Zimmerwohnung in der Stadt Luzern bezahlt. Heutzutage, an prominter Lage in Bern finde ich die 2500.-- schon sehr Schnäppchen fur 250qm.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Damian am 23.12.2019 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Heichlerei

    Das ist eine Frechheit. Die achso brave und korrekte Schweiz und dahinter, unter der Maske Recht und Ordnung, Korruption und Heuchlerei eines sondergleichen. Unsere Regierung lächelt abschätzend wenn in armen ländern ein Polizist in der Höhe von 10Euro korrupiert, schafft jedoch Klassen, bei denen die "Besseren" mehr Lohn für weniger harte Arbeit bekommen und dafür noch Subventionen und weitere finanzielle Erleichterung - in der Höhe von tausenden von Franken - erhalten. Der Fehler liegt nicht bei der einen "Magistratsperson", sondern in der Regierung, in der die eine Hand die andere wäscht.

  • Maximilian am 23.12.2019 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt peinlich!

    Was soll das denn hier? Sie hat einen Job, sie hat ein Einkommen und sie ist ein Mensch mit einem Dach über dem Kopf! Wieso sollte sie nur aufgrund ihrer Stellung auf ein solch tolles Angebot verzichten? Wirklich, langsam wird der Neid in der Schweiz peinlich - kommt mal wieder auf den Teppich und kümmert euch um euer eigenes, wahrscheinlich total fragwürdiges Leben.

  • John am 23.12.2019 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FALSCHE AUSKÜNFTE!

    Die gezeigten Photo's zeigen NICHT die Warheit, die Wohnung gibt auf die Nordseite, auf der Strasse Wieder Mal journalisten Pschiss

  • roland locher am 23.12.2019 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verdeckter Lohn

    Dieser tiefe Mietzins für eine so grosse Wohnung ist ein verdeckter Verdienst der nicht verteuert wird.

  • Bikespeed am 23.12.2019 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschütteln

    ...und warum bekommen Magistratspersonen mit ihren Gehälter die Wohnung zur Hälfte der Marktmiete? Das löst nur Kopfschütteln aus...