Gefeuert

20. Januar 2020 10:56; Akt: 20.01.2020 13:51 Print

EDA-Mitarbeiter tappt in Kinderpornofalle des FBI

Ein Bundesbeamter konsumierte während der Arbeit Kinderpornos – das FBI kam ihm auf die Schliche. Nun wurde der Mann verurteilt.

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Das amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI) informierte im April 2018 die Schweizer Strafverfolgungsbehörden über einen Mitarbeiter des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), der über einen amerikanischen Internetanbieter Kinderpornografie auf seinen Bürocomputer geladen hatte.

Die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland eröffnete anschliessend im Januar 2019 ein Strafverfahren gegen den Mann. Der Mann wurde im September wegen des Konsums von Kinderpornos verurteilt, wie die «NZZ am Sonntag» berichtete.

Christof Scheurer, der stellvertretende Generalstaatsanwalt des Kantons Bern, kann zu der genauen Strafe keine näheren Angaben machen. EDA-Sprecher Georg Farago bestätigt, dass der Mitarbeiter nach der Verurteilung nicht mehr beschäftigt wurde: «Es besteht kein Arbeitsverhältnis mehr mit dieser Person.»

Strafbare Pornografie muss gemeldet werden

Internetanbieter in den USA sind von Gesetzes wegen verpflichtet, mutmasslich strafbare Pornografie zu melden. Die verantwortlichen Stellen – früher das FBI und nun das National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) – leiten die Verdachtsfälle anschliessend den zuständigen Strafverfolgungsbehörden weiter.

8000 Meldungen im Jahr 2018

9000 Meldungen gingen im Jahr 2018 bei der Schweizer Strafverfolgungsbehörde ein – ein Rekord. Doch auch im Folgejahr blieben die Zahlen hoch: «Wir haben 2019 rund 8000 Verdachtsmeldungen von NCMEC erhalten», sagt Florian Näf, Sprecher des Bundesamts für Polizei.

Bei rund zehn Prozent der Meldungen, die aus den USA kamen, bestätige sich der Fall der verbotenen Pornografie. Diese werden laut Näf an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden der Kantone weitergeleitet.

Zahl der Fälle von verbotener Pornografie ist gestiegen.

Die Meldungen aus den USA seien «nur ein kleiner Teil» des Kampfes gegen Pädokriminelle in der Schweiz. Auch verdeckte Ermittlungen und Überwachungen ­sogenannter Peer-to-Peer-Netzwerke würden zu Strafverfahren führen. Daher sei die Zahl der Fälle von verbotener Pornografie in der Schweiz gestiegen. Waren es im Jahr 2009 noch 1080 polizeilich registrierte Delikte, so waren es neun Jahre später schon über 1800.

(km)