Bildung

02. Februar 2011 12:42; Akt: 02.02.2011 13:30 Print

Burgdorf verliert seine Fachhochschule

Die Berner Fachhochschule mit ihren heute 24 Standorten wird mittelfristig nur noch in Bern und Biel tätig sein. Burgdorf wird aufgegeben.

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In der Fachhochschule Burgdorf wird bald nicht mehr gebüffelt. (Bild: Keystone)

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Die Berner Fachhochschule konzentriert ihre Standorte mittelfristig auf Bern und Biel. Der Standort Burgdorf wird geschlossen. Das hat der bernische Regierungsrat am Mittwoch vor den Medien in Bern bekanntgegeben.

Die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger- Jenzer begründete den Entscheid mit dem Willen der Regierung, die Berner Fachhochschule schweiz- und europaweit konkurrenzfähig zu halten. Heute sei die 1997 gegründete Fachhochschule mit ihren vier Departementen in Bern, Biel und Burgdorf zu verzettelt.

In Bern sollen an den bestehenden 13 Standorten die beiden Departemente Wirtschaft und Verwaltung/Gesundheit/Soziale Arbeit respektive Künste beibehalten werden.

In Biel werden auf einem Campus südlich des Bahnhofs die Departemente Technik und Informatik sowie Architektur, Holz und Bau konzentriert. Diese beiden Departemente der Fachhochschule Bern sind derzeit sowohl in Biel wie auch in Burgdorf heimisch.

Ab etwa dem Jahr 2020 sollen die Gebäude in Biel bezugsbereit sein. Das ist folglich der mittelfristige Termin, auf den sich Burgdorf gefasst machen muss. Zu den Investitionskosten in Biel sagte Egger, diese würden sicher mehr als 100 Mio. Franken betragen. Dem Grossen Rat will die Regierung voraussichtlich Mitte 2012 einen Kredit für den Landkauf und die Durchführung eines Projektwettbewerbs vorlegen.

Der Grosse Rat wird beim Entscheid also mindestens indirekt noch ein Wörtchen mitreden können.

Verkehr, Areal und Zweisprachigkeit

Für Biel hat sich der Regierungsrat aufgrund der Lage neben dem Bahnhof, der Verfügbarkeit des Areals im Besitz der Stadt Biel und der Zweisprachigkeit der Stadt entschieden. Burgdorf schloss mit seinem Angebot laut Egger weniger gut ab, weil die Fachhochschule dort weiterhin auf drei Gebäude an verschiedenen Standorten aufgeteilt gewesen wäre.

Auch sei die Erreichbarkeit von Burgdorf im Vergleich zu Bern und Biel weniger gut. Die Fachhochschule Bern sei darauf angewiesen, dass auch ausserkantonale und ausländische Studierende dort lernten.

Angebote gab es auch aus Bern (Weyermannshaus Ost und West), Köniz und Ostermundigen sowie ein zweites aus Biel (Bözingenfeld). Die Areale bei den Bahnhöfen Köniz und Ostermundigen sowie in Biel- Bözingenfeld waren dem Regierungsrat zu klein, Weyermannshaus Bern schien der Regierung weniger gut verfügbar als das Bieler Bahnhofareal.

Der Regierungsrat erwog auch eine Vollkonzentration der Fachhochschule an einem einzigen Standort. Er kam zum Schluss, dies allenfalls der nächsten Generation zu überlassen. Die Vollkonzentration sei doppelt so teuer wie eine Teilkonzentration, sagte Egger. Langfristig wäre eine Vollkonzentration in Bern aber die beste Lösung, sagte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver.

24 Standorte, 36 Adressen

Der Regierungsrat hatte im Oktober 2009 bekanntgegeben, dass er verschiedene Konzentrationsvarianten prüft. Ursprünglich wollte er das Ergebnis seiner Beratungen schon im Herbst 2010 bekanntgeben.

Die 1997 aus dem Zusammenzug von zwölf Ingenieur- und anderen Schulen hervorgegangene Fachhochschule Bern hat heute an 24 Standorten 36 Adressen.

Sie zählt mehr als 5500 Studierende und fast 3000 Angestellte in rund 1300 Vollzeitstellen. Ihr angegliedert ist die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen und die Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen.

(sda)