11. April 2005 04:53; Akt: 10.04.2005 21:10 Print

Cannabis vom Staat: SVP will Idee im Keim ersticken

Kiffer sollen ihren Hanf direkt beim Staat kaufen können – kontrolliert und begleitet. Nun soll der Kanton diese Idee, die in Bern und Biel diskutiert wird, abwürgen.

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«Schlicht absurd», sagt SVP-Grossrat Thomas Fuchs. «Eine staatliche Hanfabgabe wäre ein klar falsches politisches Signal und ein Zeichen, dass der Cannabis-Konsum nicht so schlimm ist.» Er reicht deshalb einen politischen Vorstoss ein: Der Regierungsrat soll dafür sorgen, dass Projekte zur Hanfabgabe «nicht weiterverfolgt werden», fordert er in seiner Motion.

Tatsächlich gibt es in Bern und Biel Bestrebungen, um einen Pilotversuch für einen staatlich kontrollierten Verkauf von Hanf zu starten – ähnlich der Abgabe von Heroin.

«Wir müssen dem Cannabis jetzt endlich den Reiz des Verbotenen nehmen», sagt Catherine Weber vom Grünen Bündnis, das sich für die Idee stark macht. Natürlich müsse man versuchen, die Jugendlichen vom Kiffen abzubringen. «Dazu muss man aber erst wissen, warum sie überhaupt Cannabis konsumieren.» Dies könne am besten mit einem wissenschaftlich begleiteten Abgabeversuch geklärt werden.

Weber hofft, dass der Kanton die Motion von Fuchs ablehnt und sich für eine liberale Hanf-Politik stark macht. «Dann muss endlich auch beim Bund etwas geschehen.»

Philipp Probst