Kuriose Namen

12. Juni 2019 13:08; Akt: 12.06.2019 13:08 Print

Chotzi und Rotzi – so benennen Berner ihre Orte

Wer im Ortsnamenbuch des Kantons Bern stöbert, trifft auf kuriose Namen. Doch seht selber!

storybild

Diese Orte stehen zwar nicht auf der Landkarte, doch sind sie offiziell als Ortsnamen des Kantons Bern eingetragen. (Bild: Grafik 20min/miw)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Onlineportal aus dem Osten Bern hat das Namensbuch des Kantons Bern durchleuchtet und ist dabei auf die wildesten Namensgebungen für regionale Örtlichkeiten gestossen. So gibt es Gebiete, die den Namen Chotzi, Rotzi, Chläbi oder Lööli tragen müssen. Andere wiederum dürfen sich mit den Wörtern Herrlichkeit oder Täfeli, also Bonbon, schmücken.

Dass die Örtlichkeiten in der Region solche Namen tragen, ist meist historisch bedingt. So haben sich auf der Ackerlandschaft Chotzi bei Vechigen nicht etwa besonders viele Leute übergeben. Eher wird vermutet, dass der heute unappetitlich anmutende Name vom Breisgauer Adelsgeschlecht «Kotz» stammt. Oder vom Wort «Chutze», einem ehemaligen Wachposten, von wo aus man in früheren Zeiten Feuerzeichen von Berg zu Berg weitergab.

Auch soll das Gebiet Chläbi nicht etwa vom Verb «kleben» abstammen – vielmehr findet es seinen Ursprung im altdeutschen Wort «Klëb», was Bergvorsprung, Klippe, bedeutet. Während sich ein Stück Kulturland mit dem Namen Herrlichkeit brüsten darf, hat es die Bezeichnung aber wohl nicht wegen seiner Schönheit erhalten. Das Wort «Herrlichkeit» bedeutete im älteren Schweizerdeutsch nämlich auch Herrschaftsgebiet.

Beleidigungen und freche Spitznamen

Andere Gebiete haben laut Recherchen die Spitznamen ehemaliger Besitzer erhalten. So könnte auf einer Ziegenweide namens Geissbabishoger bei Münsingen BE einst eine Barbara Ziegen gehütet haben. Und auch beim Gelände mit dem Namen Rotzi nimmt man an, dass hier einst ein Typ mit demselben Übernamen das Sagen hatte.

Auch schrecken die Berner vor Beleidigungen nicht zurück: Orte namens Lööli gibt es in der Region in Brenzikofen und Münsingen. Der Name hat aber nichts damit zu tun, dass dort ein Dubel, Galöri, Schlufi oder Tschumpel zuhause wäre, das Wort bedeutet schlicht «Wäldchen». Es kommt vom mittelhochdeutschen Wort «Lô», was «Gebüsch, Wald, Gehölz» bedeutet.

Ein dünner, hagerer Mensch wird im Kanton Bern gerne auch mal mit Spränzel betitelt. Doch wieso hat ein Gebiet bei Landiswil BE diese Bezeichnung erhalten? «Der Name bezieht sich vielleicht in einem abwertenden Sinn auf die Kleinheit oder den geringen Wert des Gebiets beziehungsweise des umliegenden Waldes oder auf einen früheren Bewohner», schreibt das Internetportal.

Diverse Felder und Gebiete wurden nach ihrer Qualität benannt: Im Gibisnüt, also «Gib-uns-nichts», bei Oberdiessbach liegt so ein ein mageres, wenig ertragreiches Landstück. Der Wald in Häutligen heisst Treichgält, also Trinkgeld. «Der Name kommt also wohl daher, dass man dem Wald nur den Wert eines Trinkgeldes beimass», weiss das Internetportal gemäss Recherchen. Ein Hang mit steilen Wegen in Wichtrach BE hat den Namen Chneubräche, also Knie brechen, erhalten. Au, das tut weh!

Kennt ihr ebenfalls lustige Ortsnamen? Schreibt Sie uns in die Kommentare!

(miw)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bärner Giu am 12.06.2019 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Chli es Gnusch mit dr juschte Sach?

    Das si Bärner Flurnäme, u kener Orttsnäme, dir cheibe Glünggine im Schribstübeli... ;-)

    einklappen einklappen
  • Waadtlaenderin am 12.06.2019 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genial

    Eben richtige urchige und originelle Berner Orte. So muss es sein. Keine Lust dass unsere Orte eines Tages mit Orientalen Namen sind.

    einklappen einklappen
  • Einheimischer am 12.06.2019 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Col du Mulaff

    Col du Mulaff. Liegt nahe Mamishaus. Benannt nach einem "ugattligen" Anwohner.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wichtracher am 12.06.2019 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    in Wichtrach

    gibts den "Goldhoger", nicht etwa weil da Gold gefunden wurde, sondern weil da die reichen "Bonzen" wohnen...

  • Bruno Risi am 12.06.2019 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kuriose Namen

    Chruzi auch ober Chruzi ist ein Gehöft hinter Luthern LU Luegis Dorf auch in Luthern Bresten Egg Gishübel Mastweid Flüelen Richtung Ahorn Grenze zu Bern Gebiet Moos Schür Under Grund Hirsen Egg Wilmis Bach

  • Bärner Meitschi am 12.06.2019 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gagler

    Der befindet sich in Kallnach BE. Warum dieser Hang so genannt wird, weiss ich leider nicht :)

    • Ekeltoni am 12.06.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      Ich schätze

      in der glorreichen Vergangenheit verrichteten an diesem Hang die Altvorderen ihr Geschäft dessen Ergebnisse dann selbigen Hang hinunter purzelten.

    einklappen einklappen
  • Pit am 12.06.2019 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Füdlebacke

    In Oberburg, bei der oberen Oschwand, da gibt es die "Füdlebacke"

  • MH am 12.06.2019 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chäs u Brot

    Ich habe nicht nur gern Chäs u Brot ich wohn auch da :)