Ständeratswahl Bern

14. Februar 2011 11:25; Akt: 15.02.2011 07:51 Print

Christa Markwalder zieht sich zurück

Den zweiten Wahlgang um den Ständeratssitz in Bern bestreiten nur noch Adrian Amstutz (SVP) und Ursula Wyss (SP). Markwalder tritt nicht mehr an. Die FDP beschliesst Stimmfreigabe.

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Den zweiten Wahlgang der Ständerats-Ersatzwahl im Kanton Bern werden die beiden grossen Parteien SVP und SP unter sich ausmachen. FDP-Nationalrätin Christa Markwalder tritt am 6. März nicht mehr an. Und auch Marc Jost von der EVP verzichtet.

Sie liege nach dem ersten Wahlgang zu weit hinter den beiden Spitzenkandidaten Adrian Amstutz (SVP) und Ursula Wyss (SP), teilte Markwalder am Montagabend in einer persönlichen Erklärung mit. Sie sehe keine Chance, im zweiten Wahlgang zu gewinnen.

Stattdessen wolle sie sich «mit ungetrübter Motivation» im Nationalrat einsetzen, schrieb Markwalder.

Bereits am Montagmorgen gab EVP-Kandidat Marc Jost seinen erwarteten Rückzug bekannt. Er erreichte von allen vier Kandidierenden deutlich am wenigsten Stimmen.

Amstutz stark auf dem Land, Wyss in den Städten

Mit dem Rückzug von Markwalder und Jost ist der Weg frei für den Showdown zwischen Amstutz und Wyss. Amstutz hatte den ersten Wahlgang am Sonntag mit 136'522 Stimmen für sich entschieden. Der Berner Oberländer punktete vor allem auf dem Land. Ursula Wyss kam auf 117''835 Stimmen. Sie holte ihre Stimmen vorwiegend in den Städten und Agglomerationen.

Wer im zweiten Wahlgang die Nase vorn haben wird, ist schwierig vorherzusagen. Eine Rolle dürfte spielen, wen die Mitteparteien nun am 6. März unterstützen.

Mitteparteien in verzwickter Lage

Am schwierigsten dürfte die Frage für die BDP sein, die sich vor wenigen Jahren im Krach von der SVP abgespalten hat. Der stramme SVP- ler Amstutz dürfte nicht unbedingt nach dem Geschmack vieler BDP- Anhänger sein. Allerdings dürften sich auch gemässigte Bürgerliche mit dem Gedanken schwer tun, SP-Frau Wyss zu unterstützen.

Die BDP will diese Frage am Dienstag diskutieren, wie ein Parteisprecher am Montag auf Anfrage sagte. Die FDP gibt keine Wahlempfehlung ab, wie die Partei am Montagabend mitteilte.

Aus freisinniger Sicht komme die Unterstützung der linken Kandidatur nicht in Frage, und Amstutz sei innerhalb der FDP nicht unumstritten, begründete die Partei den Entscheid. Die EVP- Geschäftsführung empfiehlt Stimmfreigabe.

Beim zweiten Wahlgang am 6. März entscheidet sich nicht zuletzt auch, ob die SP den 2003 mit Simonetta Sommaruga erstmals errungenen Ständeratssitz verteidigen kann oder ob der Kanton Bern wie all die Jahre vorher wieder eine ungeteilte, bürgerliche Standesstimme erhält.

Wählerschaft mobilisieren

Beim ersten Wahlgang am Sonntag war die Beteiligung hoch. Dies auch deshalb, weil emotionale Vorlagen wie die Waffenschutzinitiative oder die Mühleberg-Abstimmung die Bevölkerung an die Urne lockten.

Beim 2. Wahlgang wird deshalb mitentscheidend sein, welche der beiden Parteien ihre Anhängerschaft besser mobilisieren kann, um an die Urne zu gehen.

(sda)