Spenden für Australien

11. Januar 2020 17:41; Akt: 11.01.2020 17:41 Print

Diese Coiffeuse verzichtet einen Monat auf Trinkgeld

Dana Wyss (35) ist in Australien aufgewachsen, die Buschbrände beschäftigen sie. Nun hat die Coiffeuse aus Grindelwald BE eine kleine Spendenaktion für ihre Heimat gestartet.

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Dana Wyss (35), schweizerisch-australische Doppelbürgerin, sammelt Geld für Hilfsorganisationen in Australien. Dort wüten seit Monaten die heftigsten Buschbrände seit Jahren. Die Bevölkerung von Mallacoota wird vom Militär über die Evakuierung informiert. 2.Januar 2020. Mallacoota, Victoria, Australien. Zu Fuss machen sie sich auf den Weg zum Strand. 2.Januar 2020. Mallacoota, Victoria, Australien. Dort warten Boote der Marine auf die Flüchtlinge. 2.Januar 2020, Mallacoota, Victoria, Australien. Die Soldaten helfen bei der Evakuierung. 2.Januar 2020, Mallacoota, Victoria, Australien. Die Amphibienfahrzeuge haben Hunderte von Menschen an den Stränden, wo sie vor den Buschfeuern Zuflucht gesucht haben, aufgesammelt. 2.Januar 2020. Mallacoota, Victoria, Australien. Auf Reede wartet die HMAS Choules, auf der die evakuierten Bewohner in Sicherheit gebracht werden. 2.Januar 2020, Mallacoota, Victoria, Australien. In Mallacoota sind tausende Menschen vom Feuer eingeschlossen. Viele warten am Strand auf Hilfe. Die Eingeschlossenen werden teilweise mit Booten evakuiert. Das australische Militär schickt Helikopter und Schiffe. Die verheerenden Brände haben den Himmel orange und rot gefärbt. Mindestens 12 Menschen sind bereits tot. Feuerwehrleute befürchten weitere Opfer. Ein Feuerwehrmann starb am Montag in einem Feuer-Tornado im Bundesstaat New South Wales, zudem meldeten die Behörden am Dienstag sieben Menschen als vermisst. Die Buschbrände in Australien wüten bereits seit Oktober. New South Wales im Südosten des Landes ist besonders schwer betroffen. Zehntausende wurden aufgefordert zu fliehen, doch nicht jeder folgte der Anweisung: Die Situation in East Gippsland am Sonntag. (29. Dezember 2019) Auch die Blue Mountains, ein beliebtes Ausflugsgebiet westlich von Sydney, sind von den Bränden betroffen. (27. Dezember 2019) Für Melbourne wurden Temperaturen über 40 Grad vorausgesagt - bereits zum dritten Mal im Dezember. Das letzte Mal war dies 1897 passiert. Premierminister Scott Morrison sagte, dass Zahlungen von bis zu 6000 australischen Dollar (rund 4100 Franken) für Berechtigte zur Verfügung stehen würden, die mehr als 10 Tage im Einsatz verbracht hätten. Die Feuerwehr von New South Wales steht im Dauereinsatz - und es hört nicht auf. (22. Dezember 2019) «Wir werden uns nicht auf unbesonnene (Klima-)Ziele einlassen und traditionelle Industrien aufgeben, wodurch australische Arbeitsplätze gefährdet würden»: Der australische Premierminister Scott Morrison. (Archivbild) In der Nähe von Balmoral, New South Wales: Die Rauchsäulen der Buschfeuer sind kilometerweit zu sehen. Balmoral wurde vom Feuer praktisch zerstört. Einige Feuerwehrmänner wurden im Ort verletzt, als sie gegen die Brände kämpften. «Ich entschuldige mich»: Australiens Premierminsiter Scott Morrison spricht zu den Medien. (22. Dezember 2019) Zahlreiche ausser Kontrolle geratene Buschfeuer halten derzeit Feuerwehr und Bewohner der Bundesstaaten New South Wales und Queensland in Atem. Ein Feuerwehrsprecher sagte: «Wir hatten noch nie so viele gleichzeitig auftretende Buschfeuer auf Katastrophenniveau». In einigen Gebieten waren die Bewohner von Fluchtrouten abgeschnitten und wurden daher aufgerufen, vor Ort irgendwo Schutz zu suchen. Auch die Tierwelt ist von den Bränden betroffen: Ein verletztes Känguru in einer Auffangstation. (30. Dezember 2019) Insgesamt sollen 480 Millionen Tiere den Flammen zum Opfer gefallen sein. Dieser Koala hatte Glück. (7. November 2019) Tierschützer gehen derzeit davon aus, dass im Reservat Lake Inn an der Küste von New South Wales mindestens die Hälfte der 500 bis 600 dort lebenden Koalas verbrannt sei. Helfer hatten in den vergangenen Tagen bereits einzelne verletzte Tiere in das Koala-Krankenhaus in Port Macquarie gebracht. Wenn Feuer ausbricht, dann klettern Koalas in die Kronen der Bäume und rollen sich zu einem kleinen Ball zusammen. Kleinere Brände, bei denen das Feuer in der Nähe des Bodens bleibt, können die Tiere mit leicht verkohltem Rückenfell überleben. Die Hoffnung noch überlebende Koalas zu finden schwindet. Eine Helferin sagt: «Wir werden die Tiere, die an schweren Verbrennungen leiden, human von ihren Schmerzen erlösen.» Der östliche Bundesstaat New South Wales für diese Woche (11.11.2019) den Notstand ausgerufen. Nach Angaben der Feuerwehr sind 40 der 60 Brände in der Region derzeit ausser Kontrolle. «Durch die katastrophalen Wetterbedingungen können sich die Dinge sehr schnell verändern», sagte die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Bundesstaates am Montag in Sydney. «Halten Sie sich um Gottes Willen vom Buschland fern», warnte sie die Menschen in der Region. Besonders am Dienstag solle es sehr heiss werden, zudem rechne man mit heftigen Winden. Eine Notstandserklärung ermöglicht es der Feuerwehr, alle staatlichen Ressourcen zu mobilisieren sowie Evakuierungen zu organisieren. Die Einsatzkräfte laufen von Ort zu Ort, um neue Brände zu löschen. Gigantische Rauchwolken umhüllten mitunter ganze Ortschaften. Wohngebiete waren wegen der Brände von wichtigen Fluchtrouten abgeschnitten, laut Behördenangaben musste die wichtigste Autobahn zwischen Sydney und Brisbane, der Pacific Highway, zwischenzeitig geschlossen werden. Bei Dutzenden Buschbränden im Osten des Landes sind seit vergangener Woche mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Rund 100 weitere wurden verletzt, darunter 20 Feuerwehrleute. Mehr als 150 Häuser und Wohnungen wurden von den Flammen beschädigt. Mindestens 40 Schulen wurden bereits geschlossen. Lyn und Peter Iverson haben alles verloren. Bisher ist den Behörden zufolge eine Fläche von knapp einer Million Hektar Land betroffen. Den Buschfeuern ging eine Dürreperiode voraus: Feuerwehrmänner bekämpfen die Brände in Woodford, New South Wales. (8. November 2019) Selbst aus dem Weltall sind die Buschfeuer zu erkennen. In einigen Gebieten waren die Bewohner von Fluchtrouten abgeschnitten. Auch aus der Luft wird versucht, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Rauchwolken verdunkeln den Himmel und ... ... sind von Weitem, wie hier in der Nähe von Tuncurry (etwa 300 Kilometer nördlich von Sydney), zu sehen. Zahlreiche Häuser wurden zerstört.

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In Australien wüten derzeit die heftigsten Buschfeuer seit Jahren. Mindestens 26 Menschen und mehr als eine Milliarde Tiere sind bereits ums Leben gekommen. Eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Durch eine erneute Hitzewelle und starken Wind droht eine weitere Ausweitung der Brände.

Trotz rund 15'000 Kilometer Entfernung geht Dana Wyss (35) die Naturkatastrophe in Down Under sehr nahe. Die Coiffeuse aus Grindelwald BE ist in Sidney geboren und lebte 28 Jahre dort, ehe sie wegen ihres Mannes in die Schweiz zog. «Mein Herz bricht Tag für Tag mit der Nachricht von Australiens Buschfeuern», schreibt die schweizerisch-australische Doppelbürgerin auf Facebook. Die Bilder des Infernos in den Nachrichten hätten ein Gefühl der Hilflosigkeit in ihr ausgelöst, sagt Wyss.

Kleiner Beitrag zur Verbesserung

Diesem Gefühl wirkt die Grindelwaldnerin nun zumindest ein bisschen entgegen: Bis zum 26. Januar spenden Wyss und ihre Arbeitskollegin alle ihre Trinkgelder an verschiedene australische Hilfsorganisationen, die sich um die Opfer der Brände kümmern, Tiere retten oder die Feuerwehr unterstützen.

Die Spendenaktion läuft seit Mittwoch. «Bisher sind ungefähr 200 Franken zusammengekommen», sagt Wyss. Das habe sie in dieser kurzen Zeit nicht erwartet. Einige Leute hätten sogar etwas gespendet, ohne sich die Haare schneiden zu lassen. Wyss: «Ich glaube, die Menschen sind froh, dass sie auf diese Weise einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Lage leisten können.»

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • simsi am 11.01.2020 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Aktion!

    Schöne Aktion! Schade spenden meistens mehr die Leute welche über wenig Geld verfügen, als solche, die es mehr hätten!

  • Vivian am 11.01.2020 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Taten,

    ... nicht nur Worte. Bravo!

  • Dave am 11.01.2020 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache

    Würde mir direkt einen Haarschnitt mit gutem Trinkgeld gönnen, doch wohne ich leider zuweit weg. So oder so, tolle Aktion

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fia am 11.01.2020 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbildlich

    Ich denke dies ist die beste Möglichkeit zu spenden, im Wissen dass das Geld auch richtig ankommt. Keine Ahnung wiso, aber ich traue dieser Dame.

  • Gumibärliliebi am 11.01.2020 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Grossherzig

    Eine tolle Idee. Schön so etwas zulesen!

  • simsi am 11.01.2020 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Aktion!

    Schöne Aktion! Schade spenden meistens mehr die Leute welche über wenig Geld verfügen, als solche, die es mehr hätten!

  • Dave am 11.01.2020 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache

    Würde mir direkt einen Haarschnitt mit gutem Trinkgeld gönnen, doch wohne ich leider zuweit weg. So oder so, tolle Aktion

  • Roli Rola am 11.01.2020 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Bravo..Deine Kunden in Grindelwald haben genug Geld...