Neuheit in Bern

03. Oktober 2018 18:01; Akt: 04.10.2018 05:57 Print

Coop testet Bio-Gemüse ohne Verpackung

Bio-Gemüse möchte Coop künftig wenn immer möglich verpackungsfrei verkaufen. Nun wird ein System getestet, wie die Produkte auch ohne Verpackung deklariert werden können.

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«Elastitag» – so nennt sich die Etikette mit schwarzem Gummiband, welche als neue Biokennzeichnung des Gemüses dienen soll. Coop schreibt, dass mit dem Elastitag etwa beim Bio-Chinakohl 80 im Vergleich zu verpackter Ware und beim Bio-Wirz 70 Prozent an Material eingespart werden könne.

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Die Elastitags will Coop nun erstmals in Bern einführen, später soll die ganze Schweiz folgen. Berner Kunden sollen das unverpackte und lediglich umwickelte Gemüse ausprobieren. Mit den Elastitags werde die gesetzliche Deklarationspflicht von Bioware eingehalten, teilte Coop mit. Als langfristige Lösungen werde etwa Laser-Tagging geprüft. Bis Herbst 2019 will Coop mit Bio-Suisse-Lieferanten überall dort auf Verpackungen verzichten, wo es möglich und sinnvoll sei, heisst es bei Coop.

Bis 2023 CO2-neutral

Grund für diese Massnahme sei unter anderem, dass es für viele Kunden kaum nachvollziehbar sei, wenn Bioprodukte in Plastik verpackt werden. Zudem habe man sich das Ziel gesetzt, bis 2023 CO2-neutral zu sein. Auch im Take-away-Bereich würde man bereits viele Produkte unverpackt anbieten und habe bei den Salaten den Materialanteil um rund 34 Prozent reduziert.

Gummibändeli nicht bei allen Produkten

Zusammen mit der Hochschule für Life Sciences der Fachhochschule Nordwestschweiz (HLS FHNW) hat Coop untersucht, welche Biofrüchte und -gemüse ohne Plastikverpackung verkauft werden können. Wichtig dabei ist, dass bei Transport und Lagerung die Ware unversehrt und frisch bleibt.

Um dies zu testen, setzten die Forscher ausgewählte Bioprodukte jener Temperatur und Luftfeuchtigkeit aus, die auch im Coop-Verkaufsstellen vorherrschen. Es stellte sich heraus, dass besonders bei Wurzel- und Knollengemüse auf Verpackung verzichtet werden kann. Empfindlichere Früchte und Gemüsesorten wie Beeren oder Rosenkohl brauchen hingegen eine Verpackung.

Plastiksäckli bleiben

Dennoch: In der Gemüse- und Früchteabteilung von Coop gibt es nach wie vor Plastik-«Säckli» zum Einpacken der Ware. Coop schreibt dazu: «Wir bieten unseren Kunden seit November eine ökologische Alternative zu den Plastiksäckchen, welche äusserst beliebt ist: Von unseren Multi-Bags, einem Mehrwegbeutel für Früchte und Gemüse, haben wir bereits über 300'000 Stücke in Umlauf gebracht.»

(bho)