Schweizer Fussball

26. November 2018 15:33; Akt: 26.11.2018 15:56 Print

Cupfinal 2019 findet erneut in Bern statt

Nun ist es offiziell: Der Final im Schweizer Fussballcup findet auch nächstes Jahr wieder in Bern statt. Die Berner Stadtregierung zeigt sich zufrieden.

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Zürcher Jubel nach dem Cupfinal 2018 in Bern: Der FC Zürich gewinnt den Cupfinal mit 2:1 dank ehrlicher Defensivbüez und den Toren von Michi Frey und Antonia Marchesano. Zürcher Jubel die Zweite: Der Cup-Kübel ist zwar in Bern, aber einmal mehr nimmt ihn jemand wieder mit. Michi Frey – ausgerechnet er – bringt den FCZ mit einem Flachschuss aus knapp 20 Metern in Führung. Meme-Alarm nach dem 1:0: Torschütze Michi Frey rennt mit offenem Mund knapp vor YB-Trainer Adi Hütter vorbei. Die FCZ-Bank feiert Freys Treffer. Dem FCZ gehört die Startphase. Direkt nach dem 1:0, die nächte Grosschance für die Zürcher. Winter taucht in der 12. Minute alleine vor Wölfli auf – und scheitert. YB tut sich schwer. Als es erstmals gefährlich wird im Zürcher Strafraum, zieht Assalé ab. FCZ-Goalie Brecher ist geschlagen, aber Verteidiger Thelander klärt in der 21. Minute spektakulär auf der Linie. Der nächste Nackenschlag für Gelb-Schwarz: Marcesano erzielt in der 73. Minute das 2:0 für den FCZ. Die Zürcher spielen da schon in Unterzahl. Weil sich sein Mitspieler Sangoné Sarr bereits abgemeldet hat. Erst zur Pause eingewechselt, langt Sarr ein paar mal sehr hart zu und sieht für seine Fouls zweimal gelb. Nach 20 Minuten ist sein Arbeitstag beendet. Leittragender war Sékou Sanogo. Der YB-Mittelfeld-Motor musste einige Male mächtig einstecken – hatte aber selbst auch Glück: In der ersten Halbzeit wischte er Michael Frey die Hand durchs Gesicht und sah dafür nur gelb. YB steckt nach dem 0:2 nicht auf, rennt an: Mit dem Tor von Sulejmani kehrte die Hoffnung zurück. Der Berner Flügel traf per Kopf zum 1:2. Abgetaucht: Es war für einmal nicht der Tag des Guillaume Hoarau. Der Mann mit der 99 fand überhaupt nicht ins Spiel, kam selten in die Kopfballduelle, die ihn so gefährlich machen. Nach dem Spiel sagte Frey gegenüber dem Schweizer Fernsehen: «Mit mir hätte YB das Double gewonnen.» YB-Trainer Adi Hütter nach der Niederlage.

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Der Fussball-Cupfinal findet 2019 erneut in Bern statt. Das hat der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) beschlossen. Die Berner Stadtregierung freut sich über den Entscheid.

«Wir spürten von Beginn an, wie sehr Bern diesen Final wollte», sagt SFV-Verbandspräsident Peter Gilliéron laut einer Mitteilung des Verbands vom Montag.

Bis 2014 wurde der traditionsreiche Anlass zumeist in der Bundesstadt durchgeführt. 2013 und 2014 kam es aber zu Gewaltexzessen randalierender Fans. Die Berner Stadtregierung machte darauf deutlich, dass der Cupfinal nicht mehr willkommen sei. Der Verband suchte deshalb nach neuen Standorten. 2015 fand das Endspiel in Basel statt, 2016 in Zürich, 2017 in Genf.

Berner Stadtregierung bemühte sich um Cupfinal

2017 trat in Bern eine Stadtregierung in neuer Zusammensetzung ihre Arbeit an. Sie vollzog einen Sinneswandel und bemühte sich wieder aktiv um die Durchführung des Cupfinals. Diese Haltung bekräftigte sie auch, als es rund um den Cupfinal vom Mai dieses Jahres in Bern zu verschiedenen Vorfällen kam.

Die beiden - bewilligten - Fanmärsche zum Stade de Suisse wurden beispielsweise begleitet durch Knallpetarden und Rauchbomben. Fans urinierten öffentlich, versprayten Gebäude und Autos und ein Tankstellenshop wurde bestohlen.

«Es sollte auch vermehrt Länderspiele in Bern geben»

Grundsätzlich gehöre der Cupfinal einfach nach Bern, schrieb die Berner Stadtregierung im September 2018 in einer Antwort auf einen Vorstoss im Stadtparlament.

Ihre Freude über den SFV-Entscheid gab die Berner Stadtregierung am Montag in einer Mitteilung bekannt. Darin steht auch, sie habe dem SFV mitgeteilt, aus ihrer Sicht gehörten wichtige Fussballspiele in die Hauptstadt. «Dazu sollten gemäss Gemeinderat vermehrt auch Länderspiele gehören.»

(bho/sda)