Entsorgung Bern

10. Dezember 2019 17:49; Akt: 10.12.2019 18:05 Print

Antworten auf eure Fragen zum neuen Trennsystem

Das neue Trennsystem der Stadt Bern spaltet die 20-Minuten-Community. Die Verantwortlichen stellen sich den Zweifeln und Fragen der Leser.

Christian Jordi, Leiter von Entsorgung + Recycling Bern erklärt das neue Trennsystem. (Video: RC)
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Der Artikel über das neue Farbsack-Trennsystem, dass bereits 2022 in der Stadt Bern eingeführt werden könnte, schlug bei den Lesern hohe Wellen. Über 230 Kommentare sammelten sich unter dem Beitrag. Etliche Leser übten Kritik am neuen System und bezweifelten die Umsetzbarkeit. 20 Minuten hat Christian Jordi, Leiter von Entsorgung + Recycling Bern damit konfrontiert.

Illegale Entsorgung


Frage: Manche Leser vermuten, dass mit dem neuen Systems vermehrt illegaler Abfall entsorgt wird. Gibt es diesbezüglich Kontrollen?

Christian Jordi: «Im Pilotversuch wurde das Trennverhalten systematisch untersucht. Es hat sich gezeigt, dass weniger falsch entsorgt wurde als beim heutigen System. Elektro- und Elektronikgeräte können in jedem Verkaufsgeschäft kostenlos zurückgegeben werden. Ebenfalls nehmen Apotheken in Bern Medikamente zurück. Eine systematische Kontrolle der Säcke ist nicht geplant.»

Zu wenig Platz


Frage: Einige Leser befürchten, dass sie in ihrer Wohnung nicht genügend Platz haben, um sechs verschiedene Abfallsäcke zu beherbergen. Gibt es dazu eine Lösung?

Christian Jordi: «Das Sammeln in Farbsäcken soll freiwillig sein. Jeder soll so sammeln wie er es für richtig befindet und wie er Platz hat. Fakt ist, dass die meisten bereits schon heute die gängigen Fraktionen in ihren Wohnräumen sammeln und dafür den entsprechenden Platz gefunden haben.»

Sack aus Plastik


Frage: In den Kommentaren wurde bemängelt, dass die farbigen Säcke aus Plastik sind.

Christian Jordi: «Die Farbsäcke bestehen mehrheitlich aus rezykliertem Kunststoff und werden nach der Nutzung auch wieder dem Recycling zugeführt. Die Ausnahme bildet der Sack für das Altglas, der aus Stabilitätsgründen aus verschiedenen Kunststoffen hergestellt werden muss. Er besteht ebenfalls aus rezykliertem Kunststoff, wird aber nach der Nutzung thermisch verwertet.»

In der gleichen Tonne


Frage: Die farbigen Säcke werden zusammen im Container gesammelt und gemeinsam in den Abfallwagen geleert. Wie wird der Abfall anschliessend getrennt? Was passiert, wenn die Säcke reissen?

Christian Jordi: «Die Säcke werden im Kehrichtwagen nicht verdichtet. Sie werden in einer speziellen Sortieranlage getrennt, wo darauf geachtet wird, dass die Säcke bis zur Sortierung unbeschädigt bleiben. Herausgefallenes Material wird aussortiert.»

Platzprobleme


Frage: Könnte es wegen der Container Platzprobleme vor den Häusern geben?

Christian Jordi: «In Zürich wird Kehricht ebenfalls in Containern gesammelt. Dort sind die Häuser tendenziell grösser als in Bern und die Sammlung funktioniert. Nach einer ersten Prüfung gibt es auch in Bern mehrheitlich genügend Platz für die Container. Ansonsten werden Lösungen auf öffentlichem Grund angeboten.»

Was ist mit den Kosten?


Frage: Entstehen durch das neue System Mehrkosten für die Stadt? Wenn ja, in welchem Umfang?

Christian Jordi: «In der öffentlichen Vernehmlassung wird das Konzept für die stadtweite Umsetzung präsentiert. Sollten in der Vernehmlassung Änderungswünsche auftreten, könnte dies Auswirkungen auf die Kosten haben. Daher können die Kosten erst nach erfolgter Vernehmlassung genauer beziffert werden.»

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • XC 90 am 11.12.2019 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fertig gedacht???

    Ich als aktiver Mülltenner denke, dass Herr Jordy und Bern noch nicht alles fertig gedacht haben. z.B. den Müllwageninhalt nicht verdichten!? Das würde heißen, alle paar Blocks in die Sammelstelle fahren????

  • Typhoeus am 11.12.2019 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recycling stösst

    an seine Grenzen.

  • Typhoeus am 11.12.2019 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die meisten Bürger

    haben nicht den Platz in den Küchen. Verpackungsmaterial zu vielseitig und sperrig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • XC 90 am 11.12.2019 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fertig gedacht???

    Ich als aktiver Mülltenner denke, dass Herr Jordy und Bern noch nicht alles fertig gedacht haben. z.B. den Müllwageninhalt nicht verdichten!? Das würde heißen, alle paar Blocks in die Sammelstelle fahren????

  • Typhoeus am 11.12.2019 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recyling Aufwand

    kreiert Stress und Abscheu.

  • Typhoeus am 11.12.2019 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recycling stösst

    an seine Grenzen.

  • Typhoeus am 11.12.2019 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die meisten Bürger

    haben nicht den Platz in den Küchen. Verpackungsmaterial zu vielseitig und sperrig.

  • Bebit am 10.12.2019 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut gefragt..

    Interessant wäre es zu erfahren, was die Arbeiter dazu sagen, die den Abfall täglich sortieren müssen.?