Taucherbrillen- und Burkini-Verbote

19. September 2019 19:16; Akt: 19.09.2019 19:16 Print

So skurril war der Badi-Sommer 2019

Ein angebliches Taucherbrillen-Verbot wegen Spannern, ein Polizeieinsatz wegen einer Frau im Burkini: 20 Minuten blickt zurück auf die verrücktesten Badi-Episoden 2019 im Mittelland.

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Der Badi-Sommer 2019 geht langsam aber sicher auch im Schweizer Mittelland zu Ende: Während einige Freibäder bereits letztes Wochenende ihre Tore geschlossen haben, tun dies andere spätestens nächsten Sonntag. Zeit also, auf die skurrilsten Badi-Geschichten des Jahres zurückzublicken!

GRENCHEN
4-jährige Spanner?

Die junge Mutter im Grenchner Schwimmbad traute anfangs Juni ihren Ohren nicht: Da wurde doch tatsächlich ihr vierjähriger Sohn wegen Tragens einer Taucherbrille des Nichtsschwimmer-Beckens verwiesen. Dies, weil sich angeblich Frauen beschwert hätten, sie würden beim Schwimmen von Kindern unter Wasser beobachtet. Ihrem Ärger verschaffte die Frau auf Facebook Luft. Schnell kommt ein ungeheuerliches Gerücht auf: Die eigentliche Spassbremse sei Stadtpräsident François Scheidegger. Dieser habe höchstpersönlich Verbot ausgesprochen, nachdem sich einige prüde Damen bei ihm über die kleinen Spanner beklagt hätten.

Chef-Bademeister Paul Markus Joss stellte auf Anfrage dieser Zeitung klar: Taucherbrillen im Nichtschwimmerbecken seien sehr wohl gestattet. Tatsächlich habe sich aber ein Mitarbeiter über das Reglement hinweggesetzt und dem Buben die Brille verboten. Joss las ihm die Leviten, worauf der Fehlbare sich einsichtig zeigte und Besserung gelobte.

Stapi Scheidegger brach indes in schallendes Gelächter aus, als ihn 20 Minuten mit dem Gerücht konfrontierte, er stecke hinter dem angeblichen Taucherbrillen-Bann. Ihm seien jedenfalls keine Beschwerden über kleine Glüschteler zu Ohren gekommen.

BALSTHAL
Polizeieinsatz wegen Burkini

In den Statuten der Badi Balsthal SO heisst es unmissverständlich: «Das Tragen über die Knie ragender Badekleidung ist untersagt.» Eine Frau pfiff im August dann auf diese Regelung und stieg absichtlich mit einem Burkini ins Wasser – worauf die wiederum von der Bademeisterin zurückgepfiffen wurde. Es nützte nichts: Die Muslimin planschte weiter in ihrem Ganzkörperanzug. Ihre Freundin begann zur selben Zeit, die Bademeisterin zu filmen und zu fotografieren. Diese rief daraufhin die Polizei.

Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine geplante Aktion: Die Frau war Anhängerin des Islamischen Zentralrates Schweiz (IZRS), der mit der Aktion nach eigenen Angaben gegen «islamophobe Vorschriften» protestieren wollte. Rundum gelang die Aktion dann doch nicht: Weil die Badi keine Aufnahmen erlaubt, musste der IZRS das Video wieder vom Netz nehmen.

BERN
Schlägerei mit Metall-Aschenbechern

Wenn die Sonne vom Himmel knallt, brennen bei einigen die Sicherungen schneller durch als üblich. Ende Juni entluden sich die Aggressionen im Wylerbad in Bern: Mehrere Badegäste gerieten sich in die Haare und prügelten aufeinander ein. Gar ein Aschenbecher aus Metall soll als Waffe zum Einsatz gekommen sein. Die Bilanz: Drei Personen wurden verletzt, zwei für weitere Abklärungen auf die Polizeiwache mitgenommen. Markus Gasser, stellvertrender Leiter des Berner Sportamts, wies die Bademeister nach dem Vorfall an, mehr Präsenz zu zeigen, damit die Sicherheit gewährleistet ist.

THUN
Schliessung um Punkt 4

Wenn das Wetter Mitte September einen letzten Badi-Besuch zulässt, dann möchte man den Tag bis zum letzten Sonnenstrahl auskosten. In Thun war das am vergangenen Sonntag nicht möglich. Nachmittags um halb Fünf klagte EVP-Stadtrat Jonas Baumann-Fuchs auf der Facebook-Seite «Du bisch vo Thun wenn...»: «... du heute bei schönstem Badewetter um 16.00 Uhr den Strämu verlassen musstest ... und dich die Begründung, es werde nun gebaut, nicht gerade überzeugt. Liebes Thun, du drohst manchmal an Bürokratie zu ersticken.»

Während die einen Kommentatoren darauf hinwiesen, dass die Schliessung um 16 Uhr schon vor langer Zeit angekündigt wurde, teilten andere den Frust des Politikers: «Etwas Flexibilität bei dem Sommerwetter wäre machbar gewesen. Wenigstens bis 17 Uhr», meinte eine Thunerin.

Keshab Zwahlen, Leiter der Fachstelle Sport im Amt für Bildung und Sport, räumte gegenüber dem «Thuner Tagblatt» Fehler ein. «Eigentlich hätten wir die Gäste wie im Flussbad Schwäbis auch im ‹Strämu› länger bleiben lassen und lediglich ab 16 Uhr keine Neuen mehr einlassen können.» Die rigorose Schliessung um vier könne er sich «nur mit der allgemeinen Nervosität über die erneute, jedoch letzte und nun gestartete Bauphase vom Montag erklären». Zwahlen gelobte Besserung: «Nächstes Jahr wird es anders sein und flexibler gehandhabt werden.»

Und welches war Ihr verrücktestes, skurrilstes, schlimmstes oder witzigstes Badi-Erlebnis 2019? Schreiben Sie uns!

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sara am 21.09.2019 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Leggings

    Mein Highlight dieses Jahr, ich war das erste mal statt wie gewöhnlich im Bikini in Leggings und enges T-Shirt im Schwimmbad. Und es fühlte sich wunderbar angenehm an. Einfach mal ausprobieren

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sara am 21.09.2019 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Leggings

    Mein Highlight dieses Jahr, ich war das erste mal statt wie gewöhnlich im Bikini in Leggings und enges T-Shirt im Schwimmbad. Und es fühlte sich wunderbar angenehm an. Einfach mal ausprobieren