Reitschule

31. März 2010 19:06; Akt: 31.03.2010 19:11 Print

Dealer getötet - lange Haftstrafen

Die drei Männer, die im August 2008 vor der Berner Reitschule einen Dealer tot prügelten, sind vom Kreisgericht Bern-Laupen verurteilt worden. Sie erhielten Freiheitsstrafen zwischen sechs und achteinhalb Jahren.

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In einem Fall wurde der Vollzug der Strafe zu Gunsten einer stationären Massnahme für junge Erwachsene aufgeschoben. Eine solche Massnahme sei für die Betroffenen oft happiger als ein Gefängnisaufenthalt im normalen Strafvollzug, betonte der Gerichtspräsident.

In der Massnahme würden die jungen Erwachsenen die ganze Zeit über eng begleitet und müssten hart an sich arbeiten. Diese Massnahme biete aber auch eine Chance, in jungem Alter noch auf den richtigen Weg zu kommen.

In einem zweiten Fall ordnete das Gericht eine ambulante Psychotherapie im Strafvollzug an. Die drei jungen Männer waren zur Tatzeit zwischen 18 und 19 Jahre alt. Sie gingen nach der Urteilsverkündung zurück in den Straf- und Massnahmenvollzug, den sie vorzeitig angetreten hatten.

Faustschläge und Fusstritte

Die drei hatten in jener Nacht vom Dealer für 20 Franken Heroin gekauft. Als sie dieses rauchen wollten, ging es wohl wegen zuviel Streckmitteln in Flammen auf.

Die drei Angreifer aus Kosovo und Mazedonien knöpften sich den Dealer vor, zwei von ihnen schlugen auf ihn ein. Sie traktierten den 36-jährigen Schweizer mit Faustschlägen und Fusstritten - auch als der Mann bereits wehrlos am Boden lag.

Das Opfer starb mehrere Tage nach dem Vorfall im Spital an den Folgen eines Milzrisses. Einen weiteren Anwesenden schlugen die Angreifer ebenfalls zusammen. Damit wollten sie verhindern, dass dieser die Polizei alarmiert.

Sofort zugeschlagen

Die drei seien nicht bloss zum Dealer zurückgekehrt, um ihn zur Rede zu stellen, sondern um ihn zu verprügeln und ihm «den Tarif durchzugeben», sagte der Gerichtspräsident am Mittwoch. Dafür gebe es Hinweise. Zeugen hatten ausgesagt, die jungen Männer hätten sofort zugeschlagen, ohne vorherigen Wortwechsel.

Die drei hätten davon ausgehen müssen, dass die Faustschläge und Fusstritte für das Opfer gefährlich seien. Mit dem Tod des Opfers hätten sie aber nicht unbedingt rechnen müssen, kam das Gericht zum Schluss.

Deshalb ging es in zwei Fällen vom Tatbestand der vorsätzlichen, schweren Körperverletzung und der fahrlässigen Tötung aus, in einem Fall von Gehilfenschaft zu vorsätzlicher, schwerer Körperverletzung.

(sda)