Gustav à l'école

12. Mai 2014 06:06; Akt: 12.05.2014 13:06 Print

Der «Chorleiter» bringt der Nation Französisch bei

Der Freiburger Musiker und «Kampf der Chöre»-Star Gustav will das Image des Schulfachs Französisch aufpolieren – dafür gibt er Schulklassen eine einzigartige Musiklektion.

storybild

Headbangen und dabei Französisch lernen: Der Freiburger Musiker Gustav tourt mit seiner Schulstunde durch den Kanton Bern.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit seinem Programm «Gustav à l'école» will der Freiburger Musiker Berner Schüler zum Klatschen, Beatboxen, Singen bringen – und zum Französischlernen. Das unpopuläre Fach soll dank dem Multi-Instrumentalist beliebter werden.

Ziel der zwei Lektionen ist es, den Kindern auf humorvolle Art 20 Instrumente näherzubringen, zusammen mit Gustav einen französischen Song zu singen und so eine Vielzahl von Begriffen und Sätzen zu lernen. «Man kann es als musikalisch verpackte Französisch-Lektion beschreiben», sagt Gustav. Damit das Vokabel-Lernen gelingt, verbindet er die französische Sprache mit Spass: «Vor meiner Musiker-Karriere war ich selbst Primarlehrer und weiss daher, dass solche Anlässe an den Schulen eher Mangelware sind.»

Kanton unterstützt Projekt

Für die Musiklektion tritt Gustav vor der gesamten Schule in der Aula oder der Turnhalle auf. So hätten auch bereits Kindergärtner die Möglichkeit, mit der zweiten Landessprache in Kontakt zu kommen. «Es ist jeweils schön anzusehen, dass auch die Kleinsten nach der Lektion zwei oder drei französische Wörter gelernt haben», sagt Gustav. Das Projekt startete er vor zwei Jahren und war damit in der Region Zürich und seinem Heimatkanton Freiburg unterwegs.

Die Idee von Gustav stösst auch bei der Erziehungsdirektion des Kantons Bern auf Interesse. Diese bietet auf ihrer Website Kultur-Gutscheine an, mit welcher interessierte Lehrer den musikalischen Französisch-Unterricht an ihre Schule holen können. Der Auftritt von Gustav schlägt mit 1500 Franken zu Buche – für zwei Lektionen. Der Kanton zahlt etwas über die Hälfte daran. Der Musiker verspreche intelligente, humorvolle und lehrreiche Unterhaltung für Kinder und Jugendliche, schreibt die bernische Erziehungsdirektion auf ihrer Website.

Auch nationale Bildungspolitiker können dem musikalischen Französischunterricht etwas abgewinnen. «Künstler vermögen junge Leute mitzureissen und können so etwas bewegen», sagt der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen. Dennoch sei es wichtig, dass auch das tatsächliche Wörterbüffeln nicht zu kurz komme. Und natürlich stelle sich bei solchen Projekten stets die Frage, wie bildungsrelevant sie seien – gerade weil im Kanton Bern überall gespart werden müsse.

(tok/smü)