Bern/Freiburg

08. November 2010 22:57; Akt: 08.11.2010 21:56 Print

Der Online-Coach hilft, Essattacken zu bekämpfen

von Bigna Silberschmidt - Kann man Essstörungen künftig ohne Arzt behandeln? Forscher der Unis Bern und Freiburg testen Online-Selbsttherapien für diverse Krankheiten.

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Hilfe vom Online-Coach? (Bild: colourbox/fotomontage)

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Horrende Arztrechnungen für langwierige Behandlungen könnten in manchen Fällen bald Vergangenheit sein: Ein Forschungsteam der Uni Freiburg setzt nämlich neu auf Online-Therapien. «Falls diese Erfolg haben, könnte das massgeblich zur Senkung der Arztkosten beitragen», so Psychologin und Koordinatorin Anne Brauhardt. Ein Pilotprojekt soll nun zeigen, wie gut sich Personen, die unter unkontrollierten Essattacken und Übergewicht leiden, selbst mit Hilfe von Tipps vom Bildschirm heilen können. Die Vorteile der Online-Hilfe sind laut Brauhardt vielzählig. «Man ist zeitlich und örtlich völlig unabhängig», sagt sie etwa. Durch die Gewährleistung der Anonymität sinke zudem die Hemmschwelle für eine Therapie. Für den kostenlosen viermonatigen Pilotversuch sucht die Uni derzeit Probanden. Diese werden von einem Online-Coach betreut und führen beispielsweise ein Ernährungs-Tagebuch. Auch die Uni Bern testet Genesung per Internet: Das Projekt von Eveline Frischknecht richtet sich an Angehörige von Personen mit Hirnverletzungen. Sie können sich in einem Forum austauschen und erstellen unter anderem eine Anti-Stress-Agenda, in der sie Genussmomente bewusst planen. Auch dafür werden Freiwillige gesucht.