Neu an der Uni Bern

08. Januar 2013 18:45; Akt: 08.01.2013 18:51 Print

Der Professor Bienlein der Schweiz

von Adrian Müller - Im Kampf gegen das Bienensterben geht die Uni Bern in die Offensive: Peter Neumann soll Bern an die Weltspitze führen.

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Der erste Bienen-Professor der Schweiz in Aktion: Peter Neumann kämpft mit seiner Forschung gegen das Bienensterben. (Bild: zvg)

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Das Bienensterben hat dramatische Ausmasse angenommen: «Letztes Jahr sind in der Schweiz die Hälfte aller Bienen gestorben – nur wissen wir nicht genau, warum», sagt Bienenforscher Peter Neumann (45).

Das soll sich ändern: Die Uni Bern ernannte den Deutschen gestern zum ersten Professor für Bienengesundheit der Schweiz. Eine Stiftung finanziert die Professur mit fünf Millionen Franken für vorerst 10 Jahre. Neumann will Licht ins Dunkel des unerforschten Bienensterbens bringen und etwa herausfinden, warum die Milbe «Varroa Destructor» europäischen Honigbienen den Garaus macht, während sie asiatische Bienen unbehelligt lässt.

Uni soll Kampf gegen Bienensterben anführen

«Man muss den Feind gut verstehen, um ihn bekämpfen zu können», so Neumann. Sein Ziel ist kein geringeres, als die Uni Bern international an die Weltspitze der Bienen-Forschung zu bringen.

Das Bienensterben ist spätestens seit dem erfolgreichen Schweizer Dok-Film «More than Honey» in aller Munde. «Früher hat man mich ausgelacht wegen meinem Job. Nun werden wir ernst genommen», sagt Neumann, der seit 2006 in Bern arbeitet. Edmund Nigg vom Berner Bienenzüchterverband ist froh über die Forschungsoffensive: «Wir erwarten keine Wunder. Aber es ist höchste Zeit, dass etwas gegen das rätselhafte Sterben unternommen wird.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mami Sagt am 08.01.2013 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Ohne Bienen kein Leben. Wir brauchen sie!!!!

  • Heiziger am 08.01.2013 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Echt gut investiert!

    Die 5 Mille sind sicher gut investiert! Ohne Bienen, keine Pflanzen. Ohne Pflanzen kein Futter. Ohne Futter, keine Menschen!

  • Franz Morgenthaler am 08.01.2013 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Otto Morgenthaler

    Der erste Bienenprofessor in Bern hiess Otto Morgenthaler.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dan Schaefler am 09.01.2013 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Summ mir das Lied vom Tod!

    Die globale Nahrungsmittelproduktion hängt zu 35% von bestäubenden Insekten ab. 4000 in Europa angebaute Gemüsesorten gibt es nur dank fleissiger Bienen. Man muss sich das mal vor Augen führen. Was kann man tun? - Biologische korrekt angebaute Lebensmittel konsumieren - Im Garten selbst nicht zu Gift greifen Und die Petition zum Schutz der Bienen unterschreiben.

  • Henry am 09.01.2013 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt auch Wildbienen

    Beim Bienensterben tappt man trotz weltweiter Anstrengungen im Dunkeln. Mal sind neben der Varroa Milbe Pestizide, Mobilfunk oder genverämderte Pflanzen etc. schuld am Bienensterben. Weshalb untersucht man nur die Honigbienen und die Wildbienen nicht? Für die Bestäubung wären die genau so interessant.

  • Inker am 09.01.2013 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so!

    Als Imker, ich betreue 10 Völker, liegt mir die Gesundheit der Bienen sehr am Herzen. - Dass der Kanton Bern nun den Neumann mit viel Geld unterstütz wird ist schön und gut. - Vielleicht aber sollte sich der Kanton mal Gedanken darüber machen, wieso jedem Jung-Imker dermassen viele Hinterdnisse beim Starten in den Weg gestellt werden. - Es ist einfach lachhaft, dass man beispielsweise für das Aufstellen von Bienen-Kästen in den Gemeinden eine Baubewilligung machen muss. Und noch viele andere Unannehmlichkeiten stehen an. - Mich dünkt, dass die Forschungsgruppe Bienen bei agroscope ausreicht!

  • mic/mic am 09.01.2013 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    CH-Honig bald Geschichte?

    es bleibt zu befürchten, dass wir uns wohl alle in weniger als einer menschl. Generation verwundert die Augen reiben werden, wieviel in der Natur ohne Honig-Bienen nicht mehr funktioniert

  • Biene Maja am 09.01.2013 05:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da muss man ja "eingehen"

    Wenn die Imkerei teilweise weiterhin so intensiv betrieben wird wie die Milchkuhhaltung ist es kein Wunder, dass die kleinen Brummis keine Substanz mehr haben! Auch hier haben die Bioimker (im Ausland) bessere Karten - äh Bienenvölker! Sie bräuchten den Grossteil des Honigs selber, wir fressen ihn aber weg! Damit fehlen ihnen die Abwehrstoffe und ihr Futter! Unsere intensive Landwirtschaft fördert das Ueberleben der Bienen auch nicht! Und die Fettwiesen, perfekten Rasen und Gärten sind belastet und steril und werden gemäht und "gepflegt" bevor sich ein Blümchen zeigt!