Chronologie der Geschehnisse

15. März 2019 14:58; Akt: 15.03.2019 14:59 Print

Reitschule warnt neu mit Sirene vor Polizeieinsätzen

Ein Polizeiauto fährt auf das Trottoir, der Polizeichef schreibt einen versöhnlichen Brief und die Reitschule ist neu mit einer Sirene ausgestattet. Warum?

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Die Ereignisse in der Stadt Bern rund um die Reitschule haben sich in den vergangenen Tagen wieder einmal überschlagen. Doch was ist eigentlich alles passiert – und weshalb?

Ausschlaggebend für die jüngste Entwicklung war der erste Freitagabend dieses Monats. Kurz nach Mitternacht fuhr ein ziviles Polizeiauto auf das Trottoir vor der Reitschule, um Sprayer anzuhalten. Bezüglich des Tempos kursieren zwei diametral unterschiedliche Versionen: Während die Polizei von «Schritttempo» spricht, beschuldigen Reitschüler, die Polizei sei schnell «wie bei einer Amokfahrt» auf dem Trottoir gerast.

Zwei Sichten, zwei Reaktionen

Nach wie vor ist nicht klar, wie schnell die Polizei tatsächlich auf die Menschenmenge zufuhr. Dennoch haben beide Seiten reagiert.

Der Kommandant der Kantonspolizei Bern, Stefan Blättler, der bisher nicht offensiv mit der Reitschule kommunizierte, wendet sich mit einem offenen Brief an die Reitschüler. Mit den Worten «ein ungewöhnlicher Weg, aber warum nicht» wurde das Schreiben im Internet veröffentlicht. Der Ton ist äusserst versöhnlich: «Zwischen den Besuchenden der Reithalle und der Kapo gibt es aus meiner Sicht keine Unterschiede in den Grundwerten.» Die Polizei habe aber den Auftrag, die Gesetze durchzusetzen und vor Ort etwa gegen Dealer vorzugehen.

Die Betreiber der Reitschule sehen hinter den Worten ein Ablenkungsmanöver, eine «gezielte PR-Aktion, um sich nach der aktuellen Kritik wieder in ein besseres Licht zu rücken». Dass die Zeilen des Kommandanten die Wogen nicht zu glätten vermochten, zeigte sich schon wenige Stunden später.

Die neue Alarmanlage der Reitschule

Noch am Tag der Veröffentlichung führte die Polizei auf dem Vorplatz des Kulturzentrums eine Drogen-Razzia durch. Vor Ort wurden die Polizisten aber promt von einer Sirene aus dem Innenhof der Reitschule überrascht. Die Betreiber warnen neuerdings mit einer «Schau-hin»-Sirene vor Einsätzen. «Die Sirene macht die Besucher der Reitschule auf die drohende Gefahr von Polizeiübergriffen aufmerksam», erklärt die Mediengruppe der Reitschule das neue Instrument. Der Alarm sei ein Mittel vonseiten der Reitschule für die Deeskalation.

Zeitgleich ertönt in der Stadt Bern erneut eine immerwährende Forderung: Nach dem jüngsten Vorfall fordern linke Parteien eine unabhängige Beschwerdestelle für die Kantonspolizei. Eine Lösung ist derzeit aber noch nicht in Sicht.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stirnrunzler am 15.03.2019 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Rätsel

    Mir als Ostschweizer ein Rätsel, weshalb man in Bern Anarchie und einen solchen Bezeieb zulässt...

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  • D.Enker am 15.03.2019 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    zum Glück

    schicken wir Zürcher und auch andere Kantone jedes Jahr Geld an den Kanton Bern. Ansonsten könnten sie sich diesen Schandfleck gar nicht mehr leisten....

    einklappen einklappen
  • q.t. am 15.03.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    und das gibt es auch nur in Bern, dass dieser linker saftladen subventioniert wird. Ein Hohn dem Steuerzahler, sind doch anders gesinnte dort nicht willkommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • E. Hess am 15.03.2019 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Dieselfahrverbot in der Stadt Bern

    Das baldige Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in der Stadt Bern wird auch für Polizeiautos gelten.

  • User am 15.03.2019 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich...

    Personen die vor Radarfallen warnen, werden verfolgt und gebüsst! Genau das gleiche sollte mit den Betreibern dieser Sirene geschehen.

  • Dr.Tell am 15.03.2019 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg damit!

    Die Sirene dient der Deeskalation.... Unglaublich! Und das Schlimmste, die meinen das auch noch ernst... Die Reitschule abreissen, das würde der Deeskalation dienen.

  • q.t. am 15.03.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    und das gibt es auch nur in Bern, dass dieser linker saftladen subventioniert wird. Ein Hohn dem Steuerzahler, sind doch anders gesinnte dort nicht willkommen.

  • Christian Z am 15.03.2019 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mauer drum

    Macht doch eine Mauer drum rum und einen Zugang bei dem alle kontrolliert werden. So können sie drinnen bleiben in ihrem von Bern geduldeten unkontrollierten Raum oder Teil der Gesellschaft sein ohne uns zu stören. Unter keinen Umständen Polizei im innern und alles wird sich langsam klären. So haben wir endlich Ruhe. Wenn diese sich selbst zerstört haben wäre dies ein guter Ort für sozialen Wohnungsbau. Wenigstens würde dieser in diesem Fall sicher weniger kosten als die Vorgänger.