Müll und Urin

26. Juni 2019 04:49; Akt: 26.06.2019 04:49 Print

In diesem Park ist Übernachten nun verboten

Auf dem Thuner Inseli Kehr ist Übernachten im Freien in diesem Sommer verboten. Der Grund sind Klagen von Bewohnern über Littering, Ruhestörungen und öffentliches Urinieren.

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«Zeige Respekt», fordert die Stadt Thun ihre Bewohner auf insgesamt fünf Tafeln auf, die derzeit auf dem Scherzligweg entlang der Aare verteilt sind. Auf orangem Hintergrund finden sich vier bebilderte Gebote und Verbote, von denen drei bei den meisten wohl nicht weiter auf Verwunderung stossen.

In private Gärten gepinkelt

So solle man den Müll im Abfalleimer entsorgen, zwischen 10 Uhr abends und 7 Uhr die Nachtruhe einhalten und auch tagsüber keine verstärkte Musik zu hören. Der vierte Punkt sorgt dagegen für Fragezeichen: Man solle nicht im Freien übernachten, wird gemahnt.

Laut dem Thuner Polizeiinspektor Peter Schütz sind die Tafeln Teil einer Sensibilisierungskampagne, die seit Mitte Mai auf dem Inseli Kehr laufe. Von dort seien in der Vergangenheit zahlreiche Reklamationen über Nachtschwärmer bei der Stadt eingegangen: «Es gab Klagen über Littering, Sachbeschädigungen und Nachruhestörungen», sagt Schütz. «Zudem wurde wiederholt in private Gärten uriniert.»

Auswertung im Herbst

Die Übernachtungen im Freien an sich seien kein Hauptthema der Kampagne, betont Schütz. Weil es solche aber vereinzelt gegeben habe und die Anwohner sich daran gestört hätten, sei auch dieser Aspekt in das Massnahmenpaket eingeflossen.

Zur Wirksamkeit der Schilder kann Schütz noch keine Angaben machen: «Für eine Auswertung ist es definitiv zu früh, zumal wir noch nicht lange schönes Wetter haben.» Im September werde die Stadt mit den Anwohnern zusammensitzen und schauen, ob sich die Kampagne bewährt hat. Schütz gibt sich zuversichtlich: «Sensibilisierungsmassnahmen sind immer gut: Sie machen hellhörig und fördern die Rücksichtnahme.»

(sul)