Sport und Gewalt

28. März 2011 11:39; Akt: 28.03.2011 12:09 Print

Die «Pyros» bleiben ein Problem

Die Stadt Bern kann erste Erfolge bei der Bekämpfung von Gewalt rund um Sportanlässe vermelden. Das liegt unter anderem daran, dass sich YB und SCB am Sicherheitskonzept beteiligten.

storybild

Gerade bei den «Pyros» habe sich die Situation eher verschlimmert als gebessert, zog Nause Bilanz. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Der Aufwärtstrend bei den Sicherheitskosten konnte gestoppt werden», sagte der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause vor den Medien in Bern. Vor allem bei Fussballspielen musste die Polizei vergangenes Jahr rund 15 Prozent weniger Einsatzstunden leisten. Insgesamt kamen aber immer noch rund 29 600 Stunden zusammen, wie Nause weiter ausführte. In Geld ausgedrückt sind dies Kosten von rund drei Millionen Franken. Bei Eishockey-Spielen leistete die Polizei rund 12 000 Einsatzstunden.

Vergleicht man diese Zahlen mit den 76 000 Einsatzstunden, die die Polizei in Form von präventiven Patrouillen in der Berner Innenstadt oder den Quartieren leistet, werde klar, dass die Sportanlässe die Ressourcen stark beanspruchen, sagte Nause.

«Mir wäre lieber, ich könnte diese Stunden für die Polizeipräsenz in der Innenstadt einsetzen», erklärte der städtische Sicherheitsdirektor. Ziel der Stadt bleibt deshalb eine weitere namhafte Reduktion der Sicherheitskosten bei Sportveranstaltungen.

Nause peilt mittelfristig das Niveau von 2005 an, damals leistete die Polizei bei Fussball- und Hockeyspielen zusammen rund 10 400 Einsatzstunden.

Massnahmenpaket zeigt Wirkung

Dass der Aufwärtstrend bei den Sicherheitskosten gebrochen werden konnte, schreibt Nause den verschiedenen Massnahmen von Stadt und Vereinen zu. So beteiligen sich beiden grossen Clubs YB und SCB unter anderem mit 60 000 Franken an den Sicherheitskosten und investierten auch in eigener Regie in die Sicherheit.

Bei den Fussballspielen hat sich nach Angaben der Stadt die striktere Fantrennung positiv ausgewirkt. Dazu gehört etwa, dass Fans der Gastmannschaft im Stadion zurückbehalten werden, bis die Fans der Heimmannschaft abgezogen sind.

Noch keine offiziellen Angaben gibt es zu dem von YB finanzierten Zaun zur Fantrennung zwischen Stadion und Bahnstation Wankdorf. Erste Erfahrungen deuten gemäss Nause aber auf einen Erfolg hin.

Noch nicht am Ziel

Trotzdem sieht sich Nause noch lange nicht am Ziel. Handlungsbedarf ortet er beispielsweise bei den Zutrittskontrollen und beim Abfeuern von pyrotechnischen Gegenständen im Stadion.

Gerade bei den «Pyros» habe sich die Situation eher verschlimmert als gebessert, zog Nause Bilanz. Hier erwarte er ein klares Bekenntnis von Seiten der Klubs und der Fanarbeit, forderte der städtische Sicherheitsdirektor.

Hart ins Gericht ging Nause auch mit den namhaften Fussballverbänden. Diese dürften nicht länger die Augen vor dem Problem der Gewalt an Sportanlässen verschliessen. Bisher hätten die bestimmenden Organisationen wie der Fussballverband oder die Nationalliga das Problem einfach an die öffentliche Hand und die Klubs delegiert.

(sda)