Verfügung anfechten

13. Mai 2012 21:22; Akt: 14.05.2012 08:44 Print

Die Reitschule geht in die Offensive

Die Berner Reitschule will die verschärften Betriebsauflagen nicht hinnehmen. Wie die Vollversammlung am Sonntag entschieden hat, soll die Verfügung angefochten werden.

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Die Reitschule will kein «normaler» Gastrobetrieb sein. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Die Reitschule will die Verfügung des Regierungsstatthalters anfechten und sich zugleich mit Berner Clubs und Beizen vernetzen. Dies hat sie an ihrer Vollversammlung vom Sonntag entschieden, wie die Reitschule gleichentags mitteilte.

Das alternative Kulturzentrum wehrt sich damit gegen verschärfte Betriebsauflagen, die Regierungsstatthalter Christoph Lerch per 11. Mai in Kraft gesetzt hat und mit denen er einen Beitrag gegen den nächtlichen Lärm leisten will.

Was genau er verfügt hat, ist allerdings nicht bekannt, denn der Wortlaut wurde nicht veröffentlicht. Sicher ist, dass auf dem Vorplatz ab 00.30 Uhr keine Getränke mehr verkauft werden dürfen.

«Die Reitschule will kein Teil dieser Politik sein»

Die Reitschule wolle nicht «zu einem angepassten und pflegeleichten – normalen – Kultur- und Gastrobetrieb werden», hiess es im Communiqué weiter. «In diesem Sinne: Die Reitschule will kein Teil dieser Politik sein und wird sich weiterhin aktiv dagegen wehren.»

An der Vollversammlung wurde deshalb beschlossen, dass die Verfügung innert der vorgegebenen Frist von 30 Tagen rechtlich angefochten wird.

Zudem soll die Reitschule das Gespräch und eine vertiefte Vernetzung mit Berner Clubs und Beizen sowie den bereits gegründeten Vereinen für ein urbaneres Berner Nachtleben suchen. Der Grund dafür sei, dass die «Problematik bekannterweise nicht nur die Reitschule und ihren Vorplatz betrifft».

Friedliche nächtliche Strassenparty

In der Nacht auf Samstag hatten hunderte Besucherinnen und Besucher der Reitschule mit einer Strassenparty in der Berner Innenstadt gegen die verschärften Betriebsauflagen protestiert. Der Umzug führte von der Schützenmatte via Bahnhof bis vors Bundeshaus.

Er verlief friedlich. Die Zahl der Teilnehmenden belief sich gemäss Polizei auf mehrere hundert Menschen. Die Junge Alternative vermeldete 4000 Protestierende.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • johannes am 14.05.2012 01:51 Report Diesen Beitrag melden

    kein reiter, aber dafür

    bin weder ein fan der reitschule noch der dort verbreiteten gesinnungen (gute drum n bass parties gibts aber gelegentlich;) trotzdem bin ich für jeglichen protest, der sich gegen künstliche einschränkungen des nachtlebens (und auch sonstiger lebensbereiche) richtet.

  • Leo S am 14.05.2012 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    An ALLE Reitschul Hasser

    Alle die denken das sich in der Reitschule nur Linksextreme, kriminelle Ausländer, Drögeler und sonst zwielichtige Gestalten rumtreiben, lade ich herzlich auf ein Bier in der Reitschule ein. Dann könnt ihr euch ja selber mal ein Bild machen wer dort verkehrt. Mehr als die Hälfte sind nämlich friedliche Studis wie ich auch. Leider gibt es natürlich immer wieder Leute die Stress machen, jedoch gibt es die überall. Wenn die Reitschule weg ist, verlagern sich die Probleme nur! Vielleicht ja sogar vor dein Haus!

  • Hans Dampf am 13.05.2012 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Alternativ zählt anders...

    Wahrscheinlich zählt die "Junge Alternative" auch alternativ. Vielleicht waren es ja auch 400'000 Menschen die dort waren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gerhard B. am 15.05.2012 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Die Verfügung wollen sie also

    anfechten und gleichzeitig kein Teil dieser Politik sein. Das Geld welches die Reitschule aber erhält nehmen sie aber gerne! Wenn die Reitschule ein solch wichtiges und friedliches Kulturzentrum sein soll dann müssen die Betreiber halt dafür sorgen dass die Querulanten welche immer und immer wieder die Polizei angreift entfernt werden. Solange dieser Pöbel unter deren Schutz steht müssen sie sich nicht wundern wenn der Reitschule mehr und mehr ein eisiger Wind ins Gesicht bläst!

  • BERNhard am 14.05.2012 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsfreier Raum

    Alles klar, sofort schliessen! Wer sich nicht an die Auflagen halten kann oder will, muss mit den Konsequenzen leben. Wenn zum beispiel ein Gastrobetrieb die Hygienischeauflagen nicht einhaltet, wird Sie von der Gesundtheitsbehörde geschlossen. Aber wen man fast nur Linke im Gemeinderat hat, wird halt übers Volk hinweg entschieden.

    • Berner am 16.05.2012 10:06 Report Diesen Beitrag melden

      Bravo RH

      Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Was kümmern Gesetze eines Systems, dass sich selber ad absurdum führt. Die RH bietet schon lange Platz für allerlei Experimente und die Bevölkerung hat sich bereits 5 Mal zugunsten der RH entschieden. Wenn sie mit Volk SVP meinen, sind sie in Bern halt in der Minderheit.

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  • B. Erner am 14.05.2012 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Durchgreifen

    Kurz und bündig: stellt die Subventionen ein und kappt Strom und Wasser. Mal schauen, wie lange sie durchhalten! Aber ausser Fordern, einen rechtsfreien Raum schaffen und eine grosse Klappe kommt nichts von dort. Pärkplätze oder eine Wiese mit Kinderspielplatz wären adequater.

  • Leo S am 14.05.2012 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    An ALLE Reitschul Hasser

    Alle die denken das sich in der Reitschule nur Linksextreme, kriminelle Ausländer, Drögeler und sonst zwielichtige Gestalten rumtreiben, lade ich herzlich auf ein Bier in der Reitschule ein. Dann könnt ihr euch ja selber mal ein Bild machen wer dort verkehrt. Mehr als die Hälfte sind nämlich friedliche Studis wie ich auch. Leider gibt es natürlich immer wieder Leute die Stress machen, jedoch gibt es die überall. Wenn die Reitschule weg ist, verlagern sich die Probleme nur! Vielleicht ja sogar vor dein Haus!

  • Klaus J. am 14.05.2012 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Europa hätte gerne unsere Probleme!

    Halb Europa war am Wochenende auf der Strasse. In Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und Ungarn gab es Proteste wegen Jugendarbeitslosigkeit, Zukunftsängsten und Wirschaftsdebakel. Da dürfen wir Schweizer nicht im Abseits stehen! Protestieren wir doch auch, sagten sich ein paar "Betroffene". Wir wollen uns das Feiern nicht verbieten lassen! Wir ziehen auf den Bundesplatz und protestieren dagegen, dass wir nach 0:30 Uhr kein Bier mehr in aller Öffentlichkeit grölend konsumieren dürfen. Das sind doch die wahren Probleme und sozialen Ungerechtigkeiten! ;-)