Handball-Schweizermeister

22. Mai 2018 14:41; Akt: 23.05.2018 14:20 Print

Die Wacker-Familie musste «zämerütsche»

Wacker Thun ist Handball-Schweizermeister. Wieso sind die Oberländer so Handball-begeistert? Immer wieder kommen die Einheimischen auf die Wacker-Familie zu sprechen.

Sogar die Winterthurer sind ein wenig Wacker Fans.

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Die Dramaturgie hätte kaum besser sein können. Zehn Sekunden vor Schluss nimmt Wacker-Trainer Martin Rubin sein Time-out, schwört die Spieler nochmals ein. Sie haben noch Zeit für einen Spielzug, es wird der entscheidende sein. Dann schiesst Luca Linder zwei Sekunden vor Schluss das Goal. Wacker Thun schlägt Pfadi Winterthur auswärts mit 24:23 und ist nach 2013 zum zweiten Mal Handball-Schweizermeister.

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Insgesamt waren 2670 Zuschauer in der Zielbauarena in Winterthur – Rekord. In sechs Cars reisten die Wacker-Fans am Pfingstmontag nach Winterthur, um ihr Team zu unterstützen. Stadtpräsident Raphael Lanz, der selbst mit von der Partie war, spricht von über 500 Personen, die zum Spiel pilgerten. «Das zeigt die Mentalität von Wacker Thun sehr gut. Der ganze Verein ist mit viel Herzblut dabei: Mannschaft, Funktionäre und Fans bilden die grosse Wacker-Familie.»

Zudem sei die lokale Verwurzelung sehr gross, da viele einheimische Spieler im Kader stehen würden. «Die Spieler kämpfen für die Region und den Verein.»

Gemeinsam für den Verbandsboden

Von der Wacker-Familie spricht auch Reto «Wulle» Wullimann vom Fanclub Greenhornets: «Wenn man sich in der Stadt trifft, grüsst man sich oder trinkt etwas zusammen. Der Zusammenhalt ist enorm stark.» Dies zeigte sich etwa vor dem Playoff-Final: Da die Spiele von SRF übertragen wurden, musste ein spezieller Verbandsboden verlegt werden. «Freiwillige haben den blauen Boden vor den Spielen aufgebaut und nach dem Match wieder demontiert, weil er noch in anderen Stadien zum Einsatz kam», sagt Wullimann.

Und wie ist es möglich, mit einer Randsportart über 2000 Zuschauer an die Spiele zu locken? Kein anderes Schweizer Handballteam hat soviele Fans wie Wacker Thun, die «grüne Wand» ist bei Gegenern gleichermassen bekannt wie gefürchtet. Normalerweise seien etwas mehr als tausend Fans an den Heimspielen, erklärt Wullimann, aber wenn die Playoffs anstünden, komme naturgemäss noch mehr Publikum. «Dann heisst es ‹zämerütsche›.»

«Noch nie eine Schlägerei»

Der Meister-Pokal steht zurzeit im Café Zentral am Aarequai. Zentral-Beizer Hidir, der ebenfalls in Winterthur war: «Nach dem Sieg am Montag feierten wir bis um 6 Uhr morgens im Zentral.» Seit mehreren Jahren ist das Zentral die Stammbeiz von Wacker. «Noch nie gab es wegen des Handballclubs eine Schlägerei», versichert Hidir, «die Fans und Spieler sind wie eine grosse Familie.» Auch Wullimann streicht dies hervor: «Hooliganismus kennt man im Handball nicht. Nach den Spielen sitzen wir auch oft noch mit den gegnerischen Fans zusammen und trinken ein Bier.»

(ber)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Winu 1 am 22.05.2018 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Super Wacker. Super auch für die Sportstadt Thun Gratulation!

  • Stirber am 22.05.2018 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Infobox

    Die Infobox ist nicht ganz korrekt. Roman Caspar beendete mit dem Meistertitel seine Karriere, Viktor Glatthard zieht es wegen seinem Studium nach Skandinavien, wo er auch seine Karriere weiterführt und Lenny Rubin und Lukas von den Schwanden wechseln in die Bundesliga (die wohl stärkste Handballliga auf der Welt)

  • Feuz56 am 22.05.2018 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Wacker

    Der Kometator des Spieles hat eine eigene Interpretation von Zeitstrafen. Das gleiche gilt für die Schiris die bei klaren Stürmerfouls auf 2 Minuten gegen die Verteidiger entschieden. Am Schluss hat doch die richtige Mannschaft verdient gewonnen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Housi vo Bigetu am 23.05.2018 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wacker? Was ist das?

    Wacker ? Was ist das für eine Spezialität? Ein lokales Bier? Noch nie gehört!

  • Feuz56 am 22.05.2018 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Wacker

    Der Kometator des Spieles hat eine eigene Interpretation von Zeitstrafen. Das gleiche gilt für die Schiris die bei klaren Stürmerfouls auf 2 Minuten gegen die Verteidiger entschieden. Am Schluss hat doch die richtige Mannschaft verdient gewonnen.

  • Stirber am 22.05.2018 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Infobox

    Die Infobox ist nicht ganz korrekt. Roman Caspar beendete mit dem Meistertitel seine Karriere, Viktor Glatthard zieht es wegen seinem Studium nach Skandinavien, wo er auch seine Karriere weiterführt und Lenny Rubin und Lukas von den Schwanden wechseln in die Bundesliga (die wohl stärkste Handballliga auf der Welt)

  • Mario am 22.05.2018 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Kadetten die bBESTEN

    DIe Besten sind die Kadetten aus SH. Einfach nur Glück gehabt.

    • tell am 22.05.2018 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mario

      Hetsch gern! Hopp Pfadi!

    einklappen einklappen
  • Winu 1 am 22.05.2018 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Super Wacker. Super auch für die Sportstadt Thun Gratulation!