Eine Reise fürs Leben

03. Oktober 2019 04:52; Akt: 03.10.2019 09:59 Print

Brüderpaar will von Bern nach China – mit dem Velo

Für das Berner Brüderpaar Raphael und David Clemencio startet am Samstag eine einzigartige Reise. Gemeinsam fahren die beiden von Bern bis nach China – mit ihren Velos.

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Die Clemencio-Brüder Raphael (links) und David (rechts) starteten am vergangenen Samstag ihre Reise nach China. Nun haben sie den Flüelapass befahren. Derzeit werden die Brüder von ihrem Cousin begleitet. Während ihrer Reise übernachten die Brüder im Zelt, durchqueren insgesamt 15 Länder und sind gut 10'000 Kilometer mit dem Fahrrad unterwegs. Die Reise beginnt in Bern und endet in Jiayuguan am westlichsten Teil der Chinesischen Mauer. Als erstes wartet der Gotthard-Pass auf die beiden Brüder, von dort aus... ... geht es nach Italien, wo sie unter anderem auch in Venedig einen Halt einlegen werden. Nach Italien folgt ein kurzer Abschnitt durch Slowenien. Danach geht es nach Rijeka in Kroatien. Von dort aus radeln die beiden Brüder nach Bosnien und Herzegowina... ...in den Kosovo und schliesslich nach... ...Bulgarien. Dort werden sie die Hauptstadt Sofia erkunden. Danach geht es in die Türkei. Ein Highlight ist die Stadt Istanbul. Nachdem die Clemencio-Brüder quer durch die Türkei geradelt sind, geht es nach Georgien. In Baku in Aserbaidschan nehmen die Berner dann die Fähre, um das Kaspische Meer zu überqueren und nach Turkmenistan zu gelangen. Danach folgen 1200 lange Kilometer durch Turkmenistan. Haben sie das geschafft, können sie die wunderschönen Städte in Usbekistan besichtigen. Danach durchqueren die Berner Tadschikistan... ... und Kirgisistan. «Dann sind wir ungefähr in der Hälfte unserer Reise», erzählt David Clemencio. «Wir Schweizer können uns kaum vorstellen, wie gross China eigentlich ist», ergänzt Bruder Raphael. Denn von Kirgisistan sind es noch über 2500 Kilometer bis zur Chinesischen Mauer.

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Für Raphael (25) und David Clemencio (24) beginnt am Samstag das grösste Abenteuer ihres Lebens: Die Berner reisen mit ihren Velos von Bern bis zur chinesischen Mauer. Während ihres Trips übernachten sie im Zelt, durchqueren insgesamt 15 Länder und sind gut 10'000 Kilometer pedalend unterwegs. Ein gewaltiges Vorhaben, bei dem es einiges beachten gilt.

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«Wir nehmen wirklich nur das nötigste auf die Reise mit», erklärt Raphael Clemencio: Drei Unterhosen, vier Paar Socken, vier T-Shirts: Die Berner achten auf jedes Gramm, dass sie auf ihrer Reise zu spüren bekommen könnten. Unnötiges Gewicht würde die Fahrt stark beschweren.

Während ihrer Reise kleiden sie sich nach dem Zwiebelprinzip, tragen also mehrere verschieden dicke Schichten übereinander. «Wir haben speziell darauf geachtet, dass wir Kleidung tragen, die schnell trocknet», sagt David Clemencio. «Und solche, die nicht gleich zu stinken beginnt», ergänzt sein älterer Bruder Raphael.

15 Länder & 10'000 Kilometer

Die Route der Berner führt über Italien und den Balkan bis nach Istanbul. Von dort aus reisen sie dem Schwarzen Meer entlang quer durch die Türkei bis nach Baku in Aserbaidschan.
Danach geht es mit der Fähre übers Kaspische Meer nach Kasachstan und weiter nach Usbekistan und Tadschikistan. Dort gibt es auch gefährliche Passagen zu meistern: Vor einem Jahr wurden in Tadschikistan zwei Schweizer Velofahrer von Terroristen angegriffen. Einer der beiden wurde sogar getötet. Seit dem Vorfall gibt es die Möglichkeit mit einer Polizeieskorte durch das Land zu fahren: «Wir werden uns vor Ort entscheiden, ob dies nötig ist», sagt Raphael.

Weiter geht es für die Schweizer dann durch Kirgisistan, bis sie schliesslich die Grenze zu China erreichen. Doch dort ist ihre Reise noch lange nicht zu Ende: «Dann haben wir ungefähr ein Drittel unserer Reise hinter uns», so David Clemencio. Danach sind es noch einmal rund 2500 Kilometer bis die Berner ihr Ziel, die Chinesische Mauer, erreicht haben.

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Ein Herz und eine Seele?..

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Die grosse Freiheit

Die Clemencio-Brüder sind voller Vorfreude auf die Reise: «Ich freu mich auf die Begegnungen mit verschiedensten Kulturen und die wunderschönen Landschaften», sagt Raphael Clemencio. «Während dieser Zeit können wir den Alltag hinter uns lassen. Ich denke, wir werden selten so frei sein wie während dieser Reise», ergänzt sein kleiner Bruder David.

«Diese Reise war für mich eine Art Belohnung, auf die ich während des Studium hingearbeitet habe», sagt Raphael Clemencio, der in Magglingen Sport studierte. An der Bachelor-Feier wird er nicht persönlich teilnehmen können: «Wenn alles nach Plan läuft, erkunden wir zu diesem Zeitpunkt gerade Serbien», so Raphael.

Sieben Monate Fernbeziehung

Auf ihrer Reise, die rund sieben Monate dauern wird, müssen die Brüder auf diversen Luxus verzichten. Was werden sie während ihrer Reise am meisten vermissen? «Meine Freundin», antworten die Brüder fast zeitgleich. «Mein Bett werde ich auch vermissen», ergänzt David. «Und natürlich die warme Dusche», so Raphael.

20 Minuten wird regelmässig über die Abenteuer der beiden Brüder berichten.

(rc)