Zwischenstopp in Istanbul

23. November 2019 20:30; Akt: 25.11.2019 17:33 Print

Berner radeln mit ihren Bikes nach China

Die Brüder Raphael und David Clemencio wollen mit ihren Velos von Bern nach China fahren. Jetzt haben sie schon über 3000 Kilometer hinter sich und sind in Istanbul angekommen.

Mittlerweile sind die beiden Brüder von Bern bis nach Istanbul geradelt. Auf Instagram kann man ihre Reise mitverfolgen. (Video: Instagram/@two_the_wall)
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Es ist das Abenteuer ihres Lebens: Das Berner Brüderpaar Raphael (25) und David Clemencio (24) haben sich in den Kopf gesetzt, mit ihren Velos von Bern bis nach China zu radeln. Auf ihrer Reise durchqueren sie insgesamt 15 Länder und strampeln gut 10'000 Kilometer ab. Nun haben die Brüder einen Meilenstein ihrer Reise, Istanbul, erreicht.

Auf ihrer bisherigen Reise haben sie schon einiges erlebt: Sie durchquerten Geisterdörfer, wurden von Wildschweinen und Jägern überrascht, steckten mit ihren Velos im Schlamm fest und halfen einer hilflosen Schildkröte über die Strasse. Die ganzen Erlebnisse halten die Brüder regelmässig in ihren Instagram-Storys fest (Video).

Jeden Tag ein neues Abenteuer

Auf ihrer Reise lernten die Berner viele neue Leute kennen und bekamen unter anderem die slawische Gastfreundschaft zu spüren: «In Bosnien suchten wir einen Schlafplatz und fragten jemanden am Strassenrand, ob wir am Jablanica-See gut zelten könnten. Er lud uns dann in sein Ferienhaus ein», erzählt David Clemencio. Dort konnten die Brüder dann gemütlich übernachten, bis es am nächsten Tag weiterging.

Bevor die Brüder in Bosnien ankamen, durchquerten sie die wunderschönen Landschaften von Kroatien und Slowenien. Dort erlebten die Clemencios weniger entspannte Nächte. In Slowenien wurden sie, als sie in einem Wald ihr Zelt aufschlugen, von grunzenden Wildschweinen geweckt.

Zelten im Jagdgebiet

Auch in Kroatien wurde es für die Brüder unangenehm: «Wir suchten uns einen Ort im Wald, an dem wir übernachten konnten», erzählt Raphael.

Sein Bruder David bemerkte, dass sich in der Nähe ein Hochstand für Jäger befand. Sie überlegten sich, ob sie sich einen anderen Schlafplatz suchen sollten. «Die Kroaten gehen am Sonntag bestimmt in die Kirche und sicher nicht auf die Jagd», beruhigte Raphael seinen Bruder. Am nächsten Morgen wurden sie dann von Jagdhunden geweckt. «Plötzlich stand ein Jäger mit einer Flinte vor unserem Zelt und seine Hunde bellten uns ununterbrochen an», erinnert sich Raphael. Die beiden zogen sofort ihre Leuchtwesten an und machten sich schlagartig aus dem Staub.

Mit dem Velo nach China

Schlamm und Dreck

An einen späteren Zeitpunkt ihrer Reise, in Bulgarien, wollten die Berner einige Höhenmeter umfahren und nahmen deswegen eine alternative Route. «Plötzlich trafen wir einen Mann, der uns gestikulierend mitteilen wollte, dass wir sofort umkehren sollten. Die Route sei nicht gut», erzählt David Clemencio. Die Brüder setzten ihre Fahrt trotzdem fort. Plötzlich begann es dann heftig zu regnen. «Die Strasse war nicht geteert und bestand nur aus lehmiger Erde», so Raphael. Durch den Regen weichte sich der Boden auf und die Brüder kamen bald fast nicht mehr vorwärts. Hinzu kam, dass die Strecke steil bergauf ging. «Wir hatten zwei Stunden für fünf Kilometer», erinnert sich David.

Entspannen in Istanbul

Nachdem die Brüder einen Teil von Griechenland durchquert hatten und in der Türkei angekommen waren, stand kürzlich die letzte Etappe vor Istanbul an. Diese war 131 Kilometer lang. Die Brüder brachten die Strecke in knapp 5 Stunden hinter sich. «Langsam bekommt man die schweren Beine zu spüren», erzählt Raphael. Gerade als die Berner Istanbul erreichten, zeigte ihr Navi an, dass sie bereits 3000 Kilometer in den Beinen hatten. «Nun geniessen wir die Stadt und ruhen uns hier ein wenig aus», sagt David. Danach gehe es weiter in Richtung China.

Die Aufmerksamkeit, welche die Brüder durch ihre Reise bekommen wollen sie auch nützen: «Wir unterstützen mit unserer Reise ein Hilfprojekt auf den Philippinen», so Raphael und David Clemencio. Alle Infos dazu finden sie auf der Homepage der Brüder.

(rc)