2. Wahlgang für Ständerat

07. November 2019 08:27; Akt: 07.11.2019 08:34 Print

Können Stimmen auf dem Land die SVP noch retten?

In vielen Kantonen finden an den kommenden Wochenenden die zweiten Wahlgänge für den Ständerat statt. So präsentiert sich die Situation in Solothurn, Bern und Freiburg.

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Noch ist das neue Parlament nicht vollständig: An den folgenden drei Wochenenden kommt es in 13 Kantonen zu zweiten Wahlgängen für den Ständerat. In Solothurn und Bern fällt die Entscheidung am 17. November, in Freiburg bereits am 10. November. Die Ausgangslagen könnten unterschiedlicher nicht sein: Während in Solothurn die Würfel wohl bereits gefallen sind, ist das Rennen in Bern offen.

FREIBURG
Die junge Herausfordererin

Im Kanton Freiburg lag SP-Präsident Christian Levrat im ersten Wahlgang mit 36'958 Stimmen allein auf weiter Flur. Seine Wahl gilt so gut wie sicher, kann er doch auf die Unterstützung der Grünen zählen. Weniger klar ist die Ausgangslage in Bezug auf den zweiten Sitz: Auf Levrat folgten im ersten Durchgang Beat Vonlanthen (CVP) mit 23'316 und Johanna Gapany (FDP) mit 19'534 Stimmen. Falls die 31-jährige Gapany gewählt würde, wäre sie die erste Frau für den Kanton Freiburg im Ständerat.

Trotz diesjähriger «Frauenwahl» rechnet Gapany aber nicht mit einem Frauenbonus: «Bei der Ständeratswahl entscheidet letztlich die Persönlichkeit, nicht das Geschlecht.» Chancen rechnet sich die Freiburger Grossrätin gleichwohl aus. «Der erste Wahlgang hat gezeigt, dass neue Gesichter und Ideen gefragt sind», so Gapany. Tatsächlich hat der Bisherige Beat Vonlanthen deutlich weniger Stimmen geholt als noch vor vier Jahren.

Die studierte Betriebsökonomin, die erstmals auf nationaler Ebene kandidiert, ist trotz monatelangem Wahlkampf noch voller Elan. Am Mittwochnachmittag etwa war sie auf dem Murtener Martinsmarkt auf Stimmenfang. Gapany: «Jeder Tag ist eine Gelegenheit, Leute zu treffen und meine Bekanntheit zu steigern. Bis am Sonntag werde ich alles geben.»

SOLOTHURN
Favorit gegen Aussenseiter

Im Kanton Solothurn steht ein Zweikampf zwischen dem bisherigen Ständerat Roberto Zanetti (SP) und seinem Herausforderer Christian Imark (SVP) an. Zanetti hatte nach dem ersten Wahlgang einen satten Vorsprung von 13'000 Stimmen. Entsprechend sieht sich Imark in der Aussenseiterrolle: «Als Bisheriger ist Zanetti klarer Favorit.» Der Präsident der SVP Kanton Solothurn sieht vor allem eine Chance: «Wenn die Wahlbeteiligung auf dem Land hoch ist, dürfte das eher mir helfen.»

Dies zu beeinflussen sei allerdings schwierig: «Die Zeit zwischen den Wahlgängen ist knapp, viel kann man nicht mehr machen.» Es gehe in dieser Phase vor allem darum, aufzuzeigen, wer den Wählern persönlich näher stehe, sagt Imark. Hier liegt Zanetti allerdings klar im Vorteil: Er holt weit über die Parteigrenzen hinaus Stimmen. Vor vier Jahren war der Vorsprung auf seinen damaligen SVP-Kontrahenten ähnlich gross – Zanetti schaffte dann die Wiederwahl im zweiten Wahlgang ohne Probleme.

Wie auch immer der verlängerte Wahlkampf ausgeht – Imark ist froh, wenn er endlich vorüber ist: «Geschäftlich und privat blieb das eine oder andere auf der Strecke.»

BERN
Duell der Machtblöcke

Im Kanton Bern kommt es am 17. November zum Duell der Machtblöcke: Rotgrün und Bürgerliche steigen mit je einem Zweierticket in die Stichwahl. Leichte Vorteile sehen manche Beobachter für das linke Lager. Denn: Die besten Resultate im ersten Wahlgang holten der Bisherige Hans Stöckli (SP, rund 122'000 Stimmen) und Regula Rytz (Grüne, 120'000). Rytz lag allerdings nur gerade 330 Stimmen vor dem Drittplatzierten Werner Salzmann (SVP).

Salzmann beobachtet vor allem die mangelnde Wahlbeteiligung auf dem Land mit Sorge. «Wenn sie nicht besser wird im zweiten Wahlgang, wird es sehr schwierig für mich», sagt er. Über die einzelnen Sektionen, Mund-Propaganda und Social Media versuche man daher vermehrt, die Leute aus den ländlichen Wahlkreisen an die Urne zu bewegen.

Auch bei Rotgrün, im ersten Wahlgang auf den beiden Spitzenplätzen, sieht man noch Luft nach oben. «Nicht nur auf dem Land, sondern auch mit meiner Heimatstadt Biel oder im Berner Jura war die Stimmbeteiligung schlecht», sagt SP-Mann Hans Stöckli. Es gelte daher, die Wählermobilisierung in diesen Gegenden zu intensivieren.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beni Ochsner am 07.11.2019 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rytz ist ein NoGo

    Ums Himmelswillen nur nicht die Medien-u. Machtgeile Rytz!

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  • Sanna am 07.11.2019 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahlbeeinflussung der Medien

    Irgendwie ist es still geworden in den Medien wegen dem ach so armen Klima. Haben halt ihr Ziel erreicht mit den Sitzgewinnen der Grünen. Die Wahlen haben es einmal mehr gezeigt wo die Medien stehen.

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  • Nicole am 07.11.2019 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Zuwenig Kandidaten

    Herr Stöckli sollte endlich den Sitz frei machen für einen Jüngeren, er ist ein Sesselkleber. Frau Rytz ist Machtgeil. Frau Markwalder ist ein EU - Turbo und hat noch nichts gescheites gemacht. Daher die drei nicht wählbar. Somit ist auf meinem Zettel Herr Salzmann. Mit nur vier Kandidaten puschen die Parteien ihre Lieblingskandidaten. Jede Partei sollte 2 Personen zur Wahl stellen, dann wäre es eine Wahl.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • der seher am 08.11.2019 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heutiges Wissen

    Sehr aufschlussreich, was da geschrieben wird. Viel ideologisches Gefasel, aber die Wählbaren kennt man nicht. Typisches Zeitgeistgefasel von Schlagzeilenlesern.

  • Parteilos am 07.11.2019 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich

    Schreibe ein Namen auf denn Zettel und der gehört der SVP,denn die sagen was sie denken und suchen nicht Nadeln im Heuhaufen d.h.legen nicht alle Worte auf die Goldwaage! Dank!

  • Bauer 2.0 am 07.11.2019 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pia for SvPresident!

    Dann kommts gut :)

  • Christo am 07.11.2019 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahlen

    Liebe Berner nur nicht die Rytz wählen.

  • Dj Redflame am 07.11.2019 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy