Zum Verzehr gedacht

03. Mai 2018 05:46; Akt: 03.05.2018 10:48 Print

Dieses Küken schlüpfte aus einem Migros-Ei

Als ein Bümplizer davon hörte, dass aus Bio-Eiern unter Umständen Küken schlüpfen können, wagte er mit seiner Familie das Experiment. Nach 21 Tagen schlüpfte ein Küken.

Georg Huber wurde durch eine Fernsehreportage auf das Experiment aufmerksam und führte es darauf selbst durch. (Video: RC)
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Dieses Küken schlüpfte aus einem Bio-Ei

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Durch eine Fernsehreportage wurde der 51-jährige Bümplizer Georg Huber darauf aufmerksam, dass Bio-Eier befruchtet sein können. Mit seiner Familie wollte er testen, ob auch in Schweizer Supermärkten befruchtete Eier angeboten werden. So kaufte Huber drei Vierer-Packungen Bio-Eier aus der Migros im Westside, legte sich eine gebrauchte Brutmaschine zu und startete das Experiment.

Verblüffende Ergebnisse

Normalerweise sind Bio-Eier nicht befruchtet. Bei Huber war dies anders: «Mindestens vier Stück waren befruchtet. Man konnte merken, dass die befruchteten Eier schwerer sind als die anderen.» Er hielt die Eier auch ins Licht und konnte so erkennen, dass vier von den insgesamt zwölf Eiern befruchtet waren. Man kann dann einen roten Punkt erkennen. «Das ist immerhin ein Anteil von 33 Prozent. Das ist schon sehr erstaunlich.» Die befruchteten Eier hat er anschliessend in den Brutkasten gelegt und bei konstanter Temperatur gewärmt. Nach genau 21 Tagen die grosse Überraschung: Das erste Küken ist geschlüpft und wurde von der Familie liebevoll auf den Namen «Migrol» getauft.

Huber habe sich über die Zeit ein solides Wissen über das Ausbrüten von Eiern angeeignet. «Mit Hilfe von Youtube-Videos konnten wir uns ausgiebig über das Thema informieren», dort gäbe es zahlreiche Anleitungen und Info-Videos. «Das geschlüpfte Küken muss jetzt noch ein bis zwei Tage im Brutkasten bleiben. Das Gefieder muss erst noch trocknen.» Die drei anderen geschlüpften Küken seien leider gestorben. «Vielleicht lag es an meiner Brutmaschine.»

Befruchtete Eier sind «unbedenklich»

Die Migros teilte auf Anfrage von 20 Minuten mit, dass die Bio Suisse-Richtlinien eine artgerechte Tierhaltung vorschreiben würden: «Darin eingeschlossen ist die Empfehlung, dass auf 100 Hennen mindestens 1 Hahn gehalten wird», sagt Mediensprecherin Alexandra Kunz. Aus diesem Grund könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein Ei befruchtet wird.

«Unsere Eier-Produzenten verhindern allerdings eine Bebrütung, indem die Eier in sogenannte Abrollnester gelegt werden», so Kunz. Denn für eine Bebrütung wären mindestens vier Tage Nestwärme notwendig. Kunz sagt weiter: «Befruchtete Eier sind gleichwertig wie unbefruchtete Eier und gesundheitlich absolut unbedenklich.»

Das Experiment geht weiter

Die Reaktionen aus Hubers Freundeskreis auf das Experiment waren durchwegs positiv, sagt er. «Niemand glaubte uns. Es ist einfach unglaublich, dass es wirklich funktioniert hat.» Mittlerweile kämen viele Besucher zu Hubers, um das Küken zu bestaunen. Die meisten würden davon ausgehen, dass die Eier unbefruchtet sind: «Jedoch wird ein Ei von einem Huhn unter dem Strich immer noch zu Fortpflanzungszwecken gelegt», gibt er zu bedenken.

Jetzt will er das Küken an einen Bauernhof in Niederwangen weitergeben. Für Huber sei das Experiment noch lange nicht beendet: «Wir möchten das Projekt auch mit Eiern von Coop und Denner ausprobieren.»

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 03.05.2018 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Notfallplan für eine Lebensmittelkrise

    Hoffe, es darf weiterleben auch wenn es ein Hahn ist der keine Eier legt. Eigentlich ist es erschreckend wie wenig die Menschen heute noch von der Natur wissen. Auf der anderen Seite macht es dann Spass das alles wieder zu entdecken. Es ist soviel Wissen verloren gegangen, dass unsere Grossmütter noch hatten.

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  • Deborah am 03.05.2018 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Küken Mami

    Das Küken lebt übrigens bald in einem schönen Garten und nicht auf dem Bauernhof... Nur so als kleine Motivation, die Hühner im eigenen Garten zu halten! ;-)

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  • Kücken Farm am 03.05.2018 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Wunder

    Ein Wunder dieser Welt...toll, macht weiter so.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heidi Bio am 03.05.2018 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Hähne sind fruchtbar

    Als ob nur Biohähne fruchtbar wären!!

  • Fraz am 03.05.2018 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Ausreden!

    Was für eine billige und blödsinnige Ausrede von Migros. Vermutlich wird auf das Durchleuchten der Eier verzichtet oder das Personal ist nicht in der Lage, befruchtete Eier zu erkennen. Kann ja sein, dass mal ein absoluter Einzelfall vorkommt aber gleich mehrere in wenigen Schachteln, das darf nicht passieren!

  • nöö am 03.05.2018 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Biologie?

    Entschuldigung, aber ob im Ei ein Küken wächst hat nichts mit dem Bio-Label zu tun, sondern mit dem Hahn.

  • Fritz am 03.05.2018 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Was machen Vegetarier?

    Mich würde interessieren ob, das den Vegetariern überhaupt bewusst ist. Und ob sie nun auch auf Eier verzichten, wenn sie es vorher nicht wussten. Darf man auf der Verpackung "für Vegetarier geeignet" schreiben? Bin selber Fleischesser und brauche keine Aufklärung vom Unterschied zwischen Vegetariern un Veganern, danke.

  • Jürgen am 03.05.2018 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Es gibt übrigens auch Hühner aus nicht Bio Eier!!